Technik > Tech-Talk Fender
der kleine TonPrinz
MeineZ:
Hallo Martin,
schön das er schon was sagt, Schaumstoff an der Federn kommt mir irgendwie bekannt vor. Den Eindruck vom Tremolo kann ich unterstreichen. An B+ sind es bei meinem 420V beim Bias hab ich die gleichen Werte eingestellt -34V entspricht dann um die 22mA. Mit Strat und LeoSound 62ST Overwound Pickups bleibt der Prince bis fast zum Ende clean, mir wäre es lieber er würde etwas früher zerren, aber dafür hab ich ja noch meinen TS808Clone.
Insgesamt entsprechen die Spannungen aber der orig. Schaltung AA1164. Statt einer 5U4GB hab ich jetzt die GZ34 drin mit dem JJ 40-20-20-20 Kondensator dahinter. Alle Koppel-C's im Layout hab ich durch Mallorys ersetzt und ich bin insgesamt sehr zufrieden. Demnächst bekommt er noch ein neues zu Hause und dann passt es mir auch optisch gut.
Nachtrag : V1,3 +4 = Shuguang 12AX7B, V2 = TAD 12AT7, EZ34 und 6V6 von JJ, LS Jensen C12Q, OT Hammond 1750E, PT 125P1B von TAD
Gruß
Adi
El Martin:
Danke für die Info, Adi!
Falls Du den zweiten Eingang selten benutzt, kannst Du ja mal bei Missionamps gucken. Die haben eine pfiffige FET Boosterschaltung mit einstellbarem Gain bis zu 14 dB. Man kann sich ja an der Idee orientieren und einen Treblebooster geeignet abstimmen.
(Irgendwie nähert man sich dann dem Princeton Recording ;-)
Soweit ich mich erinnere, hatte meine Tele Thinline eher Vintage output. In meiner Fernandes Strat sind die Mexicos von Fender drin, die an den Texas Specials angelehnt sind.
Aber jetzt messe ich erst mal a weng...in der Mittagshitze.
Ciao
Martin
DocBlues:
Hallo Martin,
betreffend andere Zerrcharakteristik läßt sich sicher etwas. Einerseits sind "Bässe ohne Ende" gut für runde Cleansounds aber meist der Tod guter Zerrsounds - zumindest, wenn die Klangregelung fendertypisch weit vorn im Signalweg liegt. Als erste Gegenmaßnahme würde ich die beiden JJ ECC83S durch Tungsol, Electroharmonix oder TT ersetzen. Die JJ bringt in manchen Schaltungen wirklich üblen Matsch und unschöne Zerrcharakteristik.
Ansonsten würde ich die Arbeitspunkte der Röhrenstufen ggf. leicht modifizieren, wobei ich nicht genau weiss, welche Ra/Rk Kombinationen Dein TonPrinz hat. Falls - wie manchen Fenderamps (und Marshalls) irgendwo ein Rk < 1,0 K drin ist, würde ich den erstmal gegen 1,2 K oder1,5 K ersetzen.
Die Kombination von JJ ECC83 und kleinem Kathodenwiderstand ist nach meiner Erfahrung fast eine Garantie für eine üble Zerrcharakteristik im Crunch-Bereich.
Ansonsten hilft für angenehmere Zerrung nur, die Bässe rauszunehme oder die Zerrung mit einem typischen Treble-Booster oder einem Zerrpedal zu machen, das zu Fender Schaltungen kompatibel ist.
Ich hoffe, ich konnte helfen.
DocBlues
Kpt.Maritim:
Hallo
Probleme mit hässlicher Zerre können durch zu viele Bässe entstehen, weil dann die Zerrende Stufe durch die so dicht gemacht ist, dass zu viele Intermodulationsprodukte entstehen, was dann mantschig klingt.
Und/Oder es sind zu viele Höhen da. Das passiert vor allem dann, wenn mehr als eine Stufe zerrt, also ein verzerrter Signal nochmal verzerrt wird (Vor- und Endstufe), die Klirrprodukte hoher Ordnung (K3, k4, k5...) werden dann nochmals verzerrt wodurch Klirrprodukte noch höherer Ordnung entstehen. Es kratzt dann.
Das ekelige an der Dreibandregelung nach Fender und Marshall, ist, dass sie ein brutales Mittenloch haben, und zwar auch wenn man den sogenannten Mittenregler (er ist keiner) voll aufgedreht wird. Sie bieten also alle Vorrausetzungen für einen schlechten Zerrsound, da sie Bässe und Höhen bevorzugt durchlassen. Das gilt besonders für die Fenders, weil die Klangregulage sehr weit vorne im Verstärker ist. In für Zerre ausgelegte Verstärker der späteren Jahre wird immer ein Presence Regler vorgesehen, der genau dieses Mittenloch wieder auffüllt. Der Weg von Orange eine ganz andere Klangregelung zu benutzen ist eigentlich die besser Idee. Vox hat auch eine andere eher mittige Klangregelung benutzt. Die haben sich sicher was dabei gedacht. Der gute alte Leo hatte die Zerre ja garnicht im Blick, bei der Entwicklung. Seine Arbeitspunkte sehen eher so aus, wie aus der radiotechnik seiner zeit, sehr defensiv und sehr weit aussteuerbar, dann aber recht abrupt und ziemlich symmetrisch zerrend.
Was ich vorschlagen würde, ist dass du dir den Fred von Düsentreib mal raussuchst. da schlägt er eine ganze tolle Mittenregelung über die Gegenkopplung vor. ich habe sie mittlerweile selbst probiert und kann sie sehr empfehlen. Andere Ra und Rk Kombinationen oder Röhren könnten ein bissschen was bringen. Man kann die Stufen so etwas weicher in die Zerre übergehen lassen. Aber mal Hand auf's Herz ein Verstärker muss zumindest mit jeder Röhre gut klingen. Kann ja sein, dass eine andere Röhre eventuell für deinen Geschmack ein Optimum bringt, aber Röhrenhersteller sollten Geschmacksfragen und keine Notwendigkeit sein.
Was du noch probieren kannst, ist die Rs und Cs in der Klangregelung so anzupassen, dass das Mittenloch etwas flacher und die Bässe etwas weniger werden. Das ist mit Duncans Tone Stack Calculator sehr leicht vothersehbar. Diese Maßnahme würde nicht so sehr in die Topologie eingreifen, wie die andere Gegenkopplung alla Düsentrieb.
Wie dem auch sei, würde ich das Problem zuerst von der Frequenzgangseite und dann von den Röhren und Arbeitspunkten her angehen, wenn letzteres dann überhaupt noch nötig sein sollte.
Viele Grüße und Erfolg!!!!
Martin
El Martin:
Danke schon mal für die Vorschläge!
Mittlerweile habe ich mal den Kathodyn PI auf ne höhere Spannung gelegt (Stokes Mod) und das hat schon was genützt. Meine ich zumindest. Liegt jetzt auf 280 V.
Original Fender PI
Anode 200 V
Kathode 50 V
Tonprinz vorher
Anode 172 V
Kathode 48 V
Tonprinz jetzt (am 280 V Knoten)
Anode 220 V
Kathode 63 V
Da müsste eigentlich genug Swing drin sein...
Testweise werde ich den auch mal auf 356 V hängen...ist jetzt ja nur ein Kabel umzulöten. Alternativ könnte ich den Siebwiderstand vor der 280 V Stufe etwas reduzieren von 18k auf 15k.
Der TonPrinz hat übrigens die klassische doppelte 100k/1k5 || 25uF Kombi mit der Fender Klangregelung dazwischen.
Dann kommt der kapazitiv gebrückte 3M3 im Signalweg und noch eine Stufe mit 100k/1k5 || 25uF.
Bisschen viel 100k/1k5 || 25uF ...
Mal mit den Dumble Werten experimentieren, den Fred hatte ich ja schon früher gestartet... 8)
Schaltbare Ck wäre auch ne Lösung, Bässe in den Griff zu bekommen.
Bis zum Einsetzen des bratzigen Verzerrens bei harten Anschlägen ist der Ton beeindruckend schöööön!
Ciao
Martin
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