Atomic16 / JCA20H im Vergleich zum X88R Crunch-Kanal ?

Begonnen von snyder80, Okt 27, 2010, 08:17

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snyder80

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Hi Leute,
es scheint so, als würde nahezu jeder Bastler hier aus dem Forum mal über die ein oder andere Schaltungsidee des Mike S. stolpern. Jetzt bin ich es, der von der Vintage-Ecke mal wegen der Schaltungen nach Seattle schielt.

Habe hier eine Kiste vor mir (steht alles im Budget-Armada Thread), die auch dem Atomic 16=JCA20H nicht unähnlich ist.

Da Olaf ja mal irgendwo den X88R Crunch Kanal als DEN Crunchsound für sich definiert hat, habe ich ein paar Fragen, da ich kaum hörenswerte Samples vom X88R im Netz finden konnte:

1. Sehe ich das richtig, dass der X88 Crunch wegen dem Spannungsteiler/Bleeder nach der 2.ten Stufe tendenziell mehr "Gain" hat als der Atomic 16 (680k-330k vs. 1M-330k)?

2. Kann denn der Dezidierte Crunchkanal evtl. auch bei mehr als nur "Crunch" gut klingen ?

3. Machen die SLO Normal Channel / Decatone Mods (SRV, Haynes, bright Mod) im Crunch-Kanal noch Sinn ?

4. Machen Joachims Gain-Regler-Mods im Crunchkanal vom X88R Sinn, oder matscht der eigentlich nicht so sehr bei höherem Gain ( http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,3340.msg26313.html#msg26313 ) ?


Kurzum: Stellt der X88R Crunchkanal eurer Meinung nach eine "vielseitige" Preampschaltung dar, die durchaus die des Atomic16 ersetzen kann ?

Vielen Dank im Voraus,

snyder80

Stone

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Hallo

Da ich das ja die Tage schon im SLO100 Antworten und Fragen ansatzweise diskutiert bzw angesprochen hatte ...


  • zu 1) ja, wenn auch nur "geringfügig"
  • zu 2) das ist Geschmackssache, aber ich würde sagen, ja
  • zu 3) ja, wobei Sinn eher eine Frage des Geschmacks ist
  • zu 4) wie 3

Ich überlege ja ebenfalls, dem Crunch-Kanal des SLO100 mehr Distortion zu entlocken. Mal sehen, der X88R ist dabei ein guter Ansatz ggf ohne Ck auszukommen.

Gruß, Stone

snyder80

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Danke für die Antwort.

Genau in diesem Thread mit seinen mittlerweile 35 Seiten hatte ich nicht gesucht  :angel:

Dann muss ich mal schauen und testen...

Duesentrieb

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Ist doch schnell gemacht - probieren.

Bitte auch bedenken, dass der Wert des Gainpotis kleiner ist (im Vergl. zum Atomic/JCA20H).

Wenn Du dann mit der zweiten Kathode noch weiter runter gehst, ist das ein prima Leadkanal IMO.

snyder80

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Guten Morgen Düse !

Gainpoti und Widerstand davor würd ich für den ersten Test bei 1M lassen, da der Koppelkondensator 22n anstatt der 47n beim X88 beträgt (Deca und Avenger haben ja auch die 1M mit 22n Koppelkondensator).


Stone

Gast
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Aloha

Zitat von: snyder80 am Okt 28, 2010, 10:07
Gainpoti und Widerstand davor würd ich für den ersten Test bei 1M lassen, da der Koppelkondensator 22n anstatt der 47n beim X88 beträgt (Deca und Avenger haben ja auch die 1M mit 22n Koppelkondensator).

Im SLO Thread steht das irgendwo wirklich auf den Seiten 34 / 35, weil ich mich damit aktuell beschäftige.

Der Koppelkondensator ist in diesem Falle erstmal relativ egal. Vielmehr hast Du unterschiedliche Pegel an der nächsten Stufe anliegen; ich habe auch lange Zeit angenommen, dass 500k:500k den gleichen Spannungsteiler darstellen, wie 1M:1M (rechnerisch eben 50%:50%) - ist aber hinsichtlich des Pegels etwas anderes.

Die 680k:330k sind gegenüber 1M:330k eben rechnerisch rund 30% mehr, die an das nächste Gitter gehen. Für die einen ist das wenig, für die anderen viel. ;)

Gruß, Stone

darkbluemurder

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Zitat von: Stone am Okt 28, 2010, 10:18
Der Koppelkondensator ist in diesem Falle erstmal relativ egal. Vielmehr hast Du unterschiedliche Pegel an der nächsten Stufe anliegen; ich habe auch lange Zeit angenommen, dass 500k:500k den gleichen Spannungsteiler darstellen, wie 1M:1M (rechnerisch eben 50%:50%) - ist aber hinsichtlich des Pegels etwas anderes.

Die 680k:330k sind gegenüber 1M:330k eben rechnerisch rund 30% mehr, die an das nächste Gitter gehen. Für die einen ist das wenig, für die anderen viel. ;)

Gruß, Stone

Hi Stone,

ganz egal ist der Koppel-C sicher nicht, denn er bildet zusammen mit dem Ra einen Hochpass, aber für die Betrachtung des Spannungsteilers ist er vernachlässigbar.

500k:500k verhalten sich schon etwas anders als 1M:1M, das sehe ich auch so. Grund ist wahrscheinlich - wenn sonst nichts im Signalweg bis zum nächsten Gitter ist - die Millerkapazität der nächsten Stufe in Verbindung mit dem Serienwiderstand des Spannungsteilers. Deswegen dürfte 500k:500k heller klingen.

30% mehr oder weniger können schon den Unterschied zwischen flach und satt, aber auch zwischen schönem Sustain und Blocking Distortion ausmachen. Gain ist halt ein zweischneidiges Schwert, aber ohne geht im Amp eben auch nix.

Viele Grüße
Stephan 
Bauten
Chieftain, HoSo56, Cleartone, Dirty Shirley, CJ 11, Junior Chief, Peggy 40

Conversions
Marshall 1959 SLP RI zu Minimalist HRM, Fender Bassman zu Mark Overdrive Special, Marshall 100W JMP zu Fat BE100, Marshall JTM 45 Reissue zu Dirty Daisy; Guyatone Bassman zu Basstonemaster

snyder80

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#7
Habe wegen dem "Spannungsteiler" nochmal in Merlins Buch nachgeschaut. Wenn ich das richtig verstehe, stellen diese beiden R´s zusammen ja Anoden-"Load" dar, wodurch sich die Röhre tatsächlich etwas anders verhalten sollte ("Anoden Widerling" II "Anoden Load")... Richtig ?!
Ich setz dann erstmal 1M II zu dem Eingang des vorhanden 1M Gainpoti...

EDIT: Oder evtl. einfach einen 2,2M direkt vom Koppelkondensator an Masse, dann hätte ich auch wieder ca. 1M als gesamt-Load nach dem Koppelkondensator (470k+470k ~1M; 2,2M II 1M+1M ~1M)

Stone

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Hallo Stephan

Zitat von: darkbluemurder am Okt 28, 2010, 11:23
ganz egal ist der Koppel-C sicher nicht, denn er bildet zusammen mit dem Ra einen Hochpass, aber für die Betrachtung des Spannungsteilers ist er vernachlässigbar.

Nein, egal nicht, das ist richtig, aber in diesem Fall erstmal unerheblich.

Zitat
500k:500k verhalten sich schon etwas anders als 1M:1M, das sehe ich auch so. Grund ist wahrscheinlich - wenn sonst nichts im Signalweg bis zum nächsten Gitter ist - die Millerkapazität der nächsten Stufe in Verbindung mit dem Serienwiderstand des Spannungsteilers. Deswegen dürfte 500k:500k heller klingen.

Es fallen, wenn man eine Triodenstufe ohne Ck betrachtet, etwas Bässe weg (unterhalb von 40Hz), wenn 500k benutzt werden. Mit Ck wird der Einfluss u.U entscheidender.

Zitat
30% mehr oder weniger können schon den Unterschied zwischen flach und satt, aber auch zwischen schönem Sustain und Blocking Distortion ausmachen. Gain ist halt ein zweischneidiges Schwert, aber ohne geht im Amp eben auch nix.

Auf alle Fälle ! :)

Hier würde ich sagen, sind es die 30%, die ich als "Quentchen" im SLO100 Crunch vermisse.

Gruß, Stone

Stone

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Zitat von: snyder80 am Okt 28, 2010, 11:29
Habe wegen dem "Spannungsteiler" nochmal in Merlins Buch nachgeschaut. Wenn ich das richtig verstehe, stellen diese beiden R´s zusammen ja Anoden-"Load" dar, wodurch sich die Röhre tatsächlich etwas anders verhalten sollte ("Anoden Widerling" II "Anoden Load")... Richtig ?!
Ich setz dann erstmal 1M II zu dem Eingang des vorhanden 1M Gainpoti...

EDIT: Oder evtl. einfach einen 2,2M direkt vom Koppelkondensator an Masse, dann hätte ich auch wieder ca. 1M als gesamt-Load nach dem Koppelkondensator (470k+470k ~1M; 2,2M II 1M+1M ~1M)

Hm ... gerade mal nachgeschlagen und an anderer Stelle seinen Hinweis gefunden, dass ja ein höherer anode load resistor für eine Dämpfung der Höhen aufgrund des Zusammenspiels mit der Miller Kapazität der nächsten Stufe sorgt.

Das könnte man dann also ausrechnen oder simulieren oder beides.

Manchmal geht, wie Olaf schon schrieb, aber auch probieren über studieren ;)

Gruß, Stone


Duesentrieb

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Yo - zumal alles durch den Saft oben an der Anode festgelegt wird - und da liegen die Kisten ja z.T. weit auseinander - es kommt also drauf an.

Probieren . . .  ;D

snyder80

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#11
Zitat von: Duesentrieb am Okt 28, 2010, 12:03
- es kommt also drauf an.

I love it, Dr. Düse !

PS: da mihi facta dabo tibi "sonum"

snyder80

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So. Ich habe also den 2203/4-like Preamp auf den Crunch Kanal des x88R umgebaut. Allerdings blieb das 1M Gain Poti, so dass ich vom Eingang des Potis auf Masse noch nen weiteren 1M parallel geschaltet habe. Ausserdem sitzt ein 100p brightcap am Gain, was mir schon in der Marshall-Schaltung gut gefiel.

Zum Ergebnis: Was soll ich sagen,   :guitar:  :danke:

So dermaßen am Volume der Gitarre hängend. Es erscheint schon fast als Frechheit, wenn da jemand behauptet man bräuchte für Clean-Crunch-Lead auch "unbedingt" drei Kanäle.

Allerdings fehlte mir ab der 13.30 Uhr Stellung ein wenig das komprimierte einer Lead-Verzerrung. Schnell noch einen 1uF parallel zum 2k2 gehängt und schon ist auch dies behoben. Das ergibt erfreulich wenig Matsch und dennoch mehr "unten rum".

Doof ist bloß, dass nun irgenwas um den PI herum Problemchen macht. Es knistert und brummt - unabhängig vom MasterVol. - mit PI-Röhre. Ohne PI-Röhre dennoch "konstant lautes" Übersprechen von von "vor der Klangreglung" auf die PA... Das Preamp-Out Signal selbst klingt aber erfreulich nebengeräuscharm.

Hier mal 3 Samples mit jeweils anderen Boxen- und Mic Impulsen:

x88 1: Neck PU alles auf "5" (Gain nur per Anschlag variiert)

x88 2: Steg PU alles auf "5" (Gain nur per Anschlag variiert)

x88 3: Steg PU Gain auf 8.5/10, T ~7/10, M ~4/10 B ~7/10

snyder80

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snyder80

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