TT Turrets löten

Begonnen von Bierschinken, Jan 23, 2017, 12:21

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

roseblood11

*****
YaBB God
Beiträge: 1.239
Gespeichert
Was tut man als Nicht-Besitzer einer regelbaren Lötstation? Mit 15W-Kolben kommt man da vermutlich nicht weit?

smid

*****
YaBB God
Beiträge: 840
Gespeichert
Hm, ich fürchte, mit 15W kommst Du wirklich nicht weit. Ich habe eine 40W Station und finde das teilweise grenzwertig. Selbst bei eingestellten 450Grad und einem Tropfen Lot auf der Spitze zu besseren Wärmeleitung dauert es teilweise etliche Sekunden, ein Beinchen freizukriegen, vor allem wenn noch ein hübscher dicker Busdraht um den Fuß des Turrets gewickelt ist...
Für ein erprobtes Layout ist das sicher schick, mein nächster Bastelamp kriegt eine Lötleiste.

Schönen Abend,
Andreas

rail2rail

*****
YaBB God
Beiträge: 266
If you understood everything I said, you’d be me.
Gespeichert
Ich denke auch, dass ein 15 Watt Lötkolben "okay" ist, um einen dünnen Draht an den anderen zu kleben.

Wichtig ist eine gute thermische Leitfähigkeit der Lötspitze und vor allem entweder thermische Kapazität im Kolben oder elektrische Leistung um Temperatur aufholen und halten zu können.

Im übrigen ist mit 450 grad löten eher nicht so förderlich, weil die Andockmittel im Lot sofort verdampfen und ohne diese Mittel ist ein Lötenso ziemlich unmöglich.

Es kann auch sein, dass die Probleme genau daher kommen. Ich habe  von "abperlendem Lot" gelesen in diesem Zusammenhang und bin der Meinung, dass dies genau daher rührt, dass die Flussmittel entweder schlecht sind oder sofort verdampfen. Lot zieht sich zur Hitze hin, der Wärmetransfer muss aber gegeben sein. Sonst klebt die Spitze voll, es qualmt und mehr passiert nicht.

Der Unterschied "bleifrei" und "nicht bleifrei" ist in erster Linie Temperatur. 185 Grad zu etwa 235 Grad, je nach Zusammensetzung.
Nur sehr wenige bleifreie Legierungen kommen mit bleihaltigem Lot nich klar (Aus meiner Erfahrung). Wichtig ist ein geeigneter Silberanteil und entsprechende Flussmittelseele.

Ansonsten finde ich das Löten ohne PlumBum auch schei**e. Ist irgendwie wie Kaffee ohne Koffein.

lg Geronimo
Geronimo Stade

corne

*****
YaBB God
Beiträge: 941
Gespeichert
Regelbare Lötstation ist kein Muss. Ich habe einen Weller, der ist nicht regelbar, hat aber immer die richtige Temperatur (für meine Verhältnisse jedenfalls). Als Spitze habe ich einen "Meissel" mit ca. 2mm Breite, alles dünnere mag ich nicht.
Move your ass for rock 'n roll baby .... move!!

smid

*****
YaBB God
Beiträge: 840
Gespeichert
Hi,

ZitatIm übrigen ist mit 450 grad löten eher nicht so förderlich
hab ich auch nicht empfohlen. Mir ging es um das Auslöten. Mit eher so einem Fummeldings als Lötstation wie meiner, die die Leistung nicht optimal auf die Lötspitze nachliefert (die Sorte, bei der die Spitze nur mit einem Madenschräubchen in einem Loch mit ordentlich Übermaß sitzt), dauert es sonst Ewigkeiten.

VG
Andreas

bluesfreak

*****
YaBB God
Beiträge: 2.694
Ain`t no tube, ain`t no sound....
Gespeichert
Zitat von: roseblood11 am Jan 23, 2017, 09:37
Was tut man als Nicht-Besitzer einer regelbaren Lötstation? Mit 15W-Kolben kommt man da vermutlich nicht weit?

Eine kaufen? Man muss ja nicht hunderte von Euros für eine Weller ausgeben, bei mir tut seit Jahren eine von Pollin für ganze 45€ ihren Dienst und das absolut klaglos und beschwerdefrei. Guckst Du BestNr 840054 oder 840185

Gruß
blues

corne

*****
YaBB God
Beiträge: 941
Gespeichert
Da Weller recht gute Qualität hat und auch einzelne Ersatzteile lieferbar sind, habe ich meine gebraucht in Einzelteilen in der Bucht geschossen. Gesamtpreis um die 100 EUR, hätte neu das 5fache gekostet.
Move your ass for rock 'n roll baby .... move!!

roseblood11

*****
YaBB God
Beiträge: 1.239
Gespeichert
Zwei billige Kolben von Pollin, die denen der Lötstationen exakt gleichen, sind mir schon unter den Händen zerfallen...

Ich denke, ich werde mir für meinen 60W-Kolben eine etwas dünnere meißelförmige Spitze besorgen, das sollte für Turrets ja passen. Bei Platinen und sehr kleinen Teilen ist mir der allerdings deutlich zu stark.

Majestic12

**
Jr. Member
Beiträge: 22
Gespeichert
Ich habe bei meinem Spitfire Bausatz auch gerade das Problem dass sich die Turrents nicht gut verzinnen lassen.
Lötstation ist eine geregelte 70Watt JBC, Lötzinn Stannol 60/40.

Die Turrets scheinen vernickelt zu sein, das Metall lässt sich mit Hilfe von "sanften" Flussmitteln kaum von der Oxidschicht befreien.
Ich probiere jetzt mal das Felden Zinn aus dem Shop und noch ein paar andere Flussmittel und Zinn Sorten aus der Arbeit ob sich irgendwas passendes finden lässt.


earnst

*****
YaBB God
Beiträge: 476
Gespeichert
Hallo,

ich habe gute Erfolge mit zusätzlichem, "selbstgebrautem" Flußmittel gemacht. Ich nehme Kolophonium (z. B. von einem bekannten süddeutschen Elektronik-Restpostenhändler. Der hat auch gleich passende Behältnisse mit Pinselchen oder Dosierspitze zum Auftragen ;-)  ) und löse das in Alkohol auf. Einmal als eher dünnflüssige Tinktur und einmal als dünnflüssiger Honig.

Das trage ich auf die zu verzinnenden Teile auf, was gegenüber Flußmittel, das mit dem Lot zuerst an die Kolbenspitze kommt und dort zum Teil schon verdampft, Vorteile hat.

mfg ernst

Majestic12

**
Jr. Member
Beiträge: 22
Gespeichert
Zitat von: earnst am Mär 23, 2017, 12:11
Hallo,

ich habe gute Erfolge mit zusätzlichem, "selbstgebrautem" Flußmittel gemacht. Ich nehme Kolophonium (z. B. von einem bekannten süddeutschen Elektronik-Restpostenhändler.

Werd ich mal ausprobieren. Dieser besagte Laden ist 15 Minuten mit dem Auto von mir entfernt :)

Ich hatte erst von kurzen eine Lötschulung nach IPC 610 zur Herstellung hochzuverlässiger Lötstellen und meine Unterlagen sagen dass für Nickeloberflächen Flussmittel vom Typ F-SW32 oder auch F-SW34 geeignet sind.

hatta

Gast
Gespeichert
Habt ihr schonmal probiert, die Turets vorher mit einem Schleifvlies anzuschleifen?

bazookajoe

*****
YaBB God
Beiträge: 262
Ich liebe dieses Forum!
Gespeichert
Ich kann bestätigen daß es mit dem Lötzinn von Tube Town gar kein Problem ist, keine Lötstation, 30w Weller Lötkolben, ohne lang anheizen. Seltsam, das Stannol das ich hier habe trägt die selbe Bezeichnung Sn60Pb39Cu1 und das perlt ab.

Holzdruide

*****
YaBB God
Beiträge: 2.221
I shot the Sheriff
Gespeichert
Hallo
Zitat von: bazookajoe am Apr 07, 2017, 04:50
Seltsam, das Stannol das ich hier habe trägt die selbe Bezeichnung Sn60Pb39Cu1 und das perlt ab.
Die Formel sagt 60% Zinn, 39% Blei, 1% Kupfer
es ist aber auch ein Flussmittel enthalten, und das dürfte nicht das gleiche sein.

Gruß Franz

Majestic12

**
Jr. Member
Beiträge: 22
Gespeichert
Zitat von: Holzdruide am Apr 07, 2017, 10:55
HalloDie Formel sagt 60% Zinn, 39% Blei, 1% Kupfer
es ist aber auch ein Flussmittel enthalten, und das dürfte nicht das gleiche sein.

Gruß Franz

Ja, das unterschiedliche Flussmittel macht den Unterschied in der Verarbeitbarkeit aus.
Obwohl das Material der Turrets trotzdem nicht ganz einfach zu löten ist, da gibt es auch bessere Oberflächen.