JTM45 Hauptsicherung fliegt - Netzteil defekt?

Begonnen von punica, Aug 14, 2024, 02:42

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punica

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Hallo Zusammen,

ich habe einen JTM45 seit einem Jahr im Einsatz und gestern Abend ist er nach ca 2. Stunden mitten im Betrieb ausgefallen.
Der Amp ist nach original Marshall Plan aufgebaut und hat nur ein PPIMV zusätzlich verbaut.
Netzteil ist ein TT-tt-pwJTM45 mit TT-otjtm45D Übertrager.

Nach erster Fehlersuche ist die Hauptsicherung geflogen (1AT), die Hochspannungsseite (500mA) ist okay.
Röhren habe ich alle gezogen und mit neuer Sicherung, gleiches Bild, die Sicherung fliegt direkt nach Umlegen des Schalters.

Jetzt meine Frage, wie sinnvoll weitermachen?
Wie kann ich das Netzteil vernünftig durchmessen?
Und wenn ein Defekt vorliegt, wie kann ich systematisch die Ursache finden (und beheben)?

Ich bin dankbar über jede Hilfe!  :danke:

carlitz

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Ohne Röhren fliegt die Sicherung, das riecht nach Netztrafo.

Löse mal alle Sekundärwicklungen vom Board und schalte noch einmal ein.

Sicherung fliegt? Falls nein, verbinde mal nur die Heizleitungen. Ergebnis?
If you don't know how to fix it, stop breaking it!

punica

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Okay Mist, werde ich mal machen.
Dann heißt ja eigentlich Ursachenforschung betreiben.
Oder brennen die einfach mal so ab?
:facepalm:

punica

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Update:
Nachdem auch das Ablöten der Sekundärleitungen nichts half hab ich den NT jetzt komplett rausgenommen und durchgemessen.
Ich hab noch einen identischen hier für ein anderes Projekt, daher lassen sich auch die Gleichstromwiderstände gut vergleichen.

Primär scheint alles i.O , Sekundär fällt der geringe Widerstand bei den B+ Leitungen (rot-rot) auf.
12 Ohm zu 134 Ohm beim Vergleichstrafo.
Also wahrscheinlich doch die Sekundärwicklung durchgebrannt.

Aber warum? Den neuen mag ich nicht einfach Einlöten und hoffen alles läuft wieder....

Volka

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Moin...

wie hast du den Amp denn betrieben? Musste die Endstufe richtig "leiden", also volles Programm (evtl. mit Powersoak o.Ä.) oder eher nur gemäßigt (normale Proberaumlautstärke um mit unverstärkten Drums mitzuhalten)? Das kann nach 2 oder mehr Stunden schon einen Unterschied machen,,,

Gruß,
Volka

punica

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Moin Volka,

der Amp lief gestern bei Zimmerlautstärke in meinem Hobbyzimmer.
Also Mastervolume relativ niedrig und auch nur leicht angezerrt.
Bias der KT66 ist auch eher kühl eingestellt, die sollen lange halten....

Volka

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#6
das ist schon ärgerlich...
Habe mal nachgeschaut: der TT-Trafo kann sek. 200mA ...das sollte eigentlich passen (ich hatte vor einiger Zeit ein ähnliches Problem mit einem von mir wohl zu knapp bemessenen TT-Trafo).

Vergleichbare Netztrafos von anderen Anbietern haben auch mal 250 mA oder mehr...aber ich kann mir nicht vorstellen, dass z.B. 50mA mehr zwischen Leben und Tod entscheiden.

der Tube Amp Power Transformer Current Draw Calculator gibt bei 1xGZ34 2xKT66 3x12AX7 folgendes aus:

Dirk

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Zitat von: Volka am Aug 14, 2024, 10:47
das ist schon ärgerlich...
Habe mal nachgeschaut: der TT-Trafo kann sek. 200mA ...das sollte eigentlich passen

Der Transformator leistet tatsächlich 250 mA CT. Aus Sicherheitsgründen haben wir die Angaben auf 200 mA angesetzt um noch ausreichen Reserve zu haben, da es oft vor kommt, dass die Transformatoren überlastet werden, weil einfach die falschen Werte verwendet werden oder der Unterschied zwischen AC und DC nicht bekannt ist und der Strombedarf falsch berechnet wird. Hinzu kommt, dass nach dem Einbau oftmals keine Überprüfung der Spannungen und der tatsächlichen Strom Auf - und auch Abgabe erfolgt und der Transformator dann über längere Zeit knapp über Maximum betrieben wird, mit der Folge dass dieser dann früher oder später ausfällt. Daher sollte es Pflicht sein, durch Messung nach dem Einbau des Transformators sicher zu stellen, dass sich die Spannungs- und Strom-Werte alle im zulässigen Bereich bewegen.

Gruß, Dirk
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punica

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Danke Dir Volka! Den Calculator kannte ich noch garnicht.
Ich komme mit RLoad von 6,6k auch nur auf 163,49mA, da sollte also Luft nach oben sein.

Die Spannungen habe ich alle gemessen, sind alle innerhalb der Toleranz und auch die Ausgangsleistung bewegt(e) sich mit knapp 30W im gesunden Bereich.


Volka

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Hallo Dirk,

da muss ich nochmal herzhaft schmunzeln (über mich):
Die von dir aufgeführten Fakten sind genau die Gründe für den damaligen Ausstieg meines Netztrafos... ;D

Gruß
Volka

Dirk

Dirk M.
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Das Thema wir leider sehr oft unterschätzt. Viele gehen davon aus, dass alles in Ordnung ist, wenn die Sicherung beim Einschalten nicht fällt, sich dann aber wundern, wenn der Transformator nach ein paar Monaten aussteigt.

Wir hatten letztes Jahr den Fall bei einem professionellen Amp-Bauer, dass eine größere Anzahl von Hammond Netztransformatoren nach ein paar Monaten ausgefallen ist, immer mit dem gleichen Schadbild. Es hat sich dann heraus gestellt, dass er den Strombedarf der Heizung falsch berechnet hatte und die Heizwicklung permanent überlastet wurde und irgendwann ausgestiegen ist. Hätte er gleich richtig gemessen und geprüft, dann wäre ihm sehr viel Schaden erspart geblieben.

Gruß, Dirk
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Helmholtz

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#11
Zitat von: punica am Aug 14, 2024, 02:42
Nach erster Fehlersuche ist die Hauptsicherung geflogen (1AT), die Hochspannungsseite (500mA) ist okay.

Wo hat ein JTM45 eine 1AT Sicherung?
Laut Marshall Schaltplan ist die Netzsicherung 2AT.
(Natürlich ist eine zu knapp bemessene Netzsicherung nicht für den Ausfall des PT verantwortlich.)
Sind die Ruheströme der Endröhren vernünftig eingestellt?

punica

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Der Amp ist grundsätzlich nach den Plänen von Dirks JT45 aufgebaut, daher auch die 1A Sicherung.
Spannungen sind wie gesagt auch auf Grundlage der Schaltplan Angaben überprüft und Bias vernünftig eingestellt.
Das kontrolliere ich auch regelmäßig, wobei der Ruhestrom bisher nicht gewandert ist.

Dirk

Dirk M.
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Zitat von: punica am Aug 14, 2024, 11:45
Das kontrolliere ich auch regelmäßig, wobei der Ruhestrom bisher nicht gewandert ist.

Das hat aber keine Aussagekraft bezüglich Überlastung des Netztransformators. Nach der Inbetriebnahme sind neben der Prüfung der Schutzeinrichtungen (Widerstandswerte) auch die tatsächlichen Spannungen und Ströme zu ermitteln und auch zu dokumentieren, am besten ins Gehäuse schreiben.

Hier die drei häufigsten Fehler und ihre Ursachen:

Ringkern: Wicklung hat keinen Durchgang. Ursache: der Transformator wurde an den Litzen getragen was dazu führen kann, dass die Lötstellen aufreißt
Aus diesem Grund markieren wir alle unsere Transformatoren mit roten Warnetiketten, die explizit darauf hinweisen.

Bei Netztransformatoren mit Universeller Primärwicklung: Kein Durchgang mehr, Sicherung fiel nach einschalten. Ursache: in der Regel falscher Anschluss der Wicklungen oder nicht benötigte Litzen werden mit dem Chassis verbunden statt diese isoliert frei im Gehäuse zu belassen. Dieser Fehler passiert häufig bei Anfänger.

Und Ausfall wie in diesem Fall beschrieben: meist Überlastung durch zu hohe Stromaufnahme, falsch Berechnung der Leistung und fehlende Kontrolle.

Gruß, Dirk
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punica

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#14
Erstmal gute Nachrichten, der Amp läuft wieder.  :guitar:

Der Ersatztrafo funktioniert einwandfrei, Spannungen gemäß Schaltplan im Toleranzbereich und der Ruhestrom der KT66 lag noch immer wo er hinsollte.
Ich betreibe den Amp gerade sogar mit einer 500mA Sicherung, hatte keine 1A mehr da, seit ner halben Stunde auch bei höheren Lautstärken kein Problem.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich noch messen soll oder was zu dem Ausfall nach meinem Verschulden hätte dazu führen sollen, dass der Trafo überlastet wird.
Das finde ich schlimmer als Lehrgeld bezahlen zu müssen, weil man was "falsch" gemacht hat.

Nachtrag: ich hab jetzt nochmal ne gute Stunde mit dem Amp gespielt, bei fast 30° im Zimmer und der Trafo wird nichtmal handwarm. Die 500mA Sicherung hält auch noch. Also ich glaube immer noch nicht dass es an einer Überlast gelegen haben soll