TT Jim - leichtes Brummen - Normal od. Fehler??

Begonnen von ast_lindau, Mär 29, 2025, 10:52

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ast_lindau

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Hallo Selberbaugemeinde,
ich habe wieder mal meinen TT Jim ausgekramt und in wieder seiner Bestimmung zugeführt   :guitar: . Mir Fällt auf, dass er ein leichtes Brummen hat.
Das Brummen ist Lautstärke unabhängig, lediglich bei Aufdrehen des Masters kommt etwas Rauschen hinzu. Dieses Rauschen sehe ich als völlig normal an.
Das "Brummen" stört beim Spielen nicht - ist da auch nicht hörbar.
Ich bin mir nicht ganz sicher ob es sich um einen "Fehler" oder um eine Normalität handelt. Dirk sprach in einem Beitrag davon dass SE Endstufen kritischer sind wie PP Endstufen.
Ich gehe davon aus - da unabhängig von MasterVol - das "Brummen" eher in der Endstufe entsteht.

Folgende Checks habe ich bereits ohne Verbesserung durchgeführt.
- Spannungen liegen alle um die Werte wie im Schaltplan bzw. sind insg. stimmig.
- Kontrolle aller Lötpunkte insb. auf PSU und Platine
- Kabel gekürzt
- Positionsveränderungen der EL84 Anschlusskabel brachten keine Verbesserung
- Optimierung der Kabel insb. im Bereich der Endstufe - siehe Bild - brachte ebenfalls keine Veränderung
- Kontrolle und nachlöten der Symetrierwiderstände der Heizung (Widerstände weichen nur gering im Effektivwert ab 99,7 Ohm zu 100Ohm)
- Massestern, Kontakt zu Chassis
- R6 habe ich mit 8,2K und 10k getestet - jeweils gleiches Ergebnis
- Klangbild erwartungskonform und ohne neg. Auffälligkeiten


Die Aufnahme wurde ohne angeschlossene Gitarre, Tone-Potis Mittelstellung, Vol-Poti max. Master Vol wurde zum Schluß der Aufnahme auf Maximum gedreht.
(Leider habe ich z.Z. kein Oszilloskop und die Diagnose zu professionalisieren)

Ich freue mich über Eure Rückmeldungen und Erfahrungen?






ast_lindau

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Ich habe gerade mit einem Oszilloskop die Heizspannung untersucht. Symetrierung funktioniert einwandfrei, Spannung an jedem Widerstand gleich hoch, Phasenverschiebung+, sauberer Sinus.

ast_lindau

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#2
Messung JIM  (Vol 0, Master 0, B,M,T = Mitte)
B1 = 269,8V,  Restwelligkeit, Brummspannung: Vss 2,58V, 100hz
B2 = 251,0V,  Restwelligkeit, Brummspannung: Vss 180mV, 100hz
B3 = 196,9 V, Restwelligkeit, Brummspannung: Vss 8,2mV, 75hz

Heizspannung:     V(R23)ss 9,049V, Veff 6,39V
                                V(R24)ss 9,048V, Veff 6,38V

Brummspannung EL84 Pin 2 u 7 bei Vol=0 und Master = 0; Brummspannung an Pin 7 252mV 100hz
Brummspannung EL84 Pin 2 u 7 bei Vol= max und Master = max; Rauschen (normal) überlagert o.g. Brummspannung

Rene2097

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#3
Hallo,

du hast ja schon einige Punkte abgearbeitet und auch die Restwelligkeit sieht sehr gut aus. Ich vermute mal, dass es irgendwo eine Einstreuung gibt. Ich würde als erstes die zwei Vorstufenrühren ziehen und schauen, ob die Endstufe alleine schon brummt. Bei SE-Endstufen fehlt die "Selbstkorrektur" durch Phasenauslöschung.

EDIT: Was mir noch auffällt. Bei deinem Ausgangssignal zeigt das 100hz Brummen in jeder zweiten Periode ein Überschwingen.

Gruß, René

ast_lindau

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Danke für die Auführungen. Ich gehe ebenfalls von einer Ursache in der Endstufe aus. das Eingangssignal an der El84 hat im wesentlichen nur etwas Rauschen. Gezogene ECC83 bringen keine Veränderung. Entweder ist die El84 Ansicht die Ursache oder ggf. vibriert der Ringkerntrafo und überträgt sich auf die EL84. Ich baue gerade an einer entkoppelten Halterung für den Ringkerntrafo.

Helmholtz

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Wie/was auch immer, maßgeblich ist der messbare Brumm am LS Ausgang.

ast_lindau

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#6
Nochmal eine kurzes Update:
- Brummen entsteht definitiv in der Endstufe (nochmaliges Ziehen der beiden ECC83) - Oszi-Bild an Anode, Gitter etc. bzw. LS unverändert
- mechanische Entkoppelung von Ringkerntrafo ohne Auswirkungen
- Wechsel LS Kabel (Einstreuungen) ohne Auswirkungen

Fazit:
- Die Brummspannung am LS bzw. der Anode mit den Überhöhungen und Überhöhungen deutet - sofern es nicht Normal ist - sicherlich auf Einstreuungen od. einen Defekt der Röhre hin.

Weiter Berichte folgen :-)




cca88

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Zitat von: ast_lindau am Apr 02, 2025, 09:30
Nochmal eine kurzes Update:
- Brummen entsteht definitiv in der Endstufe (nochmaliges Ziehen der beiden ECC83) - Oszi-Bild an Anode, Gitter etc. bzw. LS unverändert
- mechanische Entkoppelung von Ringkerntrafo ohne Auswirkungen
- Wechsel LS Kabel (Einstreuungen) ohne Auswirkungen

Fazit:
- Die Brummspannung am LS bzw. der Anode mit den Überhöhungen und Überhöhungen deutet - sofern es nicht Normal ist - sicherlich auf Einstreuungen od. einen Defekt der Röhre hin.

Weiter Berichte folgen :-)

Löt doch mal den Koppelkondensator zur Treiberstufe an der endstufenseitig  aus

Grüße
Jochen

Röhre69

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https://www.valvewizard.co.uk/pentode.html

Der baut einen Kondensator Cg2 ein (Small Signal Pentode). Das kann man natürlich auch bei der EL84 machen. Evtl. hilft´s. Hab´ ich bei meinem EL84SE-HIFI auch so gemacht.

viele Erfolg

Rene2097

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Hallo,

Anfangs hatte ich auch eine Einstreuung vom Trafo vermutet. In dem Fall würde ich aber ein 50 Hz Brummen erwarten und nicht die von dir gemessenen 100 Hz.

René

Röhre69

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Der 4,7µF ist ein Folien-C MKP4

ast_lindau

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#11
Ich habe den C12 entfernt - keine Änderung
Ich habe einen 47nF (gem. Berechnung bei https://www.valvewizard.co.uk/pentode.html) eingebaut - keine Anderung - keine Abschwächung der Störung im Oszbild

Ich habe nochmals den Pin 7 (Anode) von der EL84 und die Spannung B1 überlagert - Anbei das Oszibild. Es könnte demnach eine Überlagerung von B1 auf die EL84 sein.

PS.: Vielen Herzlichen Dank an die vielen Beiträge zur Lösung meines Problems

Helmholtz

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Gab es schon ein Oszi-Bild des Brumms am LS Ausgang?

Röhre69

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Die 47nF sind viel zu wenig C. Da brauchst Du was im µF-Bereich. Soll dafür sorgen, dass Restwelligkeit am Schirmgitter minimiert wird. Grenzfrequenz deutlich unter 50 Hz wählen. Für ausreichende Spannungsfestigkeit sorgen.

Ansonsten R3 und/oder R6 durch eine Drosselspule ersetzen.

So ein C im µF-Bereich ist weitaus weniger kostenintensiv (ca. 5 €, Folien-C verwenden, nicht Elko) als Drosselspulen und nimmt auch viel weniger Platz ein.

ast_lindau

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Danke für deine Ausführungen - ich werde einen C organisieren
Ich habe das Netzteil ausgebaut und den Jim mit ausgelagerten Netzteil betrieben - negativ
Anbei das Oszi-Bild vom LS Ausgang (Rot), Pin 7 (gelb), LS Ausgang Vss=10mv