Wärmebild / Thermografie

Begonnen von Röhre69, Mär 14, 2026, 09:51

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Röhre69

*****
YaBB God
Beiträge: 580
volles Rohr
Gespeichert
Hallo zusammen,

hat schon jemand Erfahrung mit Wärmebildaufnahmen / Thermografie von Röhrenverstärkern?

Also zuerst Wärmebildaufnahme von funktionierendem Verstärker machen, bei Defekt neue Aufnahme machen und dann vergleichen. Wie hilfreich ist dieses Werkzeug? Gibt´s Empfehlungen für bestimmte Bildermaschinen oder Smartphoneaufsätze? Inwieweit stört die relativ hohe Temperatur der Röhren im Vergleich zu sonstigen Bauteilen die Aussagekraft von IR-Aufnahmen (also überstrahlen die Röhren den Rest)?

Zukunftsmusik oder Utopie: Vielleicht entsteht hier eine Wärmebilddatenbank(?).

(Man sollte dann gewisse Specs vornehmen z.B. Umgebungstemperatur ca. 20°C, 10, 20 oder 30 min Betrieb etc.)

In anderen Bereichen der E-Technik (z.B. Schaltschränke) wird diese Methode bereits erfolgreich eingesetzt.

schönes Wochenende

cfortner

****
Sr. Member
Beiträge: 141
Gespeichert
Moin,

ich bin gerade dabei, meinen Hiwatt DR405-Clone wärmemässig zu messen, da ich die sechs 6550 gegen Verellen Octals ausgetauscht habe.

Das sind MOSFET-Ersatzschaltungen für Endröhren für Anodenspannungen bis 700V. Der Amp hatte vorher mit 6550 285W bei ca. 10% THD, mit den Octals 340W bei 8%!

Da Verellen über 500V Lüfter empfiehlt, habe ich welche eingebaut und möchte die Temperaturen (ohne bis ca. 115 Grad Oberflächentemperatur) kontrollieren.

Habe eine Thermal Master P3 bestellt, die kann viel und ist gerade noch erschwinglich.

Ich werde die Ergebnisse hier mal reinstellen.

Ob man baugleiche Amps vergleichen kann - da müssten alle anderen Bedingungen auch stimmen, von Netzspannung über Raumtemperatur bis zu Luftströmungen und Endröhren. Stelle ich mir schwierig vor.

Röhre69

*****
YaBB God
Beiträge: 580
volles Rohr
Gespeichert
Interessante Angelegenheit!

roehrich

*****
YaBB God
Beiträge: 404
Gespeichert
Aus eigener Erfahrung (nicht mit Röhrenverstärkern) im Job, weiss ich, dass die Zuverlässigkeit des Messergebnisses sehr stark vom Emissionsgrad der Oberfläche abhängt. Eine spiegelnde Opberfläche wird dabei regelmässig kälter angezeigt, als sie wirklich ist. Die Absolutmessungen sind also nicht immer zuverlässig, bei Vergleichen Vorher-Nachher kann das vermutlich egal sein, wenn sich aber die Verhältnisse ändern, verschiedene Geräte, Staubschicht, Oberfläche Kathodenmaterial, Schwärzung Glaskolben, Rost am Chassis ... kann das eine Rolle spielen. Es gibt spezielle (natürlich teure) Klebebänder oder Punkte, um den Emissionsgrad am Messpunkt passend zu gestalten. Und es gibt auch low-cost Alternativen. FLIR hat dazu einen interessanten Artikel parat (inklusive Illustration des Problems): https://www.flir.com/de-de/discover/rd-science/use-low-cost-materials-to-increase-target-emissivity/

Ciao Sebastian

Röhre69

*****
YaBB God
Beiträge: 580
volles Rohr
Gespeichert
Die unterschiedlichen Emissionsgrade der unterschiedlichen Bauteile / Materialien könnte man dadurch "eliminieren": Gerät im ausgeschalteten Zustand lange Zeit stehen lassen, damit sichergestellt ist, dass alles die gleiche Temperatur aufweist. Dann sieht man, wie stark die unterschiedlichen Bauteile relativ zueinander in ihrer Temperatur "lügen". Oder liege ich da falsch?

roehrich

*****
YaBB God
Beiträge: 404
Gespeichert
#5
Jein. Wie der Link oben zu FLIR zeigt, kann eine spiegelnde Oberfläche komplett falsche Werte ergeben, bis hin zu dem Phänomen, dass sie nahezu immer mit Umgebungstemperatur gemessen wird, egal wie heiß der Körper wirklich ist. Das ist leider nicht nur ein Offset.