Fender Vibro King: Netztrafo wird heiss

Begonnen von gg.music, Aug 21, 2007, 10:36

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

gg.music

*
Starter
Beiträge: 7
Gespeichert
Hallo, neu im Forum und gleich eine Frage, die vielleicht nicht nur Vibro King Besitzer interessiert. Der Netztrafo meines Amps wird heiss, richtig heiss, so dass man ihn nach einer gewissen Zeit nicht mehr anfassen kann. Gemessen: >70 Grad C. Bei meinen diversen anderen Amps ist das überhaupt nicht der Fall. Insbesondere wenn sie im Standby Mode sind, werden die allenfalls handwarm. Anders der Fender Vibro King, egal ob im Standby, im Betriebszustand oder nach 1 Stunde abrocken, das Ding (also der Netztrafo) wird gleichermassen heiss. Also hab ich mal alle Röhren rausgezogen und sogar die Kontrollleuchte ausgebaut. Laut Schaltbild sind dann nur noch die 100 Ohm Wdstd. für die Balance der Heizspg. im Betrieb, trotzdem wird der Netztrafo (sau)heiss. Zuletzt viel mir noch mein "Powermeter" ein, das misst mit ausgebauten Röhren immer noch 0,5 A auf der Primärseite, allerdings mit hohem induktiven Anteil (cos-phi = 0,2). Mein Verdacht ist, dass der Netztrafo selbst einen Defekt hat. Die Spannungen im Amp sind allem Anschein nach jedoch ok, z.B. messe ich bei der Heizspg. 6,3 VAC, demnach müsste primärseitig wohl alles ok sein mit dem Trafo. Ich bin für jeden Hinweis dankbar. Falls jemand einen Vibro King hat, der könnte mir einen großen Gefallen tun, wenn er mal checkt, ob der Netztrafo ebenfalls so heiss wird. Amp einfach auf Power On, Standby Mode (d.h. also Standby Schalter nicht aktiviert) und einfach 1 oder 2 Stunden warten, dann den Netztrafo checken, ob und wie heiss der geworden ist.
Thanks, gg.music

Hostettler

*****
YaBB God
Beiträge: 964
tubi or not tubi!
Gespeichert
Hallo "Frischling"  ;D

Uii, das hört sich nicht so gut an.
Vermutlich ist der Netztrafo schon halbwegs über den "Jordan" gegangen. Das heisst, möglicherweise hat er im innern einen Kurzschluss, welcher dafür sorgt, dass auch bei niedriger Belastung die volle Leistung gezogen wird und daher heiss läuft.

Grüsse aus der Schweiz

Hoschi

Basstler

*****
YaBB God
Beiträge: 337
Gespeichert
Hallo,

in neuerer Zeit werden leider häufig Netztrafos nach Fertigstellung verschweißt. Das erkennt man an ein oder zwei Schweißnähten die über das Metalllamellenpacket laufen. Dies soll mech. Brummgeräusche verhindern. Leider fließen dann jedoch so hohe Wirbelströme in den Trafoblechen, daß diese Trafos schon im Leerlauf sehr heiß werden. Schau dir den Trafo mal genau an oder frag mal bei Fender nach ob so ein Trafo da eingebaut ist.Wenn ja ist die Erwärmung unbedenklich.

Eckhard

gg.music

*
Starter
Beiträge: 7
Gespeichert
Hallo Basstler, das ist ja ein interessanter Aspekt ! Auf den ersten Blick erkenne ich zwar keine Schweissnähte auf dem Trafo, allerdings ist auf der Unterseite ein ca. 5 cm breites Kupferband zu erkennen, das offensichlich rund um den Trafo verläuft. Ich bin elektrotechn. nicht ganz ahnungslos, die speziellen Kenntnisse über Netztrafos sind allerdings nicht stark ausgeprägt. Solche Kupferumhüllungen habe ich schon des Öfteren gesehen, ohne mir über den Zweck bewusst zu sein. Verursachen die u.U. ebenfalls die erwähnten Wirbelströme ?
Bei Fender (Customer Relations) habe ich meine Frage ebenfalls gestellt (nach der Trafoerwärmung, nicht nach dem Trafotyp), von dort hab ich jedoch noch keine Antwort erhalten. Ich bleibe logischerweise am Ball und poste das Ergebnis.
Thanks, Gerhard

Basstler

*****
YaBB God
Beiträge: 337
Gespeichert
Hallo Gerhard,

die Wirbelstromverluste entstehen wenn die Lamellen des Trafos(die jeweils eine isolierte Seite haben) miteinander
kurzgeschlossen sind.
Deswegen sollte man beispielsweise auch die Befestigungsschrauben wenn sie durch das ganze Lamellenpacket laufen einseitig mit Kunststoffscheiben o.ä. isolieren.
Was nun unter den Kupferbändern ist kann ich dir leider auch nicht sagen.
Generell kann man aber auch sagen , daß heutzutage die Trafos von der Eisenseite her immer mehr unterdimensioniert werden- auch dann steigt die Betriebstemperatur an.

Also langen Geschwafels kurzer Sinn:
Wenn der Trafo nicht über 70 Grad heiß wird und einigermaßen  die Wärme abführen kann ist das o.k.

Weiterhin Hot Licks
Eckhard

gg.music

*
Starter
Beiträge: 7
Gespeichert
Hallo Eckhard, möglicherweise hat das Kupferband den gleichen Zweck, wie die Schweissnähte, oder es sind sogar welche unter dem Band. Am "Eisenmangel" kann´s in diesem Fall nun wirklich nicht liegen, für einen Amp mit 2 x 6L6 (plus eine 6V6 als Reverb-Driver) ist da ein Mords-Trafo drin. Immerhin ist es ein Custom Shop Amp. Meine Sorge, dass da was nicht ok ist, liegt darin begründet, dass ich den Amp zwar gebraucht, jedoch in einem Musikladen gekauft und deshalb Gewährleitung habe. Für den 2nd Hand Preis hätte man allerdings immer noch 2 andere gute Röhrenamps kaufen können. Und da wär´s schon gut zu wissen, dass der Amp ok ist.
Anyway, ich warte in jedem Fall mal auf die Antwort von Fender USA, so sie denn kommt. Und ich hoffe immer noch auf einen freundlichen VK Besitzer, der seinen Amp einfach mal 1 oder 2 Stunden auf Stanby stehen lässt, die Temperatur des Netztrafos checkt und mir das Ergebnis kurz mitteilt.
Klar, wenn ich was rausfinde, werdet Ihr alle es erfahren.
So long, Gerhard

gg.music

*
Starter
Beiträge: 7
Gespeichert
Hallo Leute, hat denn hier wirklich keiner einen Vibro King ? Ich dachte, im Fender Forum treffen die sich alle !?
Gruß Gerhard

Mesa

***
Full Member
Beiträge: 67
Ich liebe dieses Forum!
Gespeichert
Hallo Gerhard,

habe meinen Vibroking mal in Gang gesetzt und kann Dir sagen, dass der Netztrafo im Standby-Betrieb und auch beim Spielen mit kleiner Lautstärke nur leicht warm wird.

Ich hoffe, Du kannst bei Deinem den Fehler finden.

Grüße
Michael

gg.music

*
Starter
Beiträge: 7
Gespeichert
Hallo Michael,
ganz herzlichen Dank, das hilft mir ein gutes Stück weiter. Ich will keinem Phantom hinterherjagen und ein direkter Vergleich mit einem anderen VK ist wohl die beste Gewähr, dass mein Amp einen Defekt hat. Ich habe mit einigen Leuten gesprochen, auch mit erfahrenen Amptechnikern, und die erste Antwort ist immer, dass Röhrenamps eben heiß werden. Danach folgt vielleicht noch eine Horrorstory, dass man mal einen Amp hatte, der 1000 Grad heiß wurde ... ! Und dennoch keinen Defekt hatte. Naja.

In der Zwischenzeit habe ich den Amp zur Werkstatt des Musikshops gebracht, wo ich das Teil gekauft habe. Der Techniker hörte sich geduldig meine Story an und will den Amp checken. Ich glaube, was ihn beeindruckt hat, ist der hohe Strom (0,5 A) ohne jegliche Belastung (ohne Röhren) und die Relation, dass im Standby mit Heizlast für immerhin 8 Röhren lediglich knapp 0,1 A mehr fliessen (gesamt dann knapp 0,6 A). Bis zum Ende der Woche will er das durchgezogen haben. Ich bin mal gespannt und werde berichten.
Gruß Gerhard

JMP

****
Sr. Member
Beiträge: 189
Ich liebe dieses Forum!
Gespeichert
Hallo,

Habe zwar keine Ahnung von Fender-Amps, geschweige denn kenne ich einen VK persönlich, denke mir aber folgendes:

Absoluter Leerlauf und Stromaufnahme von 0.5A entspricht einer Leistung von 120 VA. Falls man alle anderen Fehlerquellen ausschliessen kann (Verdrahtungsfehler, Printbruch etc.),liegt eindeutig ein Defekt des NT vor.
LG
Martin

7enderman

****
Sr. Member
Beiträge: 147
Gespeichert
Tag,
kein Vibro, aber der Pro unseres Sängers wurde auch mal nicht nur warm sondern heiß, und ich meine HEIß.
Da war es alles andere als Wirbelstrom sondern schlicht und ergreifend ein dem Tode geweihter PT... dafür spricht bei Dir auch die Stromaufnahme... was soll den Strom aufnehmen außer dem Kurzschluß den Du wohl schon irgendwo in der Wicklung hast.

Grüße
MIKE

jacob

*****
YaBB God
Beiträge: 4.436
Rote Amps klingen besser!
Gespeichert
Hi,

vielleicht hast Du ja auch etwas Glück und der Wurm steckt nur in den Eingangselkos/ Gleichrichter. Der Standby- Schalter sitzt ja dahinter.

Gruß

Jacob
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist grundsätzlich in der Praxis größer als in der Theorie. (Unbekannt)

Ein Mensch, der spürt, wenn auch verschwommen, er müsste sich, genau genommen, im Grunde seines Herzens schämen, zieht vor, es nicht genau zu nehmen. (Eugen Roth)

gg.music

*
Starter
Beiträge: 7
Gespeichert
Hi, herzlichen Dank Euch allen für die vielen Kommentare.

@jacob, das ist beim VK ein wenig anders, als bei den meisten Amps, der Standby Schalter sitzt direkt hinter der Hochspgs. Wicklung des PT, d.h. vor dem Gleichrichter und vor den Elkos.

Ich habe mit dem Techniker telefoniert, ist noch nicht endgültig, aber er sprach davon, dass da nix zu machen sei ! Sagt auch Fender (sagt er) ! Ich hab sowas schon befürchtet. Anfang der Woche wollen wir klären, was jetzt passiert. Ihr werdet´s erfahren.

jacob

*****
YaBB God
Beiträge: 4.436
Rote Amps klingen besser!
Gespeichert
Hi Gerhard,

hier ist ein Schaltplan des Vibro King:

http://www.bnv-gz.de/~ooehmann/schematics/fender/Vibro-King_Schematic.pdf

Danach sitzt der Stdby- Schalter hinter dem BGL und den Eingangselkos, wie ich schrub.

Hast Du denn bei Deinem schonmal nachgeschaut? Vielleicht hast Du auch eine andere Baureihe des Amps, wenn das bei Deinem tatsächlich nicht so ist wie auf dem Schaltplan.

Gruß

Jacob
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist grundsätzlich in der Praxis größer als in der Theorie. (Unbekannt)

Ein Mensch, der spürt, wenn auch verschwommen, er müsste sich, genau genommen, im Grunde seines Herzens schämen, zieht vor, es nicht genau zu nehmen. (Eugen Roth)

gg.music

*
Starter
Beiträge: 7
Gespeichert
Hallo Jacob,
ich finde das total prima, wie sehr Du Dich um die Sache bemühst. Danke.
Der Schaltplan ist offenbar der von der fender.com Webpage (die haben da massenweise schematics !). Auf Seite ist die erste Version dargestellt, die hatte noch eine 6BQ5 (EL84) Reverb Driver Röhre. Spätere Versionen erkennt man an dem 6V6 Halltreiber. Blätter mal auf Seite 2 oder 3 (das ist meine Version). Ich wusste nicht, dass auch im PS Änderungen vorgenommen wurden, so z.B. der Standby Switch.
Viele Grüße,
Gerhard