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Fender Bassman 70 - 2 Vorstufenröhren
Satzmeister:
Das mit nicht den erstbesten kaufen, sag ich mir schon die ganze Zeit!
Ich sollte mir ein Kärtchen basteln wo das drauf steht und gegen alle Geldkarten austauschen ;D
willie1968:
Mit dem 70'er wirste wahrscheinlich im Probenraum hinkommen. Gute wirkungsgradstarke Box verausgesetzt.
Der 70'er wird gerne im Studio eingesetzt, weil er 1 schönen Ton liefert. Aber eben nur 1 und nur in einer Lautstärke, für'n Minikneipengig ist der zu laut, für's OpenAir mit Bühne zu leise.
Der 135'er liefert in fast jeder Einstellung einen super Ton. Der Tip mit der Gegenkopplung hat ich an meinem mal ausprobiert, und für'n Bass für mich persönlich als nicht tauglich gefunden. Der Ton wird rauher dadurch. Geht dann mehr in Richtung 100'er.
Das Koppeln der Kanäle macht Sinn, und kann man auch gerne machen. Ich hatte einen A/B Switch dazu.
Satzmeister:
So!
Gestern habe ich mir den Bassman 70 mal angeschaut und angehört. Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Der Klang hat mir gut gefallen und laut war er auch - aber auch leise fand ich den Klang sehr angenehm, weicher und sanfter aber schön. Voll aufgerissen hat er auch schön verzerrt. Für meinen Geschmack hätte es noch etwas knurriger sein können - das Brücken könnte also für mich genau das Richtige sein!
@willie1968:
Danke für das Bestätigen der Unbedenklichkeit des Brückens. Du sagts, er wird gerne im Studio zum Aufnehmen eingesetzt, wegen seinem einem guten Sound. Welchen meinst Du? Gain 10, Master 10?
Nachdem ich schon ein bisschen mehr mit dem Schaltplan und den Begriffen anfangen kann (Ich lese noch, damit ich bald besser durchblicke) bleiben für mich noch ein paar Fragen offen:
- Verstehe ich es richtig, das ich beim Brücken durch das ansteuern zweier Vorstufenröhren mehr Druck auf die V2 bekomme und das daher mehr Vorstufenverzerrung resultiert? Könnte ich einen ähnlichen Effekt erzielen, wenn ich an V2 eine leistungsschwächere Röhre einsetze bzw. einen kleineren Widerstand vorschalte, so dass die Röhre einfach mehr Power abbekommt?
- Zum Thema Endstufenzerre:
Wikipedia schreibt bezüglich des Marshall Plexi:
"... Außerdem war und ist er wegen seiner obertonreichen, warmen (im Volksmund irrtümlich Endstufenverzerrung genannt) Verzerrung der Phasenumkehrstufe sehr beliebt. Das große Problem dieses Verstärkers bestand allerdings in der Lautstärke. Erst beim voll aufgedrehten Gain-Regler beginnt die Phasenumkehrstufe zu sättigen. Dieses Problem wurde erst 1976 mit dem „Master-Regler“ behoben, der eine unabhängige Lautstärkenregelung von Vor- und Endstufe erlaubt. Der Sound entspricht jedoch nicht dem einer gesättigten Phasenumkehrstufe, so dass viele Gitarristen Power-Soaks bevorzugen [...] Alternativ bietet sich auch der Einbau eines PPIMV (Post-Phase-Inverter-Master-Volume; ein Mastervolume nach der Phasenumkehrstufe) als Endröhrenschonende Alternative."
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_Plexi
Könnt Ihr diese Aussage bestätigen? Ist es wirklich die Phasenumkehrstufe, die die schöne Verzerrung erzeugt? Wenn ja, dann sollte der Umbau auf PPIMV ja die geniale Lösung sein und mir (sollte ich den Amp kaufen) bei beliebiger Lautstärke die schöne "Endstufenverzerrung" bieten! Und der Wechsel dieser Röhre müsste dann ja gewaltigen Einfluss auf den Sound haben.
- Sollte das vorgenannte so nicht richtig oder nur teilweise richtig sein (Ich vermute mal, es ist ein Teil des Puzzles), dann müsste ich doch, in dem ich statt zwei 6L6 zwei 6V6 verbaue, leichter in die Endstuffenverzerrung kommen?
Sollten sich die Annahmen als richtig erweisen, nehme ich an, dass ich durch Einsatz bewusst ausgewählter Vor- und Endstufenröhren, einen PPIMV und Brücken der Kanäle (bzw. niedriger Widerstand) mehr als einen guten Sound aus dem Amp holen können und so MEINEN Sound bauen können?
Schließlich gehören Amp und Boxen ja zum Instrument!
Vielen Dank für Eure schon gemachten und noch kommenden Beiträge!
mc_guitar:
Hallo,
Ich hab einen Marshall 1959SLP und dort ein Lar-Mar PPIMV drin. Damit kann man leiser einen Verzerrten Sound hinbekommen, besser als mit einem normalen Master. Dennoch klingt es erstens völlig anders als wirklich Laut gespielt, den selben Sound zu bekommen, nur leise ist eine Illusion! Die Physik kann man nicht überlisten, man stößt einfach an Grenzen z.B. beim Lautsprecher oder eben auch bei den Endröhren, den Verhältnissen/Sättigung im AÜ etc.
Bekommt man damit oder mit einer Power-Soak noch ganz gute Ergebnisse, kann man vergessen aus so einem "OneTrickPony" mit nur einem guten Sound plötzlich ein vielseitiges Arbeitstier zu bekommen. Das geht nicht so einfach!
Mit 6V6 von JJ z.B. kann man experimentieren, viel leiser wird das auf keinen Fall sein! Etwas früher in die Sättigung vielleicht, aber ob es das ausmacht? ich zweifle! Und weiterhin hat der Sound nur eine nutzbare Lautstärke!
Grüße Micha
Satzmeister:
So, jeden Tag werde ich etwas schlauer, Fragen werden beantwortet und neue stellen sich.
So z.B. weiß ich inzwischen, dass es sein kann das sich beim Brücken die Phasen überlagern können und so ganze Teile des Tonspektrums ausgelöscht werden (könnte ein Grund sein, warum das Brücken allgemein wegen nicht gutem Klang eher negativ gesehen wird). Und dann gibt es so tolle Errungenschaften deutscher Ingenieurskunst, wie die von Lehle, die ein Phasenumkehrschalter und vieles mehr haben und können (http://www.thomann.de/de/lehle_dual_sgos.htm) :laugh:
Eine weitere wichtige Erkenntnis der letzten Tage (durch das Betrachten von Schaltplänen und lesen von Fachliteratur) ist, dass ich ganz klar meine Grenzen sehen konnte, und jetzt daran arbeiten kann sie zu verschieben.
@mc_guitar: Danke für Deine Information. Der PPIMV kommt auf die Liste der Tuningmaßnahmen. Ich möchte gar kein wirklich vielseitiges Arbeitstier, sondern einfach nur das Spektrum der schönen Röhrensound etwas erweitern - alles raus kitzeln. Ja, ich mag auch Hot Rods!
Eure Erfahrungen zu dem Anteil der (überteuerten) Phasenumkehrstufe zum Sound interessieren mich noch weiter sehr!
Ha, der Arbeitspunkt und ihn zu manipulieren... Da muss ich meine Nase noch mal tief in die Bücher stecken!
Neu aufgetreten ist auch die Frage, wie mit der UL Schaltung vom Bassman 70 umgehen.
Dazu habe ich in der Arbeit von röhrenlehrling-ordi (Tausend Dank für Deine tolle Arbeit!) gelesen, dass man zwischen Schirmgitter und AÜ einen Regler (oft Presence genannt) einbauen kann. Damit könnte ich dann ja die für Verzerrung "schädliche" UL-Schaltung regulieren und zwischen eher Clean und eher Drive stufenlos regeln?
Daraus ergeben sich 2 weitere Fragen:
1. Hat das jemand schon mal gemacht? Und wenn ja, einen Schaltplan dazu?
2. Ordi schreibt auch, dass durch die UL-Schaltung die Ausgangsleistung reduziert wird. Wäre dann auch ein neuer (leistungsstärkerer) AÜ notwendig?
Röhrentechnik macht Spass - Ich freu mich schon, wenn ich das erste Mal die Hardware vor mir habe!
Euch wie immer vielen Dank!
P.S. Elektrotechnikbewanderter Vater vorhanden ;D
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