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Tuckern im Fender Tube-Vibrato
es345 (†):
Hi Swen,
da hilft nur Ausdauer im Suchen. ;)
Basis meiner Beschreibung ist der Schaltplan AA 764. Ich versuchs mal remote, so wie ich rangehen würde.
Ich gehe davon aus, daß Du die Spannungen schon alle geprüft hast
Überprüft mal das Vibro Oszillatorsignal (Sinus) an folgende Stellen auf "Sauberkeit", Volumepoti auf 0
1. Treiberröhre Pin 6 (Anode 2)
2. Treiberröhre Pin 8 (Kathode 2)
check den Elko an Pin 8 der Treiberröhre (10uf), ob der noch in Ordnung ist. Der sollte glättend wirken.
Ein anderer Pfad
1. Oszillatorröhre Pin 1 (Anode 1)
sollte das Signal nicht sauber sein, tausche
- die Röhre (wäre ungewöhnlich, wenn die Spannungen stimmen),
und falls das nicht hilft, check die 10/20 nF Kondensatoren in der Oszilatorschaltung
2. Oszillatorröhre Pin 8 (Kathode2)
an Pin 1 ok und an Pin 8 nicht sauber: wäre sehr ungewöhnlich, wenn die Spannungen stimmen...
Ich hoffe, es hilft. Ich drück Dir die Daumen
Gruß Hans- Georg
Bierschinken:
Hallo Hans-Georg,
danke für den Lösungsansatz!
Das Tremolo meines Champ ist dem des AA764 absolut gleich, daher beziehe ich mich auch mal auf diesen Plan.
Arbeitsspannungen gemessen mit Reglern auf 0 und dem Tremolo durch Fussschalter auf Masse gezogen:
321Vdc in der Vorsorgung hinter dem 1k Widerstand.
167Vdc an Pin8 Treiberröhre.
163Vdc an Pin7 Treiberröhre.
1,52Vdc an Pin3 Oszillatorröhre.
0,0Vdc an Pin2 Oszillatorröhre.
Sieht soweit für mich in Ordnung aus.
Jetzt die von dir vorgeschlagenen Punkte, gemessen mit Speed & Intensity voll auf:
An Pin6 sehe ich mit dem Scope einen sauberen Sinus mit etwa 20Vpp bei niedriger Frequenz (abhängig von der Speedregler-Stellung)
An Pin8 sehe ich einen auf der oberen Halbwelle leicht gestauchten Sinus mit etwa 120Vpp
Tausche ich den Kathodenelko an Pin3 der Tremoloröhre aus ändert sich nichts.
An Pin1 der Oszillatorröhre sehe ich mit dem Scope einen leicht in der oberen halbwelle gestauchten Sinus mit etwa 130Vpp - Ähnlich zu Pin8 nur ist die Amplitude, glaue ich, einen Hauch kleiner.
Tausche ich die Röhre ändert sich nichts.
Tausche ich die Kondensatoren (20nF/10nF/10nF) ändert sich nichts.
Übrigens habe ich die Widerstände im Oszillator rein Ohm'sch überprüft, die Messwerte stimmen ebenfalls. (Lediglich der 470k misst sich in der Schaltung mit 510-520kΩ, wäre aber noch in den ±10%)
Im Übrigen sehe ich die Schwingung im gesamten Netzteil.
Am Vorstufenelko hat sie etwa 1Vpp, am Anodenelko der 6V6 etwa 30Vpp.
Was mir ausserdem aufgefallen ist; Tastkopf zwischen 68k und Intensity, 10:1-Teiler;
Die Amplitude wird bis etwa zur Mittelstellung des Intensityreglers größer, danach sinkt sie wieder.
Ich bin etwas ratlos muss ich zugeben ???
Grüße,
Swen
es345 (†):
Hi Swen,
scheint ein schwieriger Patient zu sein...
--- Zitat ---Was mir ausserdem aufgefallen ist; Tastkopf zwischen 68k und Intensity, 10:1-Teiler;
Die Amplitude wird bis etwa zur Mittelstellung des Intensityreglers größer, danach sinkt sie wieder.
--- Ende Zitat ---
das klingt nicht unlogisch: Der Kathodenwiderstand an Pin 8 der 2. Triode im Signalweg( vor der 6V6) hat nur 1K8+47 Ohm gegen Masse. Wenn der Regler auf Mitte steht, ergibt es sich ca 7K Belastung gegen Masse (vom 68K aus gesehen), wenn Du voll aufdrehst nur 1,8K.
Hattest Du den Elko an der Kathode 2.Triode (Pin 8) im Signalweg geprüft?
Ansonsten: miß mal das Signal an der Anode der 2.Triode im Signalweg (Pin 6) vor und nach dem Koppel C zur 6V6, ob das "vernünftig" aussieht.
Gruß
Hans- Georg
Bierschinken:
Nabend Hans-Georg,
an der Anode der Vorstufenröhre sieht das Signal wie ein leicht aus der Form geratener Sinus aus. (Obere Halbwelle recht breit, untere Halbwelle Sinusförmig)
Hinter dem Koppel-C jedoch, nimmt der Sinus Dreieckähnliche Züge an. (kleine Welle auf der rechten Flanke der Halbwelle). Insgesamt also deutlich verändert.
Ich habe auf Verdacht den Koppel-C ausgetauscht, aber das zeigt keine Veränderung.
Austauschen des Elko an der Kathode der 2ten Verstärkerstufe bringt auch keinen Unterschied.
Für weitere Vorschläge bin ich offen . . .
Grüße und herzlichen Dank,
Swen
Bierschinken:
Hallo Jungs,
ich glaube, ich hab's!
Nach einer sehr ergiebigen Telefon-Fehlersuche mit Hans-Georgs Hilfe (Herzlichen Dank nochmal!), konnten wir den Fehler als zu großes Oszillatorsignal erkennen. Ich habe den Anodenwiderstand der Oszillatorröhre von 470k runtergesetzt auf 220k und das Tuckern ist verschwunden.
Das Tremolo klingt aber immernoch sehr "tief" und kann fast schon "Stottersounds".
Mit Scope sieht man an der Anode der 2ten Verstärkerstufe, dass das Oszillatorsignal mit dem 220k-Widerstand auch ein sauberes Sinus bleibt und nicht verformt wird.
Ich danke allen die bei der Fehlersuche geholfen haben, das war mal ein richtig spannender Fall, bei dem ich 'ne ganze Menge gelernt habe! :)
Grüße,
Swen
PS: Für alle die mal wissen wollten wie so ein "CarbonComposition"-Widerstand von Innen ausschaut . . .
Der ist mir irgendwie beim auslöten übergebrochen. Ich vermute ja fast, dass der ´nen Schuss hatte und Verursacher des "Tuckerns" war.
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