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Bassman 6G6-B plus Reverb 6G15 fertig
Basti:
Liebe Gemeinde,
Wie in meinem letzten Thread angedeutet, habe ich probiert einen Surf- und Rockabilly-Amp zu bauen. Den Schaltplan habe ich mal angehängt. Bilder gibt es, wenn ich endlich eine adäquate Kamera hab. Also Geschenke werden auch gerne genommen.
Es handelt sich also um den Bassman 6G6-B mit vorgeschaltetem Reverb als 1x12 Combo. Als Treiberröhre für den Hall habe ich die JJ 6V6 mit 400V UA und 270V UG2 in einen Hammond 1750C. Das macht schon ganz ordentlich Plitsch-Platsch im Reverb-Tank. Was mich aber grenzenlos nervt, ist die Tatsache, dass das Mix-Poti jeweils als Tiefpass wirkt für das jeweils weggeblendete Signal. D.h. konkret, dass bei hohem Hallanteil das trockene Signal sehr matt klingt. Das ist zwar höchst authentisch 60er Jahre, entspricht aber noch nicht 100% meinen Vorstellungen.
Preamp und Endstufe sind der besagte 6G6-B. Ein bischen Anpassung brauchte das Tonestack, das mit etwas Fender-untypischen Werten kommt (250p, 50n, 22n), das klingt aber ganz hervorragend nach Fender-Rock'n'Roll! Im Schaltplan ist das 350k/70k-tap Poti mit nem Widerstand eingezeichnet. Die Potis gibt's bei Marsh Amps auf der großen Insel. Auf den ersten Blick sieht es an der Stelle nach Höhen-Klau aus, ist es aber in Wirklichkeit nicht, denn selbst mit relativ dumpfen Humbuckern kann man noch sehr höhenreiche Sounds einstellen (Duncan HotRails).
Ein Triodensystem blieb übrig, daraus habe ich eine Boost-Stufe gemacht zwischen Hall und Preamp. Die habe ich aus dem Vibro-King, äh.. geklaut. Man braucht sie aber nicht wirklich. Meistens habe ich die Stufe im Bypass und gehe direkt vom Mix-Poti auf den Bassman-Preamp.
Der Klang ist soweit clean sehr schön, nur bekomme ich ihn zu hause nicht bis zum Breakup aufgedreht, denn lautstärkemäßig bin ich etwas durch meine Nachbarn eingeschränkt. Ich werde den Amp aber demnächst mal mit in den Proberaum nehmen und mal richtig anblasen.
Der nächste Schritt wird sein, die Mixsektion trocken/Hall etwas smarter hinzubekommen, hab da auch schon ne Idee..
Beste Grüße
Sebastian
dukesupersurf:
Hallo Sebastian,
ich hab auch schon viel 60ties-Trash mäßige Sachen gebaut.Meine Meinung:
-R 53,24,2,18 und C 11,12,1 können weg
-die Koppel und Kathoden Cs im Hallteil tuns auch 1/10 so klein,außer dem 250p
-Koppel C 20 (500p) dürfte für Rockebillys zu wenig Bums haben
-sollte die Vorstufe cleaner klingen,würde ich die Ra (220k,100k) vertauschen
-Höhenverlust beim Mischen dürfte es nur mit einem langen,schlechten Send-Kabel geben,
Du könntest den Mischer aber auch mit nem Brightcap überbrücken oder die freie Triode für nen zweiten
niederohmigen Kathodenfolger auf der Hallseite verwenden
-wenn der Hall noch würziger und gleichzeitig Hf-unempfindlicher werden soll,setze am Hallausgang 220k/2n parallel gegen Masse und vorm Gitterwiderstand noch nen
2.2kauf 2n Tiefpass
tschüß,Thomas
Basti:
Wenn man viel Hallanteil reindreht, dann wird der Trockenanteil dumpfer, auch unabhängig vom Sendkabel. Der Mixregler wirkt ja als Tiefpass für das jeweils weggedrehte Signal wegen der Millerkapazität. Wie dem auch sei, es ist ja das authentische Verhalten dieser Schaltung.
Mit dem 500p zur Endstufe guck ich mal, wie es sich unter Einsatzbedingugen verhält, wieviel man da unten rum braucht.
Tiefpass vor welchem Gitterwiderstand? Vom Reverb-Recovery?
beste Grüße
Sebastian
dukesupersurf:
Hallo,
ja genau,also zwischen Spirale und Hallverstärker.Die Hallnnehmerspule ist nämlich auch ne ziemlich nervige Antenne,
besonders bei hohen Pegeln im amp oder in der Nähe von Speakern,Schaltnetzteilen oder was auch immer.
Der 220k wird schon seit 50 Jahren verwendet und dämpft etwas.
Der 2.2nF verschiebt die Resonanzspitze in den Bereich der hörbaren Hochmitten,was auch noch sehr interessant klingt.
Und dann der Tiefpass für eventuellen Hf-Müll,wobei der Hallsound nichts spürbares einbüßt.
Beim Koppel C am Treiber würd ich max. 10nF probieren.Wenns ein verpönter Keramiktyp ist wie in den alten Fenderamps
,klingt es eventuell sogar angenehm rotziger.
tschüß,Thomas
Basti:
Hehe, ich finde Keramik toll!
Ah, dann verhält sich die Hallnehmerspule letztlich wie ein Pickup. Ich spiel mal mit Kapazität und Dämpfung rum, lustige Aufgabe für ein paar laue Abende. Suche auch noch ein passendes slap back Delay, kannst du eins empfehlen?
Also vor dem PI hatte ich zuerst auch 10n. Bei Zimmerlautstärke hats kaum Unterschied gemacht, hört man wohl erst richtig wenn man Gas gibt. Der Amp soll sich ja nicht am low-end verschlucken. Ach ja, 40W sind auch verdammt laut..!
sebastian
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