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Newport Amp (Fender Clone) Instandsetzung
titabob:
Moin zusammen,
ich habe kürzlich von einem Bekannten für sagenhafte 20€ einen Newport 2x12 Combo erstanden. Es ist ein japanischer Fender Clone mit Hall und Tremolo und 2 EL34 in der Endstufe. Er stammt wohl aus den 60/70 Jahren.
Laut Aussage des Bekannten sollte er wohl funktionieren, nur etwas Brummen und die Potis würden wohl kratzen.
Vor der Inbetriebnahme habe ich erstmal die grundlegenden, sicherheitsrelevanten Probleme beseitigt.
- Es war ein Ground-Schalter mit dem berüchtigtem Death-Cap verbaut, dieser wurde entfernt.
- Der Netzschalter war nur einpolig ausgelegt und wurde durch den 2-poligen Ground-Switch ersetzt.
- Das Netzkabel war mit Isolierband abgeklebt...
- Der Standbyschalter schaltet DC (fliegt noch raus)
- Die Schutzerde war zusammen mit der Endröhrenfassung befestigt und hat einen eigenen Befestigungspunkt auf dem Chassis bekommen.
- Und die Hauptsicherung wurde von 3,15AT auf 1,25AT getauscht.
Weiterhin habe ich sämtliche Koppelkondensatoren ersetzt, da einige schon aufgebläht waren (Sind wohl Papier-Öl-Kondensatoren) und ein wenig Recherche ergab, dass diese bei den japanischen Fender-Klonen alle mehr oder wenige lecken.
Ein erster Funktionstest war dann schon halbwegs erfolgreich. Der Amp hat zwar stark gebrummt, klang aber schon sehr schön.
Nach kurzer Zeit fing er aber an zu verzerren und eine EL34 bekam rote Backen.
Ich denke die Becherelkos (50+50uF/500V) und warscheinlich auch der BIAS-Kondensator haben es wohl hinter sich und sind wohl auch für den Betrieb an 230V nicht spannungsfest genug (was mir natürlich vor Inbetriebnahme hätte auffallen müssen :-\ )
Die Sekundärspannung des Trafos beträgt nämlich 350V (bei 220V primär) und demnach etwa 365V bei 230V.
Gleichgerichtet dürften im Leerlauf also etwa 512V rauskommen.
Glücklicherweise gibt es bei Wüstens 550V Becherelkos denn für axiale in Reihe geschaltet ist es ein wenig zu eng im Chassis.
Meint ihr 550V Spannungsfestigkeit sind genug?
Weiterhin sind noch die Schirmgitterwiderstände (ca. 300 ohm gemessen) angekohlt. Diese werde ich wohl gegen 1k / 5W ersetzen.
Habe ich sonst noch einen typischen Fehler übersehen?
Warscheinlich wäre es am sinnvollsten den Amp komplett neu aufzubauen, aber ich würde ihn gerne so weit wie möglich im Originalzustand belassen und falls er zu stark brummt, rauscht oder sontige Fehler auftreten, dieses Stück für Stück beheben.
Ich erhoffe mir davon viel zu lernen (z.B. wie stark nimmt das Brummen ab, wenn ich die Heizleitungen ordentlich verdrille) und werde mir auch Zeit damit lassen.
Über Kritik oder Anregungen würde ich mich sehr freuen.
PS: Die Vorstufe scheint weitestgehend mit dem Guyatone GA-1050 übereinzustimmen, die Endstufe und das Netzteil werde ich wohl selber zeichnen.
Viele Grüße
Christoph
Bierschinken:
Geiler Amp, echter Schnapp!
Lass das Ding wie es ist und repariere nur, was wirklich defekt ist.
Ein Neuaufbau ist überhaupt nicht nötig.
Grüße,
Swen
Athlord:
Moin,
das ist ja ein schöner "Schnapp"!
Ich würde alle ELKO´s prüfen - die beiden Becherelko würde ich erneuern - das sollte die gewünschte Ruhe bringen.
Auf ein gutes gelingen..
Gruss
Jürgen
BuggyAndy:
Hallo Christoph,
hast du die Spannung unter Last, also mit Röhrenbestückung gemessen?
Schau mal ob dein Trafo nicht auch nen 240V Anschluss bietet, bei den meisten Fujis die ich auf der Bank hatte ist das so.
Die Heizungsspannung darf nicht zu hoch sein.
Viel Spass mit dem Schäppschen ;)
Gruß, Andy
Athlord:
--- Zitat von: BuggyAndy am 23.04.2014 08:37 ---Schau mal ob dein Trafo nicht auch nen 240V Anschluss bietet, bei den meisten Fujis die ich auf der Bank hatte ist das so.
--- Ende Zitat ---
Hi Andy,
schau doch einfach die Bilder oben...
Ganz klar zu sehen, das am PT nur ein 220V Anschluss vorhanden ist. ;)
Aber Du hast zum Thema Heizspannung natürlich recht, hier sollte der Wert ermittelt werden.
Gruss
Jürgen
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