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Manley 100 W Monoblock

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Offline tubeampgrufti

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Manley 100 W Monoblock
« am: 24.12.2019 16:44 »
Guten Tag und erst mal allen wünsche ich frohe Festtage!

Ich habe ein Monoblöcke-Paar Manley 100 W zum Checken bekommen. Endstufe 4x EL34 in Ultralinear. Am CT des OTs liegen 550 V, an g2 547 V und an der Anode dann noch 544 V. Gemessen ohne Signal und mit einer Biaseinstellung Ik von ca. 30 mA. Sorgen bereiten mir die 547 V am g2.
Nun man liest immer wieder, dass David Manley (selig) mit den Röhren "spannungsmässig" nicht zimperlich umgegangen sei. Man liesst ebenso, dass die Manley-Amps "Röhrenfresser" sind. Kunststück, wenn g2 derart spannungsmässig überlastet wird.
Ich frage mich nun, ob der Einsatz von JJ-KT77 anstelle der EL34 eine Lösung wäre. Im Datenblatt von JJ steht ug2 max. 600 V. Spricht da was dagegen. Ich gestehe, dass ich praktisch keine Erfahrung mit KT77 habe. Daher kommt jeder Tipp dazu sehr gelegen. Zum Voraus schon mal danke!

Frohe Weihnachtsgrüsse von Bruno aus der nasskalten CH

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Offline PCL86

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Re: Manley 100 W Monoblock
« Antwort #1 am: 24.12.2019 17:42 »
Hallo
Laut Datenblatt ist die KT77 für UL und hohe Ug2 gebaut worden.
Gruß Otto

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Offline tubeampgrufti

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Re: Manley 100 W Monoblock
« Antwort #2 am: 26.12.2019 07:52 »
Danke Otto  :danke:

Ja, soweit sehe ich es eben auch, daher die Idee, die EL34 so zu ersetzen. Was mich aber immer noch verunsichert, warum nimmt so ein Hersteller wie zB. "Manley" (und auch andere, die EL34 mit Ueberspannung und UL malträtieren) nicht "einfach" die KT77 und alle "Gefahren" sind gebannt. Das verunsichert mich ein wenig und daher nochmals die Frage in die Runde, gibts Leute unter euch, die die KT77 als Ersatz für EL34 einsetzen, jetzt mal unabhängig vom Amp an sich.
Die Röhre ist nicht teurer als die EL34-Versionen von JJ (zumindest nicht hier im Shop), hat nach Datenblatt mehr "Reserve", zumindest auf g2 bezogen! Wo liegt der Hacken, so frage ich mich? Uebersehe ich irgendwas? "Klingt" die KT77 nicht? (Wobei, Röhren an sich klingen ja nicht wenn sie nicht grad kaputt sind oder falsch eingesetzt).
Kann dazu irgendwer was sagen?

Mit Grüssen, Bruno

PS.: jetzt gehört das Thema wohl eher in den  "Tube Talk"!

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Offline Dirk

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Re: Manley 100 W Monoblock
« Antwort #3 am: 26.12.2019 10:25 »
Das verunsichert mich ein wenig und daher nochmals die Frage in die Runde, gibts Leute unter euch, die die KT77 als Ersatz für EL34 einsetzen, jetzt mal unabhängig vom Amp an sich.

Weil der Kunde das nicht möchte oder weil der Verantwortliche nicht weis, dass es auch noch etwas anderes als EL34 gibt oder ....

Wir haben einige Kunden, welche KT77 statt der vorgesehenen EL34 einsetzen. In welchen Verstärkern genau, kann ich Dir nicht sagen, darüber führen wir auch kein Buch. Ich kann nur anhand von Reklamationen und Ausfällen Rückschlüsse ziehen und diese sind im Verhältnis zur Umsatzmenge sehr gering, deutlich geringer als bei EL34. Aber auch hier gilt: Betriebsparameter beachten und nicht blind darauf vertrauen, dass es schon irgendwie gehen wird.

Gruß, Dirk
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Offline cca88

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Re: Manley 100 W Monoblock
« Antwort #4 am: 26.12.2019 13:20 »
Danke Otto  :danke:

Ja, soweit sehe ich es eben auch, daher die Idee, die EL34 so zu ersetzen. Was mich aber immer noch verunsichert, warum nimmt so ein Hersteller wie zB. "Manley" (und auch andere, die EL34 mit Ueberspannung und UL malträtieren) nicht "einfach" die KT77 und alle "Gefahren" sind gebannt. Das verunsichert mich ein wenig und daher nochmals die Frage in die Runde, gibts Leute unter euch, die die KT77 als Ersatz für EL34 einsetzen, jetzt mal unabhängig vom Amp an sich.
Die Röhre ist nicht teurer als die EL34-Versionen von JJ (zumindest nicht hier im Shop), hat nach Datenblatt mehr "Reserve", zumindest auf g2 bezogen! Wo liegt der Hacken, so frage ich mich? Uebersehe ich irgendwas? "Klingt" die KT77 nicht? (Wobei, Röhren an sich klingen ja nicht wenn sie nicht grad kaputt sind oder falsch eingesetzt).
Kann dazu irgendwer was sagen?

Mit Grüssen, Bruno

PS.: jetzt gehört das Thema wohl eher in den  "Tube Talk"!

Hallo Bruno,
nur kurz bzgl. "malträterieren"

Wir nehmen die Datenblätter ja mehr oder weniger als "Gottgegeben" hin.

Ich möchte die Höhe der Schirmgitterspannung mal kritisch hinterfragen -

Was ist der echte limitierende Faktor der Höhe der der Schirmgitterspannung? -
Und vor allem:
Warum?

Speziell in Bezug auf die gewählte Endstufenkonfiguration

  • Ultralinear
  • Klassische Pentode
  • Statisch vs Dynamisch

Was mein ich damit?
in der "klassischen Pentodenschaltung" wird die Anode einmal pro Schwingung positiver (ca 2xB+ - Usg) als das Schirmgitter - um dann auf Null zu gehen. Das Schirmgitter ist zu diesem Zeitpunkt die einzige Elektrode, die versucht Elektronen durch die Röhre zu ziehen. Das Steuergitter hat bei Vollaussteuerung keine Wirkung. Das Schirmgitter übernimmt während diesem Zeitpunkt also einsam die "Anodenfunktion"...

Wie sieht es bei Ultralinear aus?
Anode und Schirmgitter "reiten zusammen" - im Arbeitspunkt ist das Schirmgitter oft geringfügig höher vorgespannt als die Anode - dann wird die Anode positiv - das Schirmgitter folgt - erreicht aber (wohl) nicht ganz das Anodenpotential - Auf der anderen Seite der Halbwelle sieht es anders aus - Anode geht auf null - Schirmgitter nicht ganz.

Beachtet bitte mal den Hinweis für Tetrodenbetrieb auf Seite 3 im alten Datenblatt von GEC
http://www.jogis-roehrenbude.de/EL34-Story/6L6-Story-Seite2-Dateien/KT77/KT77-Daten.htm

"for tetrode connection the fixed screen supply must not exceed 300V"

Die KT77 hätte also in einem Standardmarshall nie überleben dürfen  ;)

Fröhliche Weihnachten
Grüße
Jochen
« Letzte Änderung: 26.12.2019 13:22 von cca88 »

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Offline tubeampgrufti

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Re: Manley 100 W Monoblock
« Antwort #5 am: 28.12.2019 07:49 »

Beachtet bitte mal den Hinweis für Tetrodenbetrieb auf Seite 3 im alten Datenblatt von GEC
http://www.jogis-roehrenbude.de/EL34-Story/6L6-Story-Seite2-Dateien/KT77/KT77-Daten.htm

"for tetrode connection the fixed screen supply must not exceed 300V"

Die KT77 hätte also in einem Standardmarshall nie überleben dürfen  ;)



Naja, Jochen, Röhren, im Gegensatz zu Transistoren sind halt "geduldig". Die Erfahrung zeigt aber, dass es Röhrenamps gibt, deren Tuben auch nach Jahrzehnten und unzähligen Betriebsstunden noch "perfekt leben" und bei anderen Amps alle paar hundert Betriebsstunden neue Tuben notwendig sind. Das hängt offensichtlich nicht nur von der Röhrenqualität ab, vielmehr auch von der Schaltungsauslegung bez. Dateneinhaltung. Nur Transistoren "fliegen" schon in Mikrosekunden bei Ueberlastung, Röhren reagieren halt etwas langsamer, so dass man sagt. "hat doch funktioniert"!
Danke Jochen jedenfalls für deinen Ug2-Exkurs!

Ich denke ich probiers doch mal mit KT77 im Manley Snapper.
Gruss an Alle und beginnt das 2020 in "tubiger Manier", also gelassen!
Bruno