Hallo vox populi, gut zu hören, dass Du die Ursache ermitteln konntest. Was die Spannungsfestigkeit der Isolation im Trafo angeht, dürfte die Wahl des Spannungsabgriffs nicht wirklich eine Rolle spielen, da die Prüfung für Spannungsklasse 2 mit 1500 V mindestens erfolgen muss. Da machen also 10 V Spannung auf der Eingangsseite den Trafo nicht kaputt. Man muss aber bedenken, dass die Spannungen auf der Ausgangsseite mit Übersetzungsverhältnis der jeweiligen Trafowicklung an den Amp übergeben werden. Da macht das u.U. schon etwas aus. Nicht, dass jetzt gleich was kaputt geht, aber die Heizspannungen sollten schon genau stimmen und keinesfalls zu hoch werden, und 30 V mehr auf der Anodenspannung würde ich persönlich vermeiden, wenn die Schaltung dafür nicht ausgelegt ist, es verändert sich ja etwas der Arbeitspunkt, zu wenig Spannung taugt auch nichts. Beim Messen der Netzspannung bin ich meistens, selbst jetzt im Winter, hier im Raum Stuttgart, Esslingen im Bereich 235 bis 238 V, die Netzspannung ist nicht mehr, was sie mal war, früher war die wie festgenagelt. Die Toleranzen liegen bei +10 bis -15 V, was allerdings immer noch bei uns hier sehr selten ausgereizt wird. Aber wenn Du auch um die 238 V misst, ist es besser, auf die 240er Wicklung zu gehen.
Das der Trafo versagt hat, liegt für meine Begriffe also keineswegs an der Netzspannung. Es ist schlichtweg die Qualität der Wickelgüter, die nicht mehr das ist, was sie früher mal war. Wird beim Wickeln nur ein kleiner Fehler gemacht oder es gibt eine Kinke im Draht, dann ist das Versagen vorprogrammiert. Zu viel Zug auf dem Draht ergibt zu viel Druck auf den Wicklungslagen und kann über viele Zyklen Erwärmung-Abkühlung die Isolation durcharbeiten. Der Lack auf dem Draht kann beim Wickeln beschädigt werden. Man kann bzw. konnte Trafos wickeln, die auch nach 100 Jahren noch funktionieren. Es sollte selten bis nie vorkommen, dass die Wicklungsschlüsse bekommen… sollte… Vielleicht stammen die aus einer mangelhaften Charge.