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AA764 Vibroverb viel zu leise

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roehrich:
Guten Abend,

freut mich, dass Du das Problem gefunden hast!

Die Sache mit der 6V6 hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe eines meiner Frühwerke ausgegraben. Ein champartiges Teil, aufgebaut aus herumfliegenden Restteilen. Hier komme ich bei einer Anodenspannung von 310V auf 18V Gittervorspannung bei einem 470Ohm Kathodenwiderstand. Höher, als ich in Erinnerung hatte ... somit sind Deine Ergebnisse für die 370V aber durchaus nachvollziehbar.

Ob sie auf Dauer gesund sind, bleibt abzuwarten ... wenn Du den Ruhestrom reduzieren willst, ist die Erhöhung des Kathodenwiderstandes eine Lösung. Ein anderer Weg wäre, Widerstände in die Anodenzuleitungen des Gleichrichters einzubauen ... zum Beispiel hier unter Valve Rectifier beschrieben: https://www.valvewizard.co.uk/bridge.html. Passend gewählt, sollte sich die Anodenspannung insgesamt auf gesündere Werte absenken lassen. Als angenehmer Nebeneffekt wird auch der Gleichrichter entlastet, da die Stromspitzen zur Nachladung geringer werden.

Somit kannst Du bei gleicher Verlustleistung mit verschiedenen Arbeitspunkten spielen: Hohe Spannung mit wenig Ruhestrom gegen niedrige Spannung mit höherem Ruhestrom. Lasse einfach Dein Ohr entscheiden.

Ciao
Sebastian 

Dirk.S:

--- Zitat von: roehrich am 15.12.2022 22:40 ---Guten Abend,

freut mich, dass Du das Problem gefunden hast!

Die Sache mit der 6V6 hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe eines meiner Frühwerke ausgegraben. Ein champartiges Teil, aufgebaut aus herumfliegenden Restteilen. Hier komme ich bei einer Anodenspannung von 310V auf 18V Gittervorspannung bei einem 470Ohm Kathodenwiderstand. Höher, als ich in Erinnerung hatte ... somit sind Deine Ergebnisse für die 370V aber durchaus nachvollziehbar.

Ob sie auf Dauer gesund sind, bleibt abzuwarten ... wenn Du den Ruhestrom reduzieren willst, ist die Erhöhung des Kathodenwiderstandes eine Lösung. Ein anderer Weg wäre, Widerstände in die Anodenzuleitungen des Gleichrichters einzubauen ... zum Beispiel hier unter Valve Rectifier beschrieben: https://www.valvewizard.co.uk/bridge.html. Passend gewählt, sollte sich die Anodenspannung insgesamt auf gesündere Werte absenken lassen. Als angenehmer Nebeneffekt wird auch der Gleichrichter entlastet, da die Stromspitzen zur Nachladung geringer werden.

Somit kannst Du bei gleicher Verlustleistung mit verschiedenen Arbeitspunkten spielen: Hohe Spannung mit wenig Ruhestrom gegen niedrige Spannung mit höherem Ruhestrom. Lasse einfach Dein Ohr entscheiden.

Ciao
Sebastian

--- Ende Zitat ---

Hallo Sebastian,

Du bewegst dich also auch im Rahmen von 12W Anodenverlustleistung.... Aber knapp 100V geringeres B+...

Ich hab mir den Teil über die Röhrengleichrichter durchgelesen und werde mir ein Workaround überlegen wie ich beide Möglichkeiten Schaltbar integriere (Obwohl ich mich noch nicht praktisch an die Reduzierung von B+ gemacht habe).

Ich hatte heute glück und noch einen Elektronikfachgeschäft in Berlin gefunden in dem ich unterschiedliche Widerstände bekommen habe (für alle mitlesenden Berliner: Segor-electronics GmbH). Ich habe ein paar Konfigurationen durchprobiert (siehe Anhang). Ich hab meinen Looper benutzt damit ich den menschlichen Faktor beim spielen eliminieren kann und von jeder Konfiguration eine Aufnahme gemacht... was soll ich sagen: Es ist kein Unterschied zw. 18W und 11W Anodenverlustleistung herauszuhören. Nur bei Volumen auf 10 komme ich auf 106 db anstatt auf 108 db. Allerdings ist die Verzerrung genau gleich.

Ich werde also mit einem Kathoden-Widerstand von 1,2k weiter machen und so die Anodenverlustleistung auf 10.5W drücken. Allerdings bei 415V B+!!

Als nächstes schließe ich jetzt erstmal das Vibrato wider an.

Eine Sache ist mir noch aufgefallen und stört mich auch ein wenig. Der Lautsprechers hisst ganz schön ab Vol 7. Ich kann das hissen komplett ausschalten wenn ich an der Gittare den Ton-Regler runter drehe oder am Amp den Trebel-Regler. Gibt es da eine Abhilfe? Oder eine Idee? ich hab schon dasTrebel Poti Gehäuse auf Erde gelegt aber es ändert sich nichts. Im AB764 Vibrochamp hat Fender den C10 auf 40uF geändert um (ich glaube) Brummgeräusche zu unterdrücken. Ich bin jetzt am Überlegen ob ich nochmal einen 22 uF Elko zu C10 parallel schalten soll um zu sehen ob das was bringt. 
Ein anderer Punkt über den ich mich noch nicht informiert habe ist der Centertap der Heizung. Der geht bei meinem Bau nicht auf Grund. Dafür gehen von der Lampe zwei 100 Ohm Widerstände auf Grund. Wie gesagt, ich hab mich hier noch nicht eingelesen und verstehe auch den Grund nicht wirklich warum die zwei 100 Ohm an der Heizung hängen, aber ich würde trotzdem schon mal anfragen ob es Sin macht die zwei 100 Ohm zu eliminieren und dafür den Centertap der Heizung auf Masse zu legen? Ich hab zumindest im Hinterkopf, dass es da was gibt wo man aufpassen muss aber ich finde den Forenbeitrag nicht mehr in dem das diskutiert wurde...

Vielen Dank schon mal für deine Hilfe und viele Grüße,
Dirk

roehrich:
Hallo Dirk,


--- Zitat von: Dirk.S am 16.12.2022 16:15 ---Ich werde also mit einem Kathoden-Widerstand von 1,2k weiter machen und so die Anodenverlustleistung auf 10.5W drücken. Allerdings bei 415V B+!!

--- Ende Zitat ---

Nun, auch das ist - gerade mit einem Röhrengleichrichter - erklärbar: je geringer der Ruhestrom, umso geringer der Spannungsabfall am Gleichrichter und umso höher B+. Die gute alte NOS 6V6 mag das aushalten ... aber es ist doch "etwas" ausserhalb der Spezifikation, nur so etwa 100V drüber.  ;D


--- Zitat von: Dirk.S am 16.12.2022 16:15 ---Ein anderer Punkt über den ich mich noch nicht informiert habe ist der Centertap der Heizung. Der geht bei meinem Bau nicht auf Grund. Dafür gehen von der Lampe zwei 100 Ohm Widerstände auf Grund. Wie gesagt, ich hab mich hier noch nicht eingelesen und verstehe auch den Grund nicht wirklich warum die zwei 100 Ohm an der Heizung hängen, aber ich würde trotzdem schon mal anfragen ob es Sin macht die zwei 100 Ohm zu eliminieren und dafür den Centertap der Heizung auf Masse zu legen?

--- Ende Zitat ---

Auch hier hilft der Wizard weiter: https://www.valvewizard.co.uk/heater.html ... es geht immer darum, einen definierten Pfad zwischen Heizfaden und Kathodenröhrchen zu schaffen. Anderfalls sorgen die parasitären Kapazitäten zwischen diesen beiden Bauteilen der Röhre, die ja elektrisch voneinander isoliert sind, für Brummeinstreuungen. Im primitivsten Fall kann einfach ein Anschluss der Heizung auf GND gelegt werden. Das ist die billigste Variante und wurde gerne bei Röhrenradios so gemacht. Stört bei geringen Verstärkungen auch kaum ... je höher die Verstärkung wird, umso mehr Gedanken muss man sich bei diesem Thema machen. Bewährt hat sie die symmetrische Verbindung. Ob diese Symmetrie aber durch die beiden Widerstände oder die Mittelanzapfung der Heizwicklung hergestellt wird, ist ziemlich egal. Vermutlich war es früher einfach billiger, eine Anzapfung herauszuführen, als zwei extra Bauteile einzubauen (Materialkosten, Handarbeit, Platz, ...).

Wenn man das noch perfektionieren will, kann man statt der Widerstände auch ein (Draht-)poti nehmen und abgleichen ... das ist dann das I-Tüpfelchen.

Bei ganz hartnäckigen Fällen hilft die Anhebung der Bezugsspannung (Stichwort Heater Elevation). Fast Pflicht wird das, wenn Kathodenfolger im Spiel sind, denn da muss man auf die maximal erlaubte Gleichgspannung zwischen Kathode und Heizung achten.

Frohes Basteln!

Ciao
Sebastian

Dirk.S:

--- Zitat von: roehrich am 16.12.2022 16:59 ---Auch hier hilft der Wizard weiter: https://www.valvewizard.co.uk/heater.html ...

--- Ende Zitat ---

Danke, Die Infos auf der Seite sind echt stark!

Ich hab gleich mal gelernt, dass meine Heizungsverkabelung eher suboptimal ist...  :facepalm:

Gruß,
Dirk




Ampcop:

--- Zitat von: Dirk.S am 16.12.2022 19:43 ---Ich hab gleich mal gelernt, dass meine Heizungsverkabelung eher suboptimal ist...  :facepalm:

Gruß,
Dirk

--- Ende Zitat ---


Namd.

Wie ist es denn bei dir verkabelt?

mfg Ampcop

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