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AA764 Vibroverb viel zu leise

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Dirk.S:

--- Zitat von: Showitevent am 19.12.2022 13:15 ---Moin,

Lastwiderstände sind imho keine sonderlich gute Idee. Zwar lassen sich damit bedingt die Spannungen reduzieren, sie produzieren allerdings eine enorme Abwärme und ändern ab einer gewissen größe entscheidend den Crestfaktor des Netzteils. Da die Last dynamisch ist, ist jegliche Kalkulation quasi für die Katz.

Welche Taps vom Netztrafo nutzt du denn für die UA? Rot - Rot oder Rot/Weiß - Rot/Weiß?

LG Geronimo

--- Ende Zitat ---

Hallo Geronimo,

Danke, mit meinem limitierten Wissen ist der Punkt "Crestfaktor" wieder eine komplett neue Unbekannte in der Gleichung..

Als ich deine Frage zu den Taps vom Netztrafo gerade gelesen habe ist es mir wie die Schuppen von den Augen gefallen...!!! Ich nutze RED-RED und RED/YEL geht auf Centertap.. Ich hab ja auf der HV Wicklung aber noch zwei weitere Taps mit je 275V (RED/WHT) zum Centertap!!!   :facepalm:

Ich hab mich da stumpf an die Brieskorn Spannungen gehalten (der hat da 340V zum Centertap angegeben). Ich hab überhaupt nicht mehr dran gedacht dass ich ja noch zwei weitere Abgriffe habe!!!


Ohm man, danke für den indirekten Schubser!!!

Ich bau das mal um und schaue wo ich dann spannungstechnisch an der Anode der 6V6 raus komme...

Halleluja!!!

Danke und Gruß,
Dirk

roehrich:

--- Zitat von: Showitevent am 19.12.2022 13:15 ---Welche Taps vom Netztrafo nutzt du denn für die UA? Rot - Rot oder Rot/Weiß - Rot/Weiß?

--- Ende Zitat ---

Das ist natürlich ein sehr guter Punkt! Wenn ich den Schaltplan im Ausgangspost richtig lese, sind es die roten ... es gibt also die Möglichkeit, die Spannung deutlich zu verringern. Wenn es dann zu wenig ist, könnte man noch auf die Idee kommen, die 5Y3 durch eine 5AR4/GZ34 zu ersetzten ... die Heizung passt, und es sollte deutlich weniger Spannung über dem Gleichrichter abfallen.

Oder eine Choke-Input Siebkette bauen ... aber das ist dann noch weiter vom Original weg und verändert vermutlich den den Charakter der Endstufe etwas ... aber erlaubt ist, was gefällt.

Ciao
Sebastian

Showitevent:
Crestfaktor ist auch nicht unbedingt etwas, was sonderlich viel beachtung findet in der Gitarrenwelt und so ganz korrekt ist die Aussage auch nicht - zugegeben.
 
Hier in diesem Universum betitelt man das mehr als Mojo, denn es kann gut klingen, muss es aber nicht, darum rate ich tendenziell erstmal die Ursache auf Basis kalkulierbarer Dinge zu eliminieren und wenn es dann an Mojo fehlt, kann man immernoch basteln.

Fender gilt als Pionier in der Verstärkerindustrie aber sonderlich konsistent waren sie nie. Das Urdesign des Champ hat zum Beispiel einen 10K Widerstand für die zweite Betriebsspannung von der dann das Schirmgitter abgeht. Spätere Versionen haben laut Schaltungsunterlagen weniger AC, dafür dann nur noch einen 1 K Widerstand für "second node". 

Man muss etwas hervorheben, dass gerade die TungSol USA 6V6 offensichtlich extrem hohen Wirkungsgrad hat und nicht so viel verzeiht, wie es laut Berichten die Electro Harmonix oder JJ's tun. Ich bin allerdings nicht so champ affin wie andere hier, vielleicht hat dazu jemand mehr fundamentales Wissen.

Wissen tu ich aber, dass so ziemlich alle Champs, alte und neue, die ich in der Hand hatte, oftmals geänderte Kathodenwiderstände haben, meist um 800 Ohm rum, oft war der Second Node Widerstand auch erheblich größer als die 1K und es sah nie aus, als wäre dieser nachträglich geändert worden.

6V6 ist eh so eine mysteriöse Röhre. Selten finden sie Platz in Verstärkern, wo die Spannungen bzw. Ströme korrekt sind und die überdauern dann doch jahrzehnte. Das kann eben anhand der Datenblätter nur keiner garantieren.

Ich würds erstmal mit den geringeren Spannungen probieren und vermute, dass du immernoch oberhalb der Maximalen Verlustleistung liegst, aber in einem weit besseren Bereich. Zielwert sollte irgendwas zwischen 10 und 12 Watt sein.

Viel Erfolg

Showitevent:
Huhu,


--- Zitat von: roehrich am 19.12.2022 13:38 ---die 5Y3 durch eine 5AR4/GZ34 zu ersetzten ... die Heizung passt, und es sollte deutlich weniger Spannung über dem Gleichrichter abfallen.

--- Ende Zitat ---

Ich hab alle Gleichrichterröhren aus meiner Tätigkeit verbannt. Aber ich bin fast 24,7 Prozent sicher, dass es umgekehrt der Fall ist??  :o Jetzt hab ich einen Kurzschluß im Hirn :D

 EDIT AN DIESER STELLE. Sorry ja mein Hirn hat aus kleiner - größer gemacht ^^ Verzeihung.


--- Zitat von: roehrich am 19.12.2022 13:38 ---Oder eine Choke-Input Siebkette bauen ... aber das ist dann noch weiter vom Original weg und verändert vermutlich den den Charakter der Endstufe etwas ... aber erlaubt ist, was gefällt.

--- Ende Zitat ---

Chokes, in unseren Gitarren-Breiten-Graden folgen in der Regel nach B+ und filtern Schirm und folgende und das auch nur bedingt. Reduzierung der Schirmspannung führt nicht zwangsläufig zu geringerem Anodenstrom, da müssen schon einige Volt fallen, dafür ist ein Choke aber nicht gemacht. Vereinfacht gesprochen dient der Choke der Überbrückung des Ripples, der an der ersten Node durch Leistung entsteht, der Spannungsabfall ist fast zu vernachlässigen. Die Idee dahinter ist tatsächlich, dass der Spannungsabfall so gering wie möglich - bei best möglicher Filterwirkung - ist. Da die Chokes in den seltensten Fällen überhaupt kalkuliert werden, sind sie mehr Voodoo als tatsächlich nützlich.

Es gibt aber Desings, wo der Choke nach dem Gleichrichter und vor der ersten Filter-Node hängt, da gehört er nämlich eigentlich hin. Dort könnte es zu drastischem Fallen der B+ kommen, sofern der Innenwiderstand des Netzteils in bezug auf den gewünschten Ruhestrom auch passt.
Hat aber den Nachteil, dass die Drossel eintsprechender Güte sein muß, sonst singt sie nämlich den lieben langen Tag mit. Und das geht auch ein wenig an Gitarren Amp Designs vorbei :) Selbst in HighEnd Amps hat man nach jahrzehntelanger Forschung einsehen müssen, dass bestmögliche THD und absolute Ruhe im Netzteil nicht zwangsläufig das gewünschte Ergebnis liefern.

LG

roehrich:

--- Zitat von: Showitevent am 19.12.2022 15:08 ---Ich hab alle Gleichrichterröhren aus meiner Tätigkeit verbannt. Aber ich bin fast 24,7 Prozent sicher, dass es umgekehrt der Fall ist??  :o Jetzt hab ich einen Kurzschluß im Hirn :D

--- Ende Zitat ---

Wenn ich den Datenblättern glauben kann, fallen bei 50mA an der 5Y3 ungefähr 28V ab und an der GZ34 ungefähr 5V.
https://www.tube-town.net/info/datenblaetter/tubes/jj/jj5y3s.pdf
https://www.tube-town.net/info/datenblaetter/tubes/jj/jj5ar4.pdf

... oder habe da ich einen Knoten im Hirn? Oder habe ich mich nur missverständlich ausgedrückt? Ich meinte, wenn nach dem Umklemmen zu wenig B+ da ist, kann es eine GZ34 wieder etwas anheben.

Zum Choke: ja, das wäre endlich mal was anderes in einem Gitarrenvestärker. Wahrscheinlich (oder sogar ziemlich sicher) ist Umklemmen am Trafo wirklich der schnellste und beste Weg  ;D

Ciao,
Sebastian

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