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Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche

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Offline rakete

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Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« am: 16.04.2026 12:03 »
Hallo, habe hier noch einen 80er Jahre Brüllwürfel von Marshall.

Generell ein schönes Teil, 80er marshall sound halt, etwas boxy aufgrund des kleinen Gehäuses.

Es gab die üblichen Probleme mit den Buchsen (Kanalumschaltung, Headphone, Ext Speaker, Send/Return) und auch einige Tantal Kondensatoren in der Vorstufe wurden getauscht.

Was nun noch bleibt, ist ein unangenehmes Brummen, welches hauptsächlich in der Endstufe generiert wird.
Es ist klingt eher nach einem Masseproblem (kein sehr tiefes Brummen, sondern eher ein mittiges), hauptsächlich störend in leisem Betrieb, da es gleich bleibt, wenn das Master Volume aufgedreht wird.

Es ist aber letzzendlich ein bischen zu nervig um es zu ignorieren, zumal der Combo aufgrund seiner handlichen Größe auch gut als Heim-amp herhalten könnte.

Lege ich Masse auf den Return oder sogar direkt vor der Endstufe (R48 22k / vor der Differenzstufe) wird es ETWAS besser, aber nicht viel. Suche im Netz ergab, dass ich wohl nicht der einzige mit derlei Problemen bin.

Da der Combo auch optisch nicht mehr allzu schön ist, würde ich Kosten und Aufwand gerne im Rahmen halten. Was ich schon probiert hatte: Beide MPSA06 der Differenzstufe getauscht. Die Zenerdiode 9.1V wollte ich auch tauschen, hab sie aber aus Versehen nicht mitbestellt. 

Ich hatte nach schlechten Lötstellen und Masseverbindungen gesucht, hier und da nachgelötet, aber ohne spürbare Besserung.
Die Netzteil Elkos hatte ich noch nicht getauscht (2*4700mf / 63V) - da sowas mittlerweile nicht mehr ganz billig ist.... und ich den Fehler eher bei den Masseverbindungen vermutet hatte.
Die 0.33 Ohm Widerstände in der Endstufe SCHEINEN noch Ok, aber mein Messgerät ist hier zu ungenau (ich messe 1 Ohm).
Hat wer schonmal ähnliche Probleme gehabt (hier gab es einen thread über den Reverb) oder hat einen Tipp für mich?

Ich hänge mal den Plan an, da es eine spätere Version ist und die im Web gefundene Version leicht abweicht.

Schönen Gruß aus'm Norden.

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Offline roehrich

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #1 am: 16.04.2026 13:26 »
Hallo,

falls noch nicht geschehen, würde ich noch Folgendes prüfen:

  • Brummt es auch mit einem externen Laustsprecher?
  • Ist der Ausgang gleichspannungsfrei?
  • Arbeitspunkt Endstufe, Spannungen über R67/68 gleich?
  • Gleichrichterdioden OK?
  • Höhe DC Versorgungsspannungen? Jeweils betragsmässig gleich?
  • Restwelligkeit DC Versorgungsspannungen?
  • Übernahmeverzerrungen?

Für die letzten beiden Punkte ist ein Oszi von Nöten, sonst reicht ein ordentliches Multimeter.

Viel Erfolg!
Sebastian

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Offline rakete

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #2 am: 16.04.2026 17:36 »
Hi Sebastian.
Ich messe: an den Elkos: +/-46 V
am Speaker 63mV Gleichspannung
über den Widerständen R67 und R68 einmal 7,6mV (R67)  und einmal 3,5mV (R68)
Gleichrichter ist Brücke, hab ich jetzt noch nicht gemessen....

Anderen Speaker hab ich gerade nicht parat. Kann ich evtl mal am Wochenende testen.
Und Oszilloskop hab ich nicht....

Gruß
Christian
« Letzte Änderung: 16.04.2026 17:38 von rakete »

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Offline rakete

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #3 am: 16.04.2026 17:41 »
Achso:
Noch 'ne Info: Einer der beiden Endstufen Transistoren war aufgrund von Kabelbruch mal off. Das führte zu schnell einsetzender Verzerrung und leissem Signal. Ich hab dann einfach neue Kabel angelötet.

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Offline roehrich

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #4 am: 16.04.2026 17:45 »
Wenn die beiden Widerstände R67/68 halbwegs den gleichen Wert haben (was ich vermute, aber messe zur Sicherheit im stromlosen Zustand nach), sind die Ruheströme nicht symmetrisch ... das kann das leichte Brummen erklären. Leider habe ich im Schaltplan keinen Trimmer gesehen, um das schnell zu korrigieren.

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Offline roehrich

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #5 am: 16.04.2026 17:49 »
Einer der beiden Endstufen Transistoren war aufgrund von Kabelbruch mal off.

Jetzt wird's spannend ... wurde da vielleicht mal nur einer der beiden Endstufentransistoren getauscht? Oder gibt's in der Gegend noch weitere kalte Lötstellen? Das könnte den Offset erklären.

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Offline rakete

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #6 am: 16.04.2026 18:40 »
Endstufentransistoren wurden noch nicht getauscht (bzw nicht von mir) - sehen zumindest auch noch original / gleich aus. Ich klopfe nochmal den kompletten Bereich ab, mal sehen.... Die 0.33 Ohm Widerstände misst mein DMM nicht genau genug. Ich hatte auf Verdacht mal ein paar 1 Ohm / 2 Watt gekauft. Ich kann die ja mal aus Spass 3fach parallelschalten und dann kann ich jedenfalls die beiden 0.33 bei den Transistoren damit ersetzen.

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Offline rakete

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #7 am: 16.04.2026 18:58 »
Habe noch folgendes getestet: Trafo Ground gebrückt mit Filter caps ground - keine Änderung. Filter caps ground gebrückt mit diff amp input (R48) ground - Keine Änderung. Ich habe aus Interesse auch mal die KI gefragt. Ja, ich weiss, wer damit anfängt ...., Vermutung aus dieser Diskussion: VAS Transistor und miller cap - das wäre dann TR7 mit 220pf miller cap.

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Offline rakete

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #8 am: 16.04.2026 20:41 »
Ich habe jetzt mit nem stick aus der Tiefkühltruhe alle Kleintransistoren gecheckt und alle möglichen Bauteile und Stellen abgeklopft. Kann keine Schwachstelle finden. Ich hab erstmal keine Lust mehr weiterzumachen... Mal sehen, ob ich es morgen früh mit den Widerständen probiere, evtl hab ich auch noch nen 220pf für den miller cap, auch wenn ich nicht so recht dran glauben will.....
Die Endstufe ist ja recht ähnlich zu 5210 (so einen habe ich auch noch irgendwo rumstehen) - der hat so krasse Probleme aber nicht. 
Mal sehen...

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Offline rakete

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #9 am: 24.04.2026 07:40 »
Nachdem ich diverse Kleintransistoren, Kondensatoren und Dioden in der Endstufe ausgetauscht hatte, ist es ausgetauscht hatte, schien es zumindest etwas besser zu werden. Das Entlötender Bauteile klappt hier aber oft nicht gut und die Leiterbahnen sind sehr empfindlich... Daher habe ich es gut sein lassen, um nicht mehr Schaden anzurichten, als Besserung.... 

Zusammengebaut gibt es aber schon wieder ein Problem in der Vorstufe, Brummen, wenn Gitarreneingang belegt, kaum Signal, Krasse Empfindlichkeit beim Abklopfen der Platine. Da der Einschleifweg aber OK ist, muss es in der Vorstufe sitzen, die vorher wiederum eigentlich lief.

Es deutet vieles darauf hin, dass das Board / die Leiterbahnen / die Lötstellen Verbindungsprobleme haben. Nun muss ich wohl nochmal den Signalweg komplett prüfen und die Schwachstellen erneut finden und beheben.

Nervig.


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Offline Röhre69

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #10 am: 24.04.2026 10:16 »

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Offline stephan61

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #11 am: 24.04.2026 12:54 »
Hallo,
bei einem Brummbären in diesem Alter würde ich als erstes die Netz-Elkos tauschen, erstens weil das als Ursache naheliegt und zweitens der Amp ca. 40 Jahre auf dem Buckel hat und so ein Tausch daher auch für die Zukunft nicht schadet.

Grüße Stephan
"It must schwing!"

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Offline rakete

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Re: Marshall 75 Reverb / 5275 Brummgeräusche
« Antwort #12 am: 27.04.2026 10:24 »
So, habe noch eine Runde gedreht, und der erste Punkt bei meinem debugging war gleich ein Treffer....   
Durch das mehrfache Ein- und Ausbauen des Boards ist wohl das Beinchen des Mastervolumes gerissen. Jedenfalls hatte es teilweise keinen Durchgang. Nachdem das gefixt war, läuft der Amp nun so gut, dass ich ihn so lasse. Ob ich ihn verkaufe (da kann man leider nicht viel erwarten...) oder behalte, weiss ich noch nicht. Er hat halt auf 0 ein Geräusch, dass ich bei einem nagelneuen Amp nicht akzeptieren würde, aber so noch hinnehmen kann. Es MAG sein, dass es an den NT Elkos liegt. Im Normalfall hätte ich die sofort getauscht. Allerdings waren die überall sehr teuer und das 'Brummen' klingt nicht so ganz nach tiefem Netzbrummen. Außerdem hatte ich in einem anderen Forum einen Beitrag gefunden, bei dem ein ähnliches Problem vorlag, und dort hatte das Tauschen der großen Elkos auch nicht geholfen...  Ich höre aber jetzt auf, weiter daran herumzubasteln, da mir die Lötbahnen zu empfindlich sind und ich nicht mehr Schaden anrichten will.

Ich habe den Amp übrigens geschenkt bekommen eben aufgrund solcher Probleme wie in der genannten Anzeige. DIESE Probleme sind bei den 80er Marshalls (die soliden Einkanäler evtl aussen vor) meist die Buchsen (Kanal/Send/Return, hier auch noch ext speaker (muted internen). Die schalten nicht mehr sauber und dadurch bricht das Signal oft weg.

Wollte noch sagen, dass C23 bei mir statt 10nF ein niederohmiger Widerstand ist. Da aber soweit alles läuft und er am Grundbrumm der Endstufe nicht schuld sein kann, lasse ich nun alles, wie es ist. Außerdem wundert mich folgendes:

Der Amp hat ja die Besonderheit dieser Serie (wie auch 100 mosfet)  dass man über push/pull pot im overdrive Kanal die Klangregelung des Clean Kanals ZUSÄTZLICH nutzen kann. Allerdings ist bei mir ohne Stecker in der Kanalumschaltung damit auch die Klangregelung des Clean Kanals deaktiviert (bzw nur dann aktiviert, wenn auch overdrive EQ aktiviert ist). Das erscheint mir mekrwürdig, da es aber mit Stecker in Kanalswitch wieder funktioniert, kann es eigentlich auch nicht die Umschaltlogik sein. Egal. Bei der kleinen Box würde ich eh immer den EQ nutzen wollen, insofern ists egal.   

Nur noch ein Paar kosmetische Eingriffe am maroden Vinyl, dann ist gut.

Vielen Dank für Eure Hilfe!
« Letzte Änderung: 27.04.2026 10:31 von rakete »