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Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem

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Offline drstrange

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Hallo
Habe den o.g. Amp hier und den Verdacht, daß der originale Netztrafo (Woden 76852)
liegende Ausführung, defekt ist. Keine Anodenspannung mehr. (durchgebrannt?)

Nun meine Fragen dazu:

Passiert das öfter, also kennt man dieses Problem und gibt es einen bekannten Grund
dafür? (Der Gleichrichter ist eine GZ34 S von JJ) Ist der Trafo am Limit dimensioniert? Weil:...

Der Amp hat keinen Standby Switch!! Kann man dann einfach mal so den Netztrafo
austauschen, gegen den hier im TT Shop für 128 Euro angebotenen tt-pwAC30 in liegender
Ausführung oder brennt der dann nicht auch gleich wieder durch?

Weil, wenn ich keinen Standby switch habe um die Röhrenheizung vorzuwärmen, kann es
dann nicht immer wieder passieren, daß mir der Trafo durchbrennt? Oder ist der neue,
hier angebotenen Netztrafo etwas stärker dimensioniert, als der originale o.g. Woden von
1964/65? Gab da ein design Flaw? Was ja nicht das erste Mal bei VOX wäre?

Oder gibt es die Möglichkeit einen Standby switch nachträglich nachzurüsten? Hat das
schonmal jemand gemacht? Ich hab noch einen ähnlichen AC30 Amp als reissue von 1995,
copper Panel, der hat neben dem Mains noch einen Standby switch.

Es widerstrebt mir einfach so nur den alten Trafo rauszuschmeißen und einen neuen hier
einzubauen, ohne konkret zu wissen warum der andere nun durchgebrannt ist. Gibts da
Erfahrungen? Wird der nach 60 Jahren dann schwach auf der Brust oder bröckelt der
Cu-Lack dann ab und die Isolation lässt nach? Oder liegst woanders in der Peripherie im
Argen?

Wer kann mir da helfen? Worauf sollte man achten? Heizung geht und leuchtet bei allen
Röhren also kein Kurzschluss,Nur eben keine Anodenspannung. Auch die Siebelkos
scheinen irgendwann mal erneuert worden zu sein. (F+T)

Der Besitzer meinte während einer Probensession, hätte der Amp auf einmal
"gestunken" und sei dann nach kurzer Zeit stumm gewesen. Die englische lange
Sicherung im Frontpanel, die einzige, die ich gefunden habe im ganzen Amp, hat 3A
ob träge oder flink weiß ich nicht, jedenfalls ist in dem Schmelzdraht innen in der
Sicherung keine Verdickung also denke ich mal, sie ist flink.

Auch die Woden 100mA Drossel (76854 HX) sieht etwas mitgenommen aus, sollte
es etwa daran liegen?

Leute helft mir mal bitte. Sowas hatte ich noch nicht.
Bin deshalb etwas unsicher, wie vorzugehen ist.

Gruß
drstrange
« Letzte Änderung: 25.01.2026 01:05 von drstrange »

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Offline Helmholtz

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Die alten AC30 hatten alle keinen Standby-Schalter zumindest bis Anfang der 70er Jahre.
Ein Standby -Schalter trägt überhaupt nichts zur Schonung des Netztrafos bei - im Gegenteil, er kann die Lebensdauer der GZ34 Gleichrichterröhre verkürzen.
Ist die HT-Wicklung wirklich tot? Oder ist nur die GZ34 defekt?

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Offline drstrange

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Moin

Hab heute früh nochmal gemessen. Habe alle sek. Spannungen
gesehen.  Mit Fluke IV. gemessen. HT ok, ich sah allerdings 590V
statt 2x280 = 560 V. generell Heizung 6,4V;  Heizung GZ34 5,2V.
Der Spannungswahlschalter steht bei 245V (England). Als nächste
Stellung wären 220 V möglich. Was wäre besser? Ich hab hier 235V.
Ich dachte da wäre die 245 V am nächsten dran.

Die JJ GZ 34 S werde ich nächste Woche mit meinem Funke W19
RPG testen. Aber die Drossel ist tot. Die hat keine 450 Ohm
Gleichstromwiderstand, sondern gar keinen Durchgang mehr.
Ich hab sie rausgenommen unten sind bei ihr am Wickelpapier
große braune Tropfen des Trafolacks rausgetropft und steinhart
geworden, auch das Papier ist verfärbt von der Hitze. Die muß
über längere Zeit ziemlich heiß geworden sein. Die werde
ich bestellen. Die Siebelkos sind ok. Welche GZ34 empfiehlst Du
mir? Ich hatte noch nicht so viele JMI AC30s in meinen Fingern
und noch nie einen mit Netzteilfehler.  Meist nur Cab-Job und
Röhrentausch in der Endstufe. Ach so der Bypass C am
Kathodenwiderstand der Endstufe war aus hinüber.

Also Fragen:
Welche Spannung einstellen??
Welche GZ 34 ist am besten geeignet?
Danke für Deine Hilfe.

PS : Die Drossel hat im Schaltplan und aufgedruckt 19 Henry
an 100 mA bei den o.g. 450 Ohm R=. Die AC30 TT 194E
Vintage Drossel für VOX AC30 Vintage hat 30 Henry das sollte
eigentlich auch passen oder? Aber warum ist die defekt gewesen?
passiert das öfter?

Gruß
drstrange
« Letzte Änderung: 25.01.2026 07:43 von drstrange »

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Offline MichaelH

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  • It`s Rorys genius !
Servus,

erstmal runterkommen und nicht in Panik verfallen ;-)

Ein AC 30 läuft immer am Limit seit der Kathodenwiderstand in den 60ern von 80 auf 50 Ohm reduziert wurde. Daher erstmal sich einen Plan machen um vernünftig vorzugehen.

Die gemessenen Spanungen schauen ok aus. Der AC 30 bewegt sich bei ca. 320 Volt Anodenspannung in der Endstufe.
StandBy Schalter ist bei Betrieb mit GZ34 unnötig und eher schädlich, da die Spannung sich nach dem Einschalten erst durch das Erwärmen der GZ34 langsam aufgebaut ist. Der StandBy sorgt eher dafür dass der Strom schlagartig bereitgestellt wird, was im ungünstigen Fall die GZ34 killt.

Wähle die Spannung am Wahlschalter welche am ehesten auf 6,3 Volt Heizspannung hinkommt. Heutzutage oftmals die 245 Volt Einstellung

Die Wooden Teile sind bekannt für den Ausfluss von Wachs, in welches die Dinger bei der Produktion getaucht wurden. Wachs fließt bei Erwärmung ;-) Du schreibst "Lack", wenn das so ist, dann liegt eine hohe Überlastung vor, oder dauerhaft mit schleichendem Prozess.

Kathodenwiderstand / Elko defekt, folge des Alters und der Erwärmung.

Wie würde ich vorgehen ? Erstmal eine neue Drossel und GZ34 beschaffen, ob JJ oder Sovtek ist egal. Dazu einen Satz EL84. Wenn du die Option hast eine NOS GZ34 zu bekommen wäre das eine Option, die sind meiner Erfahrung nach nochmal stabiler, aber ich habe in meinen beiden AC`s die JJ drinnen. Problemlos. Dann würde ich mir die Endröhren und Siebelkos vornehmen. Die Elkos haben trotz Tausch evtl. ausgedient. Passen die Werte der ausgetauschten Elkos ? Wann wurden die getauscht ? Wie oft ist der Amp in Betrieb ? Powersoak ? Desweiteren verhalten die sich unter anliegender Spannung eventuell aus anders als ohne Spannung. Ich würde dann mal mit neuen Endröhren, Elkos und einer neuen Drossel mal den Strom messen der in Ruhe fließt. Und dann mal weitersehen ...

Grüße

Michael

Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen ...

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Offline drstrange

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Hi Michael

Danke erstmal für Deine klärenden Erörterungen. Ich bin auch nicht nervös, wenn das den Eindruck gemacht haben sollte ist das vielleicht falsch von mir rübergekommen. Ich bin jetzt Rentner, ich mach das hier nur noch für befreundete Musikerkollegen, die eben nix von Elektronik wissen wollen oder auch aus anderen Bereichen herkommen.

Generell:
Ich habe es genau so  vor gehabt es zu machen, wie Du sagtest.
Gleichrichter und Drossel besorgen, die GZ34 ist sogar eine NOS Mullard Variante
Von den EL84 habe ich immer so 5 bis 6 verschiedene gematchte Quartette zum
Ausprobieren da, das kommt dann erst später. Erstmal muß da mal wieder hinten was rauskommen. Dann noch der Phaseninverter und oder andere Vorstufenröhern, die ich mit dem Funke W19 prüfe und dann natürlich die Elkos testen.  Mich interessiert eigentlich immer bei meinen Problemen, ob das bekannt ist oder ob  bestimmte Bauelemente Typen besser nicht genommen werden sollten oder oder oder.  Vielen Dank erstmal. Wenn das Netzteil wieder funktioniert, werden noch weitere Fragen kommen, das ist wohl sicher. Dann werde ich mich hier in dem Thread wieder melden. Die Kondensatoren teste ich mit einem Heathkit IT-11 für 230 V umgebaut der testet bis 600 V.

Gruss Boris

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Offline bluesfreak

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Moin,

ja, es kann passieren dass die Drossel am AC30 durchbrennt, vor allem wenn es mal eine der Endröhren erwischt. einer der Siebelkos seinem Leben ein Ende setzt oder im Fassungsbereicht Überschläge gibt. Ist zwar schade um die Woden (evtl neu wickeln lassen), aber in dem Zug würde ich gleichzeitig noch die Endstufe überholen:

1. Kathodenwiderstand hoch auf 80 Ohm
2. Kathodenelko neu
3. Screenresistors hoch von 100R auf 1k
4. Gridstopper hoch von 1K5 auf 2.2k oder 2.7k  (je nachdem was da ist)
5. den 47R vor und den 22k nach der Drossel durch Metallfilm ersetzen
6. den 33uF Reservoir Cap und die folgenden Siebelkos ersetzen
7. die Voltage Dropper (22k / 10k) durch Metallfilm ersetzen

Danach Amp über Bulb Limiter hochfahren, erste Spannungen testen, wenn ok, dann komplett freischalten und Spannungen nochmals testen.

Gruß
blues

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Offline carlitz

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Das wirft eine Frage bei mir auf:

Welcher Betrieb wickelt denn heute noch Transformatoren neu?
If you don't know how to fix it, stop breaking it!

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Offline bluesfreak

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Servus,

Piemme Elektra in Italien macht einen guten Job in Sachen Trafos und Drosseln und bieten normalerweise auch einen Reparaturservice an.

Gruß
blues

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Offline Rollo

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Passende Hammond Trafos aus dem Shop sind ebenfalls sehr zu empfehlen, möglicherweise leider mit längeren Lieferzeiten. Viel Erfolg
Rollo
When in doubt  trust your paranoia.
R.Davies

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Offline carlitz

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Servus,

Piemme Elektra in Italien macht einen guten Job in Sachen Trafos und Drosseln und bieten normalerweise auch einen Reparaturservice an.

Gruß
blues

Guten Morgen, ich habe mal 2 Transformatoren bei denen bestellt. Schauen wir mal, wie die Qualität so ist.

Ich werde weiter berichten.
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Offline cca88

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Guten Morgen, ich habe mal 2 Transformatoren bei denen bestellt. Schauen wir mal, wie die Qualität so ist.

Ich werde weiter berichten.

 :topjob:

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Offline carlitz

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Guten Tag an Alle,

die Transformatoren sind bereits angekommen, super schnelle Lieferung.

Die Trafo's machen einen guten mechanischen Eindruck, die Anschlußdrähte sind lang genug und die elektrischen Werte entsprechen den Angaben.

Sobald ich sie eingebaut habe, berichte ich über den Funktionstest.
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