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Gegentakt A 8Watt Gitarrenverstärker mit drei Röhren - Klampfomat

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Kpt.Maritim:
Hallo

1. Die Höhenanhebung funktioniert über eine Gegenkopllung. Die Röhre an deren Kathode das Poti anstezt darf KEINEN Kathodenelko haben, sonst ist die Funktion nicht gegeben. Dann ist sie über das Verhältnis Rk/Ra gegengekoppelt und zwar umso stärker je größer Rk gegenüber dem Ra ist. Der gegenkopplungsfaktor ergibt sich aus:

V'=V/(1+V*Rk/Ra)

V ist die Vesrtärkung ohne Gegenkopplung und bei der ECC83 zwischen 50 und 60, bei der ECC82 um etwa 20
V' ist die Verstärkung die nach der gegenkopllung noch übrig bleibt.

Der Witz ist nun, dass parallel zu Rk eine Reihenschaltung aus dem Kondensator Ck (bei mir 680nF) und dem Poti Rp bis zum Schleifer liegt. Da der Kondensator zu hohen Frequenzen hin eine kleinere Impedanz hat wird auch diese Parallelschaltung zu höheren Frequenzen eine Kleinre Impedanz haben. Wir müssen also die Formel ändern.

Wir haben es statt nur mit Rk den Potiwert Rp von Cg bis zum Schhleifer in Reihe zum Ck und beides parallel zum Rk. Nennen wir die Impedanz dieser Schaltung Zk. Es gilt dann:

1/Zk = 1/Rk + 1/(Rp+ZCk)

ZCk ist dabei der Blindiwderstand der 680nF.

Es gilt also eigentlich:

V'=V/(1+V*Zk/Ra)

V' ist damit erstens Frequenzabhängig, weil Zk Frequenzabhängig ist, weil in Zk Zc mit eingeht. Zweitens ist V' abhängig von der Potistellung, denn aus dieser ergibt sich Rp.


2. Die Höhenabsenkung funktioniert ganz klassisch. Die andere Hälfte des Potis, also die 100k-Rp in Reihe zu dem Cg (bei mir 6n8) schließen die Höhen mehr oder weniger kurz. Der Gitterableitwiderstand Rg der nächsten Stufe spielt dabei aber auch eine Rolle. Die gesamte Formel sieht so aus.

V''=V'/ (1+ Ri/ ((P-Rp+ZCg) *Rg/ (P-Rp+ZCg+Rg )))

V' haben wir oben bestimmt.
V'' ist die entgültige Verstärkung des ganzen.
P ist der Gesamtwert des Potentiometers (bei mir 100k)
ZCg ist der Bliundwiderstand es Kondensators vor dem Eingang der nächsten Stufe
Rg ist der Ableitwiderstand der nächsten Stufe. Der sollte möglichst groß sein, sonst hat die Schaltung keine Wirkung.
Ri ist der Innendwiderstand der Röhre an deren Kathode die Klangregulage ansetzt. Das gemeine ist, dass Ri auch durch die Gegenkopplung bestimmt wird. D.h. Ri hängt auch von der Potistellung ab, weswegen wir die Formel nochmal ändern werden müssen. Für Ri gilt nämlich:

Ri' = Ri*(1+S*Zk)

Ri' ist der tatsächliche Innenwiderstand.
Ri ist der sich aus den Röhrendaten ergebende.
S ist die Steilheit der Röhre.
Zk haben wir oben bestimmt und festgestellt, dass es wegen Ck Frequenz- und wegen Rp Potistellungsabhängig ist.

Für die echte Verstärkung gilt also:

V''=V'/ (1+ Ri'/ ((P-Rp+ZCg) *Rg/ (P-Rp+ZCg+Rg )))

Bauen wir alle Formeln zusammen, dann erhalten wir folgendes Monstrum:

V''=V/(1+V*(1/ (1/Rk + 1/(Rp+ZCk)))/Ra) / (1+ Ri*(1+S*Zk)/ ((P-Rp+ZCg) *Rg/ (P-Rp+ZCg+Rg )))

Ich hoffe ich habe mich nicht bei den Klammern vertan.

Viele Grüße
Martin


bazookajoe:
Vielen Dank, da traue ich mich fast nicht zu sagen daß ich natürlich vergessen hatte den Kathodenelko zu entfernen.
Jetzt funktioniert es, wie auch aus deiner Antwort hervorgeht, die Höhenanhebung mit der 12AU7 weniger, mit der 12AX7 ok. Werde noch mal andere Kondensatorwerte probieren.

Kpt.Maritim:
Hallo

bei der 12AU7 geht es richtig gut bei einen Rk=2k7 und einem Ra=30k. Jedenfalls ab etwa 250V. darunter habe ich es nocht nicht getestet. Wahrscheinlich haut es aber hin, wenn der Arbeitspunkt stabil bleibt.

Viele Grüße
Martin

TLausK:
Hallo Martin & Co,

letzte Woche fiel mir der Schaltplan des Fender Champ 12 (red knöpjes) per Zufall in die Hände.
Nachdem ich grad am Überlegen bin: 
> Wie krieg ich einen Röhrenhall in meinen kleinen Röhrenamp hinein <
dachte ich beim lesen des Schematics (s.Anhang): die hängen direkt an den 8Ohm Speaker-Ausgang ein Federhall-System drann !!! Hatte ich vorher in der Form noch nicht gesehen. Das Prinzip zumindest ist eigentlich einfach.  - Einfach war das Stichwort - einfach und mit wenigen Bauteilen soll es realisiert werden.
Da kam mir der Klampfomat wieder in den Sinn.

 Martin, bitte entschuldige, daß ich mal wieder in Deinem wirklich kunstvollen Schaltplan gewildert habe. Aber die Einfachheit Deiner Schaltung und die prinzipielle Einfachheit eines Röhrenhall-Systems mußte ich zusammen bringen.

So, soviel dazu. Nun zur Technik:
Ähnlich der Wirkungsweise einer Gegen-/Mitkopplung wird das niederohmige Signal hochverstärkt am Speaker-Ausgang abgegriffen und über Spgsteiler an die Erreger-Spule des Hallspiral-Systems gelegt. Das zeitverzögerte Ausgangssignal der Ausgangsspule (hochohmig) wird an R5 als Poti wieder eingespeist und mit V1b als "Aufholverstärker" wieder mitverstärkt.
Jetzt stellen sich einige Fragen:
1. am IN des Hallsystems sollen zu tiefe Frequenzen herausgefiltert werden. Reicht es zum Rin (100Ohm) einen kleinen C in Reihe zu schalten ?
2. Da die Aussteuerung und Intensität des Hallsystems von der Signalgröße am Speakerausgang abhängig ist, müßte das "R5-Poti" umgekehrt proportional/logarithmisch als TandemPoti mit P2 ausgelegt werden => zusätzlich dazu müßte ein Rout angepasst werden (Trimmer), damit im Idealfall die Hallintensität immer ähnlich ist.
3. großer NACHTEIL:  Bei starker Aussteuerung der Endstufe wird das "verzerrte" Signal ins Hallsystem gegeben. Folge dürfte ein sehr unsauberer, häßlicher Nachhall sein. Zumindest kann die Halleinkopplung auch abgeschaltet werden.   ;D
...

Was haltet Ihr von der Idee (mehr ist es ja auch eigentlich noch nicht) ?

Gruß
Thomas

loco:
Hallo
Ich hatte den Champ 12 schon häufiger in den Fingern.Die Hallschaltung ist im Vergleich mit anderen
Fendern bestenfalls eine Notlösung. Ich glaube nicht ,das du damit auf Dauer glücklich wirst.
Gruß aus HH  --.-loco

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