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Tech-Talk Mesa Boogie / Re: Mesa Single Rectifier 50 - Series 2
« Letzter Beitrag von Helmholtz am 20.06.2026 22:12 »
Zitat
Mit neuen Röhren komme ich jetzt auf gemessene 47 Watt RMS.

Na, das ist doch ein schöner Erfolg.
War ein angenehmer Austausch.
Ich hätte noch eine Bitte: For the record (Erfahrungsnotizen), was sind denn jetzt bei 47W die DC-Aufnahme sowie die B+ und Vg2- Werte?
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Tech-Talk Mesa Boogie / Re: Mesa Single Rectifier 50 - Series 2
« Letzter Beitrag von Showitevent am 20.06.2026 21:16 »
Ok, das war jetzt noch einmal ein ganz anderes Level an Mesa/Boogie-Twirk: Der Amp läuft jetzt so wie er soll.

@Helmholz: Ja, ich hatte mich bei der letzten Messung vertan. Die Röhren waren nicht das neue Set, sondern ein bereits runtergespieltes. Also: ja, jetzt ist alles in Ordnung.

Ich muss das Ganze noch einmal sauber verifizieren, aber aktuell sieht es tatsächlich so aus, als sei der Ground-Point der Endstufenplatine (sagen wir mal) etwas ungünstig gewählt. Am liebsten würde ich gerade laut fluchen oder lachen, ich weiß es ehrlich gesagt selbst nicht so genau.

Nachdem ich den Ground an den Ladeelko verlegt habe, war das Clipping plötzlich symmetrisch - oben wie unten. Ich Trollo habe es zuerst gar nicht gesehen, weil die Stats auf meinem Scope genau darüber liegen.

Mit neuen Röhren komme ich jetzt auf gemessene 47 Watt RMS. Das sind dieselben Röhren, mit denen ich vorher nur auf knapp 30 Watt kam, bevor die untere Halbwelle geclippt hat. Es sah die ganze Zeit so aus, als wäre nach oben noch unendlich Luft, während unten das Signal bereits defekt war.

Irrsinnigerweise hatte ich den AC Offset an den Kathoden schon vor zwei Tagen gemessen. Auf dem Scope waren das irgendwas um 100 mV. Ich dachte noch: „Pfui, das hätte man besser machen können“, habe dem aber nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt. Rückblickend: ziemlich dumm von mir.

Der Anlass, den Ground dann doch umzulegen, war die Beobachtung, dass der PI ohne Endröhren deutlich mehr Aussteuerung geliefert hat als mit gesteckten Endröhren. Zwar war mit Röhren noch Aussteuerungsreserve vorhanden, aber das Clipping trat ab einem Pegel auf, bei dem es eigentlich noch weit weg von PSU-Kapazität, Anpassungsproblemen oder sonstigen klassischen Ursachen hätte sein sollen.

Wie gesagt: Selbst mit anderem Ausgangsübertrager mit 3,6k Raa und zwei nagelneuen EL34 war keine anständige Leistung zu holen.

Meine aktuelle These:

Der PI und vermutlich auch die Treiberstufe davor, also die Loop-Aufholstufe, an der ich den Generator eingespeist habe, teilen sich einen Ground, der offenbar nicht niederimpedant genug ist, um den Kathodenstrom der Endröhren sauber abzuführen. Unter Leistung führt das zu einem Lift dieses Bezugspunktes - und damit zu genau diesem asymmetrischen, früh einsetzenden Clipping.

Wie untermauere ich diese These jetzt sauber?

Eigentlich könnte es mir egal sein, weil der Amp jetzt läuft. Aber da draußen stehen zigtausend Rectifier, die alle auf ähnlichen Prinzipien basieren - natürlich in verschiedenen Revisionen - und eine ganze Bandbreite davon wird als „flat tire“ beschrieben. Genau daher hatte ich den Begriff überhaupt.

Ich bin selbst kein Rectifier Spieler, aber selbst ich weiß, dass man bestimmte Revisionen wohl eher meiden soll.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ein Dual Rectifier ungefähr den doppelten Kathodenstrom erzeugt und ein Triple Rectifier entsprechend noch mehr, dann bekommen manche Posts plötzlich einen ganz anderen Beigeschmack. Nach dem Motto: „Mein Triple Rectifier mit 6x 6L6GC macht gemessen keine 150 Watt, sondern nur knapp 102 Watt.“ Ähm … ja. (Das sind so posts aus dem Boogie Forum - nicht an den Haaren herbeigezogen).

Ich muss das jetzt erstmal verarbeiten und baue morgen alles noch einmal zurück bzw. gezielt um, damit die These ein sauberes Fundament bekommt.

Falls sich das bestätigt, könnte das für einige Techs durchaus interessant werden.
Und Randall Smith würde sagen: "We did this by accident but it sounded good and we put it to perfection".

In diesem Sinne, ich berichte noch einmal.
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Tech-Talk Mesa Boogie / Re: Mesa Single Rectifier 50 - Series 2
« Letzter Beitrag von Showitevent am 20.06.2026 18:30 »
Also ich habe gerade ein Problem gefunden!

Das ungleichmäßige Clipping liegt an schlechtem Ground der Endstufenkathoden über ein Käbelchen hin zur PI Sektion.
Diese habe ich jetzt testweise aufgelöst und von den Kathoden eine Direktverbindung zum GND des ersten Ladeelkos hergestellt. Jetzt clippt er oben und unten zumindest schonmal zeitgleich. Was für ein ... AHHHH... Wenns nicht für einen Freund wäre...

Dummerweise hat das an der Ausgangsleistung nichts geändert.
Die Endstufenröhren sind neu! Ich versuche jetzt so nochmal mehrere Sets und berichte.
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Tech-Talk Mesa Boogie / Re: Mesa Single Rectifier 50 - Series 2
« Letzter Beitrag von Helmholtz am 20.06.2026 18:26 »
Alles prima mit dem PI.
Wenn man die Aussteuerung weiter erhöht, werden (nur) die positiven Halbwellen der PI Signale durch den Gitterstromeinsatz geklemmt und dadurch asymmetrisch.

Mit einer Ausgangsspannung von 17,5Veff ist die Leistung an 8R dann 38W.
Könnte es sein, dass die Endröhren etwas altersschwach sind und dadurch eine erhöhte Restspannung haben?
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Tech-Talk Mesa Boogie / Re: Mesa Single Rectifier 50 - Series 2
« Letzter Beitrag von Showitevent am 20.06.2026 17:58 »
Mit neuer balancierter Röhre stimmen die im Schaltplan angegebenen Spannung. Die Anoden haben ca: 280V oben und 270V unten.
Diese Röhre verwende ich natürlich auch für alle Tests.

Die Anoden schaffen einen Swing von ca 170Vpp mit gezogenen Röhren - so richtig sauber bei ca. 150 Vpp.
Mit Röhren schaffen sie knapp 100 Vpp bevor Verzerrungen auftreten.

- Phase0.jpg und Phase180.jpg
  - Gelb Voltage Swing am Dummy
  - Blau Gittersignal an der Endstufenröhre

- Unloaded.jpg
sind die beiden Gittersignale der Endstufenröhren aber ohne, dass diese eingesetzt sind.

Ja das widerlegt wohl meine vorherige These. Wirft aber nur weitere Fragen auf.
Und ja, NFB existiert gerade garnicht.
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Tech-Talk Mesa Boogie / Re: Mesa Single Rectifier 50 - Series 2
« Letzter Beitrag von Helmholtz am 20.06.2026 17:31 »
Was sind denn die DC Spannungen an den PI Anoden ohne Signal?
Waren die vorher berichteten max. Vpp Signale des PI sauber oder mit einseitigem Clipping?
M.a.W, kann der PI saubere und symmetrische 100Vpp Sinus mit Endröhren liefern?
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Tech-Talk Mesa Boogie / Re: Mesa Single Rectifier 50 - Series 2
« Letzter Beitrag von Showitevent am 20.06.2026 17:05 »
Also die Schirmgitter sehen toll aus.

An der Clipping Grenze:
- USG 422 Volt
- SG1 410 Volt
- SG2 411 Volt
Der Amp hat 1K SG Widerstände, also ca: 11mA ~4,6 Watt pro Röhre

Auch Choke und Ladeelkos ist alles toll.

Ich denke, das Problem startet im PI. Es ist immernoch so, dass der lediglich unten clippt und oben erst deutlich später. Man sieht das auch an den Anoden, sobald die Endstufenröhren drin stecken. Ohne hat der PI mehr Luft.
Es wirkt fast so, als ist das ganze Signal nach unten verschoben - schwer zu beschreiben - aber auch die Übernahmeverzerrung bei sehr kalter Einstellung (um 30 %) ist weiter oben im Signal, nicht mittig.

Ich komme nicht dahinter. Wenn das per Design so sein soll, ist das ein totaler Fail. Der Amp hat 91k und 82k als Außenwiderstand im PI und das Routing ist  alles andere als... Gut. Das zweite PI Gitter grenzt im Routing  < 2mm am ersten Anodenwiderstands pad, wer weiß was da kapazitiv überspricht oder rüber leaked.

Jetzt mit Bias Mod komme ich auf ca 16.5 Volt RMS 8 Ohm bei 60% Verlustleistung - ca 34 Watt - aber das Signal sieht alles andere als toll aus. Ich schaffe es auf 50 Watt aber dann ist das Signal ein Rechteck mit ungleicher Periode und starker Übernahmeverzerrung. 
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Tech-Talk Mesa Boogie / Re: Mesa Single Rectifier 50 - Series 2
« Letzter Beitrag von Showitevent am 20.06.2026 12:18 »
Hallo,

das kann ich nachher nochmal evaluieren, hatte ich im Verlauf schon ein paar mal gemacht, aber nicht weiter notiert.
Da man ja manchmal total Betriebsblind ist, habe ich gestern das gesamte Mess-Setup nochmal mit einem anderen Amp getestet und da gibts keine Probleme. 

Was ich auch nochmal genauer kontrollieren sollte sind Filterdrossel und die Ladeelkos davor. (Es ist nicht so, dass ich die Elkos nicht schon gecheckt habe)
Wenn die Impedanz beider unglücklich fällt oder der ESR zu hoch wird, kann ich mir vorstellen, hier vielleicht ein Problem zu finden.

Als Randnotiz: Der NT ist mit 250 mA angegeben. Ob diese Info stimmt weiß ich nicht, stammt von einer anderen Webseite...

lg
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Tech-Talk Design & Konzepte / Re: 2 Fragen zu einem Champ clone
« Letzter Beitrag von Showitevent am 20.06.2026 11:34 »
Moin,

CF
wenn du in einem Champ die zweite Stufe als CF auslegst, verlierst massiv an Preamp Gain.
Wenn das für deine Zwecke Ausreicht und klanglich gefällt, ist die Frage doch hinfällig. So wie ich verstanden habe existiert doch schon ein Amp der so aufgebaut ist?!


GR
Direkt oder indirekt macht in dem Fall keinen Unterscheid. Die 5 Volt AC liegen lediglich als Stromquelle an der Heizung der Gleichrichterröhre an.
Diese Stromquelle hat aber keinen Bezug zu GND, sodass sich das AC Signal nicht weit über die B+ ausbreiten könnte.
Sicherlich gibt es einen kleinen Modulationseffekt, dieser ist aber sofort wieder hinfällig - AC Signale und Modulationskomponenten werden weitestgehend über den Ladeelko gegen GND kurzgeschlossen.

Bei indirekt geheizten Gleichrichterröhren ist das genau das Selbe! Hier liegt meist ein Pin der Heizung eh intern elektrisch parallel zur Kathode.
Der Unterschied zwischen beiden ist in erster Linie die maximale Strombelastbarkeit, was in einem Champ jetzt weniger problematisch ist.

N.m.E sind 33uF eher unkritisch. Eine Empfehlung das beizubehalten werde ich aber trotzdem nicht aussprechen - siehe Datenblätter.

Geronimo
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Tech-Talk Design & Konzepte / Re: 2 Fragen zu einem Champ clone
« Letzter Beitrag von BGE am 20.06.2026 06:43 »
Also wenn ich die Fragen richtig verstanden habe:

*Danke erstmal für Deine Hilfe.

1.) Ja, ein Kathodenfolger kann eine 6V6 treiben. Er liefert aber praktisch keine Spannungsverstärkung,
sondern macht die Quelle niederohmiger. Die nötige Signalspannung muss also aus der Stufe davor
kommen.

*Der "Kathodenfolger" hier besteht aus einer Doppeltriode (12AY7 / 5751 etc). Die erste Hälfte der
*Triode ist wie eine normale Vorstufe geschaltet und bringt ca µ= 60 die zweite ist der eigentliche
*Kathodenfolger, der hat µ = 0,9. Diese aus zwei Trioden bestehende Stufe hat also ca. µ = 60 welches
*als erste Stufe für ein starkes harpmic allein ausreicht, da ein starkes harpmic einen vielfach höheren
*Output hat als eine Gitarre oder ein SM58 etc.
*An dem Beispiel Redneck (siehe oben), sieht man, daß diese Stufe auch als 1. Stufe für die Anwendung
*harpmic ausreicht, ich war mir nur nicht sicher ob das auch single ended so ist. Bzw. ob da speziell
*schaltungstechnisch etwas zu beachten ist (Design)  Das war (ist) die erste Frage.


2.) Die 5Y3GT ist eine direkt geheizte Zweiweg-Gleichrichterröhre. D.h. erstmal nur, dass der Heizfaden
in der Röhre 2 Funktionen hat!
- Heizung
- Kathode
Also quasi ein zusammengefasstes System.
An der Kathode (oder in deinem Fall Heizung) wird die B+ (Betriebsspannung) abgegrifen, den GND
Bezugspunkt stellt der Center Tap des Netztrafos.

Zwei wichtige Punkte für Gleichrichterröhren:
- Die 5 Volt Heizsspannung nicht als harmlose Kleinspannung betrachten! Diese hat B+ Potential!
Also nicht für irgendwas anderes verwenden, außer der Heizung des Gleichrichters.

*Genau das ist es , was ich an der direkten Heizung der 5Y3 nicht verstehe. Wie erreicht man mit
*dieser B+ Spannung, die ja einerseits aus der nach Zweiweg-Glerichrichtung noch ungesiebten
*Anodenspannung besteht, andererseits aber ein 5 V 50 Hz Wechselspannung "überlagert" wird,
*eine saubere B+ Anodengleichspannung? Wird diese pure 5 V Wechselspannung durch den
*ersten Reservoir-Cap mit weggefiltert? Die Funktionserklärung für diese 5Y3GT war (ist) die
*zweite Frage, weil ich dazu im web nicht so richtig was finden konnte.

- Ladeelkos, speziell der erste direkt an der Gleichrichterröhre, dürfen nicht zu groß werden in ihrere
Kapazität! Das kannst du dem Datenblatt der 5Y3 entnehmen.
Die JJ 5Y3S ist mit 20 uF bei ca. 2x 350 Volt. Historische Datenblätter sehen lieber eher 10 uF!
So ganz konservativ muss man das nicht auslegen (Erfahrungswert) - aber es sollten da jetzt nicht
unbedingt 100 uF dran hängen und auch 47uF nur auf eigene Gefahr.

*Im alten Fender Champ sinds 8µF ich habs mir angeschaut.
*Der erste Filtercap ist hier trotzdem 33µF und das ist ein erprobter Grenzwert,
*bei einem anderen HG II der  schon länger ohne Probleme läuft und an dem
*die Anodenspannung der 6V6 abgegriffen wird, danach kommt der erste Sieb-R
*von 10 Kohm und der 2. Sieb-Elko (22µf). An diesem Punkt wird die
*Schirmgitterspannung für die 6V6 abgegriffen.Leider habe ich derzeit keinen
*Zugriff auf diesen anderen Amp.

Was das Brummen angeht kann ich nur sagen: Amp aus, entladen, alle Kabel und Verbindungen
checken!

*Das muß ich dann tatsächlich alles mal richtig nachlöten und nachmessen wenn ich wieder da bin.
*Die 2 Fragen dienten nur für mich zum, besseren Verständnis des Designs und der Gleichrichterröhre.

*1.Frage:  Ist was vom Design her besonders zu beachten, wenn man einen Kathodenfolger vor
*eine Single ended 6V6 Endstufe setzt?

*2.Frage: Wie funktioniert eine 5Y3GT Gleichrichterröhre mit der direkten Heizung?

Viel Erfolg

Geronimo

Kleines Edit:
In vielen Champs läuft die 6V6 weit über ihrer Spezifikation. Der Kathodenwiderstand (Wert), die
darüber abfallende Spannung und die Höhe der Betriebsspannung wären Kandidaten zum Checken.

* Der Kathoden-R ist hier an der 6V6 470 Ohm an 5 Watt und wurde vom Wert her nicht verändert.

*Gruß Boris (aka drstrange)
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