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Mahlzeit,

Hammond Trafos sind mir u.a. deswegen ein Dorn im Auge weil die defacto eine Bauweise wie man sie im HiFi gerne nutzt auf Instrumentenverstärker umgelegt haben, dadurch sind die Hammonds deutlich linearer, klarer im Bass und haben einen meist deutlich weiteres Frequenzspektrum. Das mag dem einen gefallen, mich stört es, auch weil es den originalen Klang von (insbesondere älteren) Verstärkern beeinflusst. Ein 1750 zB hat eine Primärinduktanz von 6.3H während alte Woden/Albion da gerne auf 30H kommen, was vorwiegend auf dem Windungsaufbau und auch auf die Größe des Kerns (und das Kernmaterial) ankommt. Auch dürfte die Verschachtelung anders sein, eben weil Hammond eher den HiFi Bereich bedient und der Bau größtenteils auf Maschinen abläuft was früher händisch erledigt wurde, der Kern ist Plastik statt Papier wie bei den Originalen was auch einen Einfluss hat.
 Die Differenzen mögen bei Netztrafos nicht so drastisch ausfallen, aber auch hier sind mir Hammonds schon öfter mit nicht passenden Spannungen aufgefallen, und wenn man mich ein paar mal enttäuscht oder nervt (weil der Amp tonal komplett anders klingt und weder ich noch Kunde zufrieden sind), dann wird diese Marke disqualifiziert, so einfach ist das.
Mein ToGo Ersatztrafolieferant war jahrelang Classic Tone, leider haben die den Löffel abgegeben, deswegen bezieh ich Ersatztrafos entweder von hier (meist die Hausmarke), von Piemme oder (wenn mal wieder ein wirklich alter Amp ums Eck kommt und das erhalten des Tones absolut wichtig ist), Pacific Magnetic Components. Deren Albon und Woden Clones sind 1:1 spot on (auch wenn andere zB hier auf Mercury Magnetics schwören).

Gruß
blues
92
Naja hier waren halt alle drei Übertrager auch noch im Eimer da wurde es geringfügig teurer.
Schrauben und Verbindungen putzen war die Lieblingsbeschäftigung von G. Weber von Kendrick Amps.
Und was ein Glashaarpinsel ist weiß ich auch. Wenn Du mal Muße hast kannst Du mir mal technisch erklären warum jetzt Hammond so Mist sind und die anderen so toll.
ich sehe das pragmatisch. Das technische Gerät (hier ein NF Verstärker) spielt wieder zur Zufriedenheit des Kunden und zwar die nächsten Jahre, wenn, ja wenn der Guitarrero nicht wieder gleich seine Hose über den eingeschalteten Amp schmeißt, wenn ein Groupie näher als 3 Meter kommt.

HTH
drstrange

93
Die Ironie darfst Du gerne stecken lassen.
und wegen der Trafo Orientierung:
man bekommt auch Woden, Albion oder (selten) Haddon bestückte AC30 mit dem von Dir "aufgedecktem" Geburtsfehler praktisch brummfrei ohne an der Trafo Orientierung drehen zu müssen.  Dazu gehört halt nicht nur ein Umbau des Massekonzepts sonder auch Korrosionsentfernung unter den Schrauben für die Trafodeckel, der Verbindung zwischen den beiden Chassishälften und den diversen Massepunkten am Chassis. Alles kein Hexenwerk wenn man weiß wo man ansetzen muss.
Und zu den 6P14P-EN: die sind eine weise Entscheidung, nur hilft eine erhöhte Pmax wenig wenn die Gitter überlastet werden und dann die Kernschmelze eintritt weil man die ja so originalen 100R belassen hat. Ich will hier nur helfend Hinweise geben um ordentliche Arbeit abzuliefern, keiner hat es gerne wenn der Kunde immer wieder auf der Matte steht weil das Ding dauernd abraucht. Eine Generalüberholung kostet, für einen Copper Panel mit neuem Satz Röhren sind da (je nach Zustand) 600-800€ fällig, dafür läuft er dann aber auch wieder zuverlässig die nächsten 20 -30 Jahre und die Endröhren müssen nicht alle Jahre neu sondern halten halt (je nach Nutzung) 2-5 Jahre oder vllt sogar länger (Wohnzimmeramp).


Gruß
blues
94
Tech-Talk Amps / Re: Amp zu leise
« Letzter Beitrag von Röhre69 am 2.06.2026 16:08 »
Nur so eine Idee: Da wäre ein Adapter interessant, der jeweils nur eine Hälfte der Doppeltrioden an- bzw. abschaltet (?). Idealerweise Anode, Gitter, Kathode schaltbar.
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Tech-Talk Amps / Re: Amp zu leise
« Letzter Beitrag von Paulecaster am 2.06.2026 16:02 »
Ja haha guter Text

ich teste das nun zunächst mit dem Ziehen der Röhren um die Stelle besser lokalisieren zu können

zuerst die 6dr7, wenn es dann noch tuckert die ECC83
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Moin,

warum nimmt man einen dieser unsäglichen Hammonds für einen vintage AC30? Dirk hat einen exakt passenden AÜ im Shop der ohne große Bastelei passt: https://www.tubetown.net/ttstore/de/tt-vox-ac30-style-uebertrager-30-watt-4-8-16-ohm.html

* Und dann brummt es wieder, weil die beiden Kerne gleich positioniert sind? Nö.
Das war vorher ein klarer Design Flaw.

Und zum Thema Übertemperatur: Mal die Ströme im Amp verifiziert? Und zwar nicht nur in Idle, sondern auch wenn das Ding Vollgas pumpt.

* Ja 12 h lang mit 1khz; 40mV PP Sinus und Rechteck mit Brilliant auf 50%. Das hat Ihm schon gereicht. Der Amp hat oben nur drei statt der später normal 6 Lüftungsschlitze und äußerlich wollte ich nicht so stark eingreifen. Die drei zusätzlichen bringen ja auch nur 8 Grad. Da bin ich lange drunter.

Der 290NX ist mit 6.8A @6.3V und 3.4A@5V angegeben was normalerweise auch ausreicht, aber die HT Seite ist mit 260mA ziemlich konservativ ausgelegt, ein alter AC 30 läuft mit dem Standard 50Ohm Rk und modernen Netzspannungen meist im Bereich 230-240mA bei Vollgas.

* Irgendwo vorher im Faden schrieb ich, daß ich auf 82 Ohm umrüstete also von 45 mA pro EL84 auf 35mA in idle.

Deswegen hätte ich auch hier zum TT Trafo gegriffen, der bietet 320mA und hat damit etwas Headroom und bisher wurde fast jeder AC30, der hier war (und das waren schon einige), auf 82 Ohm Rk umgebaut außer der Besitzer hatte da kein Einsehen in meine Argumentation und bestand auf die ursprünglichen 50 Ohm, aber da sind die EL84 locker bei 120% Pa, wenn nicht noch höher. Das Screen und Grid Resistors angepasst wurden nehm ich mal an, weil ansonsten das Ding vermutlich bald wieder in Deiner Werkstatt steht.

* Jawoll! (Gut zu wissen. Der Typ hat noch ein Copper-Panel von 1964 mit nachgerüstetem TB.
Der ist auch im Arsch. Ich schicke den dann sehr gern zu Dir, da kriegt der auch gleich mal mit,
was das bei anderen so kostet.) Ich hab keine 12W EL84 bestückt sondern russische 6P14P -ER
(7320) Die können locker 14 Watt ab.

Bezüglich Brumm beim AC gibts von Lyle etliche Videos die genau darstellen wo es knackt und wie man den Brumm in Griff bekommt (und das bedingt auch Änderungen an der originalen Verdrahtung) und das funktioniert echt gut.

* Wer ist Lyle? Ach so. Der Keyboarder von Pat Metheny. Wußte garnicht, daß der auch Amps repariert. Die einseitige Masse der Heizung an V1 hab ich übrigens auch beseitigt bevor ich die Heizspannung symmetrierte.

Gruß
blues

* Dito
drstrange

* PS: Sammler und Spekulanten lasse ich normalerweise nicht in meine Werkstatt, nur Musiker die wollen, daß Ihr Equipment funktioniert. Und denen ist das scheiß egal was da für Wickelgüter verbaut werden. Die müssen bei mir auch vorspielen, damit ich glauben kann, daß sie selber den Amp benutzen können.
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Tech-Talk Amps / Re: Amp zu leise
« Letzter Beitrag von Röhre69 am 2.06.2026 12:54 »
Hallo zusammen,
 
da ich momentan auch nicht weiter weiß, habe ich KI mit "Wie kann Röhre69 Motorboating beseitigen" gefüttert.

Hat für große Belustigung bei mir gesorgt (siehe Anhang)

Maßnahme 1 (Ziehen von einzelnen Vorstufenröhren) könnte weiterhelfen.
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Moin,

warum nimmt man einen dieser unsäglichen Hammonds für einen vintage AC30? Dirk hat einen exakt passenden AÜ im Shop der ohne große Bastelei passt: https://www.tubetown.net/ttstore/de/tt-vox-ac30-style-uebertrager-30-watt-4-8-16-ohm.html

Und zum Thema Übertemperatur: Mal die Ströme im Amp verifiziert? Und zwar nicht nur in Idle, sondern auch wenn das Ding Vollgas pumpt.
Der 290NX ist mit 6.8A @6.3V und 3.4A@5V angegeben was normalerweise auch ausreicht, aber die HT Seite ist mit 260mA ziemlich konservativ ausgelegt, ein alter AC 30 läuft mit dem Standard 50Ohm Rk und modernen Netzspannungen meist im Bereich 230-240mA bei Vollgas.
Deswegen hätte ich auch hier zum TT Trafo gegriffen, der bietet 320mA und hat damit etwas Headroom und bisher wurde fast jeder AC30, der hier war (und das waren schon einige), auf 82 Ohm Rk umgebaut außer der Besitzer hatte da kein Einsehen in meine Argumentation und bestand auf die ursprünglichen 50 Ohm, aber da sind die EL84 locker bei 120% Pa, wenn nicht noch höher. Das Screen und Grid Resistors angepasst wurden nehm ich mal an, weil ansonsten das Ding vermutlich bald wieder in Deiner Werkstatt steht.
Bezüglich Brumm beim AC gibts von Lyle etliche Videos die genau darstellen wo es knackt und wie man den Brumm in Griff bekommt (und das bedingt auch Änderungen an der originalen Verdrahtung) und das funktioniert echt gut.

Gruß
blues

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Tech-Talk Amps / Re: Amp zu leise
« Letzter Beitrag von Röhre69 am 2.06.2026 07:49 »
Zitat
hier ein Soundfile vom Tuckern und dem Rauschen wenn am Hallpoti gedreht wird

"Meine" Handytuckerstörung hat sich komplett anders angehört. Täusche ich mich oder hört das Tuckern auf, wenn ein Signal von der Gitarre kommt? Was passiert, wenn Du die Eingangsbuchse kurzschließt, z.B. mit Kurzschlussklinkenstecker.

Grüße
100
Moin
Abschließend kurzes Resümee.
Der Amp ist zurück beim Spieler und er brummt auch nicht mehr so auffällig  (ist nun normal) . Der AÜ mußte letztendlich auch noch getauscht werden, da er durch die andauernde thermische Belastung unsymmetrisch war. Nachdem ein Hammond AÜ für AC30 Vintage (1750V) stehend eingebaut war, der ja auch in seiner Eisenkernausrichtung anders ausgerichtet ist als der originale Woden AÜ (liegend), wurde das Brummen dann vernachlässigbar. Ich hatte dann sicherheitshalber mit der Schrotflinte in der Vorstufe auch alle alten (Kathoden)-Elkos und Koppel-Cs getauscht. Besonderheit: Es waren zwei Ölcaps als Koppel-Cs zum Phaseninverter verbaut die zwar mit 0,047yF beschriftet waren aber beide ca. 1,2 yF hatten. nachdem die gewechselt waren, wurde es noch besser. Somit wurde die gesamte Endstufe und auch das gesamte Netzteil erneuert. Es ist kein VOX AC30 mehr, sondern ein Hammond AC30. Besonderheit: Der 290NX Hammond Netztrafo hat eine Thermosicherung eingebaut (Bimetall?), die bei 90 Grad zuschlägt und den mains Trafo und somit den Amp abschaltet. Das haben mir die Hammond Leute in Canada bestätigt. Man sieht auch in der Spec, diesen kleinen  runden Kreis, mit einer "90°C" Beschriftung in der Primärwicklung und das war auch ganz gut, denn bei den ersten Dauertests mit Eingangssignal, kam diese Thermosicherung mehrere Male, bis ich dann durch andere Maßnahmen (größeres eckiges Loch im Slider-Board (Plinth) etc.) Abhilfe schaffte und der Amp nun 12 h im Stressdauertest durchlief ohne zu kollabieren.  Die Kosten für diese Reparatur waren erheblich und der Aufwand ebenfalls aber mit HT-Sicherung und anderen Maßnahmen ist der Amp jetzt thermisch abgesichert. Es war lehrreich aber ich muß sowas nicht unbedingt nochmal haben und frage mich immer noch, wie die VOX Leute damals diese Schaltung so im Original verkaufen konnten.

Vielen Dank für Eure Hilfe.
drstrange
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