Wichtig! PE (Schutzleiter)!

Begonnen von Stephan G., Apr 07, 2005, 09:02

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Stephan G.

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Hi, Folks!
Es geht hier gleich mit einem sehr wichtigen Thema los:

Ein funktionstüchtiger Schutzleiter!

Der Schutzleiter soll im Fehlerfall -z. B. Körperschluß im Gerät - den Stromkreis zur Erde hin schließen und im Normalfall eine Überstrom-Schutzeinrichtung (Sicherung) oder eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD/FI) schnell zum Auslösen (Abschalten) bringen.
Das bedeutet bei einer normalen Hausinstallation mit 16A Leitungsschutzschalter ("Sicherungsautomat") vom Typ B einen Abschaltstrom von mindestens 80A!!!
Der Draht vom PE-Anschluß des Kaltgerätesteckers zum Gehäuseanschluß sollte daher mechanisch fest, so kurz wie möglich und so dick wie möglich sein - ich persönlich nehme flexible Aderleitung H07V-K 2,5² - ein realistischer Wert. Farbliche Kennzeichnung (grün/gelb) muß ebenfalls sein!Starre Drähte haben übrigens in Amps nix verloren!
Vor dem Einschalten sollte man den Schutzleiterwiderstand mit dem Multimeter überprüfen: mehr als 1 Ohm vom Schutzkontaktstecker zu metallenen Teilen des Amps deuten auf Schwierigkeiten hin und werden unter Umständen gefährlich!

Auf keinen Fall sollte man den PE abklemmen, um Brummprobleme in den Griff zu bekommen. Sollte an so einem Amp ein schwerer Unfall geschehen, kann der "Abklemmer" einpacken: Zahnbürste, Zigaretten, Seife, Vaseline, ... - was man im Knast halt so braucht.

Brummprobleme können an anderen Stellen behoben werden...

Unklarheiten, Erklärungsbedarf, anderer Meinung, was vergessen?

Zögert nicht!

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Joachim

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YaBB God
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Hi, zusammen,

noch eine Anmerkung: Der Schutzleiter sollte am Gehäuse über eine Schraubverbindung kontaktiert werden. Das ist soweit nichts besonderes, aber es gibt nicht nur Stahlgehäuse sondern auch Alu-Gehäuse und die haben eine Oxdschicht, die u.U. ein sauberes Kontaktieren schwer macht. Dafür gibt es spezielle Muttern bzw. Zahnscheiben, die sich ins Aluminium hineinbeißen und die man hier auch unbedingt verwenden sollte. Sonnst kann auf Dauer durch erneute Oydierung der Schutzkontakt verloren gehen. Bei mehrteiligen Alu-Gehüsen ist auch darauf zu achten, dass alle einzelnen Blechteile geerdet sind.

Ich recherchiere das noch mit den Erdkontakt-Muttern und werde das demnächst hier posten.

Gruß,
Joachim
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Günter

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Hi Folks,

hab' auch noch was beizutragen, da unter uns ja auch viele begeisterte CONRAD-Kunden sind:

Es gibt da einen AMP- Flachsteckeranschluss mit KUPFERNIETE zu kaufen, eine feine Sache im Prinzip und auch VDE-mäßig.
Die Kupferniete darf allerdings nicht bei ALU- Chassis verwendet werden (Kupfer und Alu vertragen sich nicht- Elektrolyse).
Bei der Anschraub- Variante sind selbstsichernde Muttern (die mit dem blauen Nylon- Einsatz) ideal.

Generell sollte der Schutzleiter unbedingt für sich separat und in unmittelbarer Nähe der Netzeingangsbuchse befestigt sein:  über AMP- Stecker gesteckt/genietet oder geschraubt, auf keinen Fall aber gelötet.

Vielleicht haben Joachim & Stefan ja irgendwo allgemeinverständliche VDE- Unterlagen in Bezug auf Abstände  spannungsführender Leitungen zum Metallgehäuse, Spannungsfestigkeit von Kabeln (Silikon/ Teflon), Widerständen u.s.w.?

Gruß & auf ein lebendiges Löten

Günter




Joachim

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Hi!

ZitatVielleicht haben Joachim & Stefan ja irgendwo allgemeinverständliche VDE- Unterlagen in Bezug auf Abstände  spannungsführender Leitungen zum Metallgehäuse, Spannungsfestigkeit von Kabeln (Silikon/ Teflon), Widerständen u.s.w.?

Die VDE-Sachen sind halt nicht so einfach frei im Netz verfügbar. Aber ja klar, sowas gibt's irgendwo, man muß es nur finden ;). Ich schau mal.

Gruß,
Joachim
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Stephan G.

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#4
Hi, Folks!
Geeignete Scheiben zur Kontaktierung verschiedener Metallteile gibts z. B. bei Rittal:
http://www2.rittal.de/de/Produkte/ProduktDetails/ArtikelDatenblatt.asp?ARTNR=2334000&lang=D

Die Dinger gibts für M5, 6 und 8 und heißen Kontaktscheiben.
Normale Zahnscheiben haben den Nachteil, daß die Kontaktfläche nur bei Zerstörung der Oberfläche groß genug wird.
Gute Informationen zu Schutzleiteranschlüssen generell gibts auch bei Rittal:
http://www.rittal.de/de/downloads/Produkte/PS_SCHUTZLEITERBROSCHUERE.PDF

Die Sache mit den VDE-Richtlinien iss relativ kompliziert. Bestenfalls kann man daraus zitieren - Kopien sind illegal!
Als Faustregel für Abstände spannungsführender Teile kann man ca. 1cm/KV bei Luftisolierung annehmen. Mehr schadet nicht! Eine Tabelle mit Normenverweis gibts bei Wago - werd ich demnächst mal einscannen.

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Günter

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Hi Stephan,

illegal?! Das ist ja der Hammer!
Da sieht man doch mal, wie sehr dem VDE die Volksgesundheit am Herzen liegt- ohne Moos nix los...

Gruß

Günter

Joachim

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Hi Günter,

ja das ist so. VDE-Richtlinien werden für teueres Geld verkauft und da haben die die Finger drauf. Aber wie Stephan sagt, man darf zitieren und die Regeln mit andern Worten auslegen und sowas haben auch schon einige leute gemacht. Man muß es nur finden.

Gruß,
Joachim
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Stephan G.

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Hi, Günter!
Wieso bist Du nicht registriert?
Das würde sich bestimmt lohnen - Ich hoffe zumindest, Du bleibst uns noch ´ne zeitlang erhalten ...

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Günter

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Hi Stefan,

vielen Dank für die Blumen, es macht mir auch sehr viel Spass!

Über mein Problem bzgl. der Registrierung: siehe TECH-TALK MARSHALL: PLEXI- 50-MASTER meinen Dialog mit Joachim. Ich hoffe, daß ich das mit Dirks Hilfe aber noch demnächst in den Griff kriege...

Gruß

GÜNTER

elektronen_kalli

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Hallo!

Zum Thema Schutzleiter und dessen Kontaktierung gibts noch anzumerken, dass zur Befestigung des PE's am Gehäuse keine Verschraubung genutzt werden darf, die normalerweise der Befestigung irgendwelchen Bauteile oder Gehäuseteile dient.

Gruß
Kalli

Killigrew

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Joachim

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Hi!

Was Kalli meint, ist, dass die Schraube, die den Schutzleiterkontakt herstellt, nur zu diesem einen Zweck verwendet werden darf. Es darf also keine Schraube verwendet werden, die z.B. gleichtzeitig Gehäuseteile verbindet oder auch ein Abstandsbolzen zur Befestigung der Platine, denn diese Teile könnten zum Zerlegen des Gerätes gelöst werden und damit würde auch die Verbindung mit dem Schutzleiter gelöst.

Gruß,
Joachim
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bazookajoe

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Zitat von: Günter am Apr 07, 2005, 09:56
(Kupfer und Alu vertragen sich nicht- Elektrolyse).

Was Elektrolyse ist, weiß ich schon, aber was passiert wirklich, wenn Kupfer und Alu zusammenkommen?

Gut daß ich das gelesen habe, ich habe nämlich einen 1955er Fender Champ der Komplett frei verdrahtet ist, das Chassis sieht aus wie Kupferbeschichtet, jedenfalls sind alle Bauteile direkt aufs Chassis gelötet, ich möchte den nachbauen, meine Idee war eigentlich, so ein Hammond Aluchassis zu nehmen und ein dünnes Kupferblech einzulegen...

Offenbar keine so gute idee?

Andere Möglichkeit wär Kupferbeschichtete Epoxyplatte, oder ich müßte doch so ein Layout auf Boards wie bei den späteren Champs machen.
(Oder ein Stahlchassis?)


Burkhard

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Moin
Wenn der Amp nen Einbaustecker hat wäre auch das Anschlußkabel nicht zu vergessen.
Da sind ja schon die reinsten Gruselfäden gesichtet worden  :-[

Olaf

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Blöde Frage:

Warum haben starre Drähte im Amp nichts verloren? Ich kenne etliche Amps, die starren Draht für Grounds, Heaters, etc, benutzen (nicht nur DIY Amps). . . .