Welche Auswirkungen hat die Einbaulage von Röhren?

Begonnen von Jürgen, Jan 23, 2019, 07:27

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Jürgen

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YaBB God
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Hallo.
Ich habe hier ein komisches Phänomen zu verzeichnen. Ich baute einen Superlite II (18W) bei dem die Lage des Chassis, also die Lage der Röhren einen Einfluss auf den Ruhestrom zu haben scheint. Kippe ich das gesamte Chassis nach schräg hinten, steigt der Ruhestrom sehr langsam aber stetig über den maximal zulässigen Wert. Stelle ich das Chassis wieder waagerecht, so dass die Röhren senkrecht stehen, fällt der Ruhestrom wieder bis in den "gesunden" Bereich. Ich vermute, daß ein Wärmestau bei der Schräglage dafür verantwortlich ist. Entweder sind es die EL84, die durch die Eigenhitze diese unschönen Veränderungen hervorrufen, oder es ist die EZ81. Letztere ist eine neue Röhre von JJ und ich musste sie gegen eine alte EZ81 aus einem alten Radio austauschen, damit ich den Ruhestrom überhaupt gebändigt bekomme, da sich die Spannungen ständig änderten und somit auch der Kathodenstrom, welcher nach anfänglicher Stabilität (2 Minuten) plötzlich anfing um 5-8mA zu steigen. Muß man eine Gleichrichterröhre denn auch erst einbrennen, bis sie stabil arbeitet?

Gruß, Jürgen

bea

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YaBB God
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#1
Wenn im Datenblatt der Röhre nichts von beliebiger Orientierung steht, muss man vorsichtig sein. Hier finde ich jedenfalls keinen Hinweis: http://www.mif.pg.gda.pl/homepages/frank/sheets/030/e/EZ81.pdf

Bei der EL84 auch nicht. Die Gitter und die Kathode sind langgestreckte Strukturen, die sich durch die Hitze ausdehnen und "durchhängen" können.

Unabhängig scheint zumindest diese EZ81 einen Schuß zu haben. Wenn Du sie testen willst, ohne die EL84 zu gefährden, musst Du die EL84 wohl oder übel durch passende Lastwiderstände ersetzen, die an der Spannung in etwa die gewollten Ruheströme fließen lassen.
Liebe Grüße

Beate

Jürgen

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Bei EL84 sowie auch EZ81 habe ich schon Datenblätter gesehen, die aussagten, daß die Einbaulage egal ist. Damit ist bestimmt nur waagerecht oder senkrecht gemeint und nicht schräg nach unten. Jetzt läuft sogar die JJ stabil, allerdings mit 322V statt 302 mit der alten EZ81. Gestern war ich schon am verzweifeln, warum der Ruhestrom unaufhaltsam in die Höhe schoss.

Gruß, Jürgen


Jürgen

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Aber "einbrennen" muß man Gleichrichterröhren nicht, oder?

bea

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offenbar schon. Einbrennen ist zeitintensiv, und Röhren sind im Vergleich zu Lohnkosten deutlich billiger als in alten Zeiten...
Liebe Grüße

Beate

Jürgen

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Aha. Dann lasse ich den Amp mal über Nacht laufen, kann ich meine Heizung etwas drosseln.  :)

Schöne Grüße, Jürgen


Jürgen

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Hier mal ein Bild von dem neuen Amp.

chipsatz

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Hallo,

eigentlich sollte der Bias-Strom hier relativ unabhängig von Anodenspannungs-Schwankungen sein.
Noch ein Tip zum Kathodenwiderstand: Diesen sollte man nicht ganz auf der Platine aufsetzen, sondern mit etwas Abstand zur Platine montieren. Das verbessert die Kühlung und verhindert, dass sich die Platine zu sehr aufheizt.

Gruß
mike

Jürgen

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Hallo Mike,
wenn sich die Anodenspannung drastisch ändert, ändert sich auch der Kathodenstrom. Man muß dann meistens den Rk neu dimensionieren, um wieder auf die gewünschten Werte zu kommen. Diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht.

Der Kathodenwiderstand hat an seiner Position zur besseren Kühlung 2 große Bohrungen in der Platine. Und er liegt nicht auf. Ich lasse immer mindestens 2 Millimeter Luft zwischen Platine und Widerstand. Man sieht es wohl auf dem Bild schlecht. Aber danke für den Tipp.

Gruß, Jürgen

carlitz

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Hallo,

ich vermute das hierbei das Problem an den Röhrenfassungen in Kombination mit den eingesetzten Röhren liegt.

Ich habe jetzt nun schon öfter beobachtet, das Keramikfassungen nicht mehr sicher die Röhrenpins halten.

Ich kann noch nicht sagen ob die Fassung zu weit ist oder die Röhrenpins zu dünn.

Definitiv habe ich schon Röhren gehabt, die nicht fest und sicher in der Fassung waren, andere Röhren gleichen Typs und anderer Hersteller schon.

Wenn die Röhren nun im Chassis "liegen", dann sind die Hebelkräfte größer und durch die Wärme kann es sein, das dann kein richtiger Kontakt mehr vorhanden ist.


Gruß
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chipsatz

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Zitat von: Jürgen am Jan 24, 2019, 09:23
Hallo Mike,
wenn sich die Anodenspannung drastisch ändert, ändert sich auch der Kathodenstrom. Man muß dann meistens den Rk neu dimensionieren, um wieder auf die gewünschten Werte zu kommen. Diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht.

Hmm... dann liefer bitte mal paar Werte,
für eine Stomänderung von 5-8mA reicht eine Spannungsänderung von 20V normalerweise nicht aus. Da muss noch was Anderes im Argen sein.

Gruß
mike

Jürgen

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Mir ist es auch sehr schleierhaft. Wenn der Amp waagerecht steht, also die Röhren senkrecht, ist alles in Butter. Nur wenn ich das Chassis nach hinten kippe und die Röhren nach schräg unten neige, (also nicht ganz die Röhren nach unten) fängt nach ca. 5 Minuten der Ruhestrom gaanz langsam an zu steigen. Es muß also ein thermisches Problem sein. Hat jemand zufällig gerade einen Amp offen  und kann das mal probieren?
Bei Röhrensockeln bin ich sehr wählerisch geworden, denn ich habe schon einige Reinfälle erlebt. Besonders die 9-Pin Dinger mit dem Metallring kaufe ich nie wieder. Da wackeln die Röhren drin herum wie sonstwas, auch die "Kontakte" machen ihrem Namen keine große Ehre. Ich benutze daher nur wirklich gute Sockel, hier sind es sogar welche mit Goldpins. Da gehen die Röhren sehr straff rein und wackeln kein bisschen. Apropos wackeln: ich wackelte natürlich an den Röhren herum, wenn es ein Kontaktproblem der Sockel wäre, hätte ich das bestimmt bemerkt. Ich hänge mal ein Bild von den miesen Sockeln an. Die kommen mir nicht mehr ins Haus.

Grüße, Jürgen


Jürgen

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#12
Hier mal die Sockel.

carlitz

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Hallo,

ich habe gute Erfahrung mit den Belton Sockeln gemacht, die nehme ich nur noch.

Die abgebildeten Sockel machen einen guten Eindruck, hast Du mal verschiedene Röhrenhersteller probiert ?

Gruß
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Jürgen

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#14
Ja. Ich probierte 2 Paare russische  6P14P und einige Paare von RFT. Immer der selbe Effekt. Nur in waagerechter und senkrechter Einbaulage ist der Ruhestrom so, wie er sein soll und stabil. Bei Ua= 315V sind es 36mA pro Röhre (Kathode Bias). Ich hänge mal den Schaltplan mit an. Warum die da 2200µF als Kathoden C verwendet haben, ist nicht nachvollziehbar. Den Punkt "H", der von der Heizung mit an die Kathode geht, und der wohl eine Art "Hochlegen" darstellen soll, habe ich abgetrennt, da der Ruhestrom um die 70! mA pro Röhre lag. Außerdem gibt es brummtechnisch keine Veränderung, wenn die beiden 100R an der Heizung raus sind.

Gruß, Jürgen