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Preamp mit PI / Tone King Imperial

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Offline pitti

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Preamp mit PI / Tone King Imperial
« am: 7.08.2025 13:17 »
Hallo,
Da ich ein großer Fan des PPIMV bei vintage amps bin, kam mir schon vor längerer Zeit die Idee, einen tube preamp inklusive PI zu basteln, z.B. 1959 oder blackface. Die Berichte über den Toneking Imperial preamp haben mich daran erinnert und ich würde das gerne endlich mal probieren. Mir ist nur nicht ganz klar, wie ich die beiden gegenphasigen Signale nach dem PI wieder zu einem zusammenbringe. Außer einem PP Trafo fällt mir dazu nichts ein. Habt ihr vielleicht noch andere Ideen?
Viel Grüße
Pitti

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Offline Röhre69

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #1 am: 7.08.2025 13:47 »
Unüberlegter Schnellschuss aus der Hüfte: Stereo-Poti?

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Offline tele05

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #2 am: 7.08.2025 14:25 »
Hallo Pitti,

habe ich noch nicht drüber nachgedacht, aber -
Eigentlich brauchst Du doch gar nichts zusammenbringen. Du kannst doch einfach eins der beiden Signale nehmen, damit weitermachen und das 2. ignorieren.
Der "Sound" eines Phasendrehers kommt weniger als dem Zusammenmischen der beiden invertierten (leicht unterschiedlichen und 180 Grad gedrehten) Signale, als aus der Übersteuerung der Phasendreherröhre.
Der Reiz des PPIMV liegt eher darin, dass diese Röhre übersteuert wird und der Master dahinter liegt, denke ich.

Und wenn Du doch mischen willst, dann brauchst Du halt noch eine Triode als Mischerstufe mit 2 x 220k. So wie man 2 Kanäle normalerweise mischt.
Oder einen Common Anode Mixer mit 2 Trioden.

Müsste so gehen, aber keine Erfahrung damit.

Viele Grüße
Oliver

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Offline pitti

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #3 am: 7.08.2025 22:07 »
Würden sich nicht bei Mischwiderständen, Stereopoti oder common anode mixer die gegenphasigen Signale aufheben? Daher meine Idee mit dem PP-Trafo. Ich würde auch zustimmen, dass bei Verwendung nur eines Ausgangs der ganze Aufwand übertrieben wäre. Aber es muss doch noch eine andere Möglichkeit geben. Toneking hat das beim Imperial preamp bestimmt nicht mit einem Trafo gelöst. Zumindest sieht man auf den Bildern keinen.
Gruß
Pitti

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Offline Helmholtz

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #4 am: 8.08.2025 00:02 »
Würden sich nicht bei Mischwiderständen, Stereopoti oder common anode mixer die gegenphasigen Signale aufheben? Daher meine Idee mit dem PP-Trafo.

Ja, bei solchen additiven Mischverfahren heben sich gleich große, gegenphasige Signale auf.
Wenn sie das tun, bedeutet das aber auch, dass beide Signale bis auf die Phase identisch sind, also dieselben Informationen enthalten.
Deshalb genügt es, nur einen PI-Ausgang zu verwenden (wie von tele05 bereits vorgeschlagen).
Ein Trafo zur differenziellen Mischung ist m.E. nicht nötig.
Auch dürfte eine Anpassung an den ziemlich hochohmigen Ausgang des PI nicht ganz einfach sein. 

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Offline Röhre69

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #5 am: 8.08.2025 07:12 »
Hallo,

das mit dem Stereopoti ist in diesem Zusammenhang Unsinn, habe die Frage falsch verstanden, sorry.

Was willst Du mit dem "zusammengeführten Signal" ansteuern (Lastwiderstand)?

Grüße

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Offline tele05

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #6 am: 8.08.2025 10:38 »
Du hast natürlich Recht. So wie ichs geschrieben habe ist das Quatsch. Da käme nahezu nichts raus.

Aber guck Dir mal einen Paraphase Inverter an. Daran sieht man ganz gut, was ich meine.
Da wird zur Erzeugung des 2. Signals eine invertierende und abschwächende Stufe hinzu gefügt.
Und dahinter käme zur Vorbereitung des Summierens noch ein 0dB Inverter. Abgesehen vom Gain hebt sich das doppelte Invertieren auf.

Für mich ergibt sich daraus ziemlich klar, dass der primäre Effekt eines PPIMV aus den Verzerrungen entsteht, die im PI auftreten.
Und die könnte man wahrscheinlich auch aus einer unsymmetrischen/1-kanaligen Zerrstufe holen und sich die Symmetrierung und Wieder-Zusammenführung sparen.

Aber probiers aus. Gehen müsste es. Und wer weiß, vielleicht klingts ja gut.
Der Charakter unterschiedlicher PIs kommt ja gerade aus deren Unperfektion.

Viele Grüße
Oliver

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Offline Röhre69

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #7 am: 8.08.2025 12:28 »
Zitat
Der Charakter unterschiedlicher PIs kommt ja gerade aus deren Unperfektion

Denke, pitti möchte die positive Halbwelle vom einen PI-Ausgang und die negative Halbwelle vom anderen PI-Ausgang zusammenführen und damit die Unperfektion (Asymmetrie) nutzen - quasi eine Endstufensimulation. Bei der PP-Endstufe schneiden ja die Röhren jeweils eine Halbwelle ab.

Könnte mir vorstellen, dass das mit OP-Schaltungen gemacht wird/gemacht werden könnte.

Grüße

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Offline Röhre69

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #8 am: 8.08.2025 13:10 »
Anbei kleiner Schaltplan, Out1 und 2 müssten dann noch addiert werden. Mal so als Anregung..., muss natürlich erst noch gründlich durchdacht werden...

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Offline pitti

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #9 am: 8.08.2025 13:13 »
Ja genau, war als Endstufensimulation gedacht. Ich schaue mal, ob ich eine passende Opampschaltung finde.
Gruß
Pitti

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Offline Röhre69

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #10 am: 8.08.2025 13:40 »
Hallo pitti,

falls die Schleusenspannung der Dioden (0,2 ... 0,4 Volt) zu zusätzlichen unerwünschten Übernahmeverzerrungen führen sollte oder Spikes auftreten, können/müssen diese durch eine OP-Schaltung ersetzt werden (Suchbegriff: ideale Diode mit OP).
Mal schaun, was deine Recherchen ergeben. Halt uns bitte auf dem Laufenden  :)

Grüße

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Offline Röhre69

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #11 am: 8.08.2025 13:42 »
oder Stichwort Präzisionsgleichrichter!

https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4zisionsgleichrichter

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Offline Helmholtz

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #12 am: 8.08.2025 20:54 »
Um die beiden PI-Signale wie bei einer PP-Endstufe zu kombinieren, muss eines der Signale invertiert und dann zum anderen Signal addiert werden.
Ich sehe nicht, wie das mit Dioden/Gleichrichterschaltungen realisiert werden kann.
Zum Invertieren mit Verstärkung 1 bei derart hohen Signalpegeln bieten sich z.B. Kathodyn-Schaltungen mit Röhre oder Mosfet an.
Das invertierte Signal erhält man an der Anode bzw. dem Drain.
Um genau die Verstärkung 1 zu erzielen, muss der Anoden(Drain)-Widerstand etwas größer sein als der Kathoden(Source)- Widerstand.
Die Signaladdition kann dann mit einer üblichen Mischerschaltung erfolgen.

Womit soll denn dieser Vorverstärker verbunden werden?
Was sind Ausgangssignalpegel und Lastimpedanz?
Wie soll die Signalformung durch Endstufe, Ausgangstrafo und insbesondere Lautsprecher nachgebildet werden?
« Letzte Änderung: 8.08.2025 22:40 von Helmholtz »

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Offline Röhre69

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #13 am: 9.08.2025 07:33 »
Hallo Helmholtz,

Frage: Meiner Meinung nach funktioniert eine Röhren-Gegentaktendstufe (da gibt´s keine komplementären Typen) wie im Bild dargestellt - ist das so richtig, oder habe ich da einen grundlegenden Denkfehler?

Grüße

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Offline Helmholtz

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Re: Preamp mit PI / Tone King Imperial
« Antwort #14 am: 9.08.2025 15:08 »
Größtenteils richtig, aber..

- die Halbsinussignale zwischen Endröhren und Primärwicklung stimmen nur für die Ströme bei Klasse B-Betrieb, nicht für Klasse A und nicht für die Spannungen,
- die Signalspannungen an den Anoden (also die Spannungen an beiden Hälften der Primärwicklung) sind jeweils voller Sinus. Dafür sorgen die andere Röhre und die Trafokopplung.