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Tweed-Champ - blocking distortion?

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Kpt.Maritim:
Hallo

genau so sieht das aus, die Nadel kann sogar noch spitzer sein und links aufd er Habwelle sitzen, wenn diese gekappt wird. Sein. Mir selbst ist Blocking Distortion noch nicht passiert. Einem Freund von mir jedoch gleich zwei mal. Einmal wollte er die 6SK7 und einmal die 6AG7 mit der 6J5 übersteuern. Beide Male hat es diese Nadeln gegeben, die er mit einem sehr guten Oszi abbilden konnte. HF oder Schwingen konnte als Problem definitiv ausgeschlossen werden. Man konnte durch Verändern des Koppel-C und Rg der Endröhre jeweils die Nadel verändern, bekam sie aber nicht weg.

Die Lösung war letztlich anders zu Koppeln. Er hat in der Anode der 6J5 eine Anodendrossel benutzt und konnte so leistung auf das Gitter pfeffern. Eine andere Lösung ist im Anhang dieses Beitrages. Direkte Koppelung ohne Zeitkonstanten. Zwischenübertrager sind, schwer, teuer und müssen geschirmt werden. Die Direkte Kopplung ist mit relativ Hohen Versorgungsspannungen verbunden, und das Abgleichen des Arbeitspunktes des Endrohrs ist etwas Kniffelg, damit dabei die Röhre nicht zerstört wird.

Viele Grüße
Martin

Headsurgeon:
Zu 1. :

Bei Endroehren sollte natuerlich der normale Grid Stopper Widerstand an der Roehrenfassung nicht
ueberbrueckt werden. Hier sollte ein zusaetzlicher und groesserer Widerstand (ein paar zig k) mit einem
kleinen Kondensator parallel geschaltet werden. Bei Pentoden ist der Millereffekt nicht so ausgepraegt,
es ginge vielleicht auch ohne Kondensator.

Bei fruehen Marshall TSL100 waren 220k Grid Stopper vor den Endroehren und deren Effekt war hoerbar.


Gruesse!

Headsurgeon:

--- Zitat von: Doas am  6.08.2009 10:40 ---
Beim Müller Classic sind Z-Dioden gegen die BD drin. Marc schwört offenbar darauf. Auch hier habe ich den Sinn nicht 100ig begriffen...auch nicht wie diese Z-Dioden dimensioniert werden müssen.
Für Euch sollte das aber kein Problem sein und Ihr könntet das ja in dem Champ mal ausprobieren.

Viele Grüsse!
Doas

--- Ende Zitat ---

Tut der Marc das noch? Ich kann mich nicht erinnern, diesen....  meinen(!) blasphemischen Vorschlag
(wer suchet, wird in diesem Forum fuendig) in seinen neueren Verstaerkern gesehen zu haben.

Warum die Sache mit den Zener Diode - und einer zusaetzlichen Gleichrichterdiode *** - funktioniert?
Einfach ausgedrueckt: wenn Du *beide* Halbwellen durch Stromfluss klippst
- die obere durch Gitterstrom,
- die untere durch Zenerstrom,
wird der Koppelkkondensator durch die eine Welle geladen und die andere wieder entladen.
Ganz einfach!


Bei Gegentaktendstufen sorgt die "Einweggleichrichtung" durch Endstufenroehrengitterstrom auch fuer
Uebernahmeverzerrungen. Es ist nicht die Trafosaettigung, die
in diverser Flachliteratur wird dafuer als Ursache genannt wird.

Gruesse!


*** Zener Dioden leiten in Beiden Richtungen: vorwaerts mit ~0.7V Spannungsabfall, rueckwaerts mit
     der Zenerspannunng. Eine Gleichrichterdiode in Serie zur Zener verhindert die Vorwaertsleitung.
     Die Vorwaertsleitung uebernimmt die Roehre (Gitter->Katode)
     

Doas:
Hallo!

Ich habe experimentiert. Mit einer Z-Diodenkombi aus 63V + 16V bekomme ich die Nase weg.
Ich hatte nur an einer Endröhre diese Nase. Deshalb habe ich das auch nur an dieser einen installiert.
Die Biasspannung ist um die -40V.

Wenn ich das richtig verstehe, kappten die Z-Dioden jetzt bei etwa -120V. Da sollte die JJ 6l6GC ja eigentlich längst im cut off sein.
Wenn ich allerdings die Kombi nur ein bisschen verringere, sagen wir auf 47V+16V Z-Diode, dann kappt es das Signal auffällig viel zu früh.

Komisch.

Ich habe auch alles andere probiert um die Nase wegzubekommen. Koppel C auf bis zu 22nF runter, Gridstopper bis auf 100k rauf und die Bias-Rs bis 100k runter.
Geholfen hat nix. Bis auf die Z-Dioden. Wobei ich da kein gutes Gefühl dabei habe. Für Diodenclipping kann ich auch ein Pedal verwenden  ::)!

Viele Grüsse!

Doas

Headsurgeon:
Hi Doas,

hast Du auch Champ in der mache oder eine Gegentaktendstufe mit Gegenkopplung und fixed bias?
Ich denke eher letzteres...?

Die beiden Halbwellen sollten symmetrisch um die Bias Spannung herum geklippt werden.
Von -40V Bias gehts 40V nach "oben" bis der Gitterstromfluss bei ca. 0V einsetzt und demnach
sollten die Zener + 1n4007 bei -80V ... -85V klippen.

Es gibt zwei Moeglichkeiten, das "andere Ende" der Zener zu verschalten:
1) an den Bias Supply Elko bei -40V => 43V Zener  (nominal)
2) an die Masse => 82V Zener (nominal)

Warum schreibe ich "nominal"?
Das Knie der Zener wird u.U. bei hoeheren Stroemen bestimmt, als die Phasendrehstufe sie liefern kann.
Dann gibt's ca. 10% Toleranz. Folge: die Zener Diode klippt eher.

Bei Klasse AB oder B ist die Roehre, wie du schon geschrieben hast, bei  -2x Ubias  im Cut Off.

Gruesse!

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