Technik > Tech-Talk Amps

Ruhestrom im AB- Betrieb

<< < (2/6) > >>

Hardcorebastler:
Hi Seb.Pech,
warum berechnest du über ein Integral, Fläche und einer  angenommenen abgeflachten Sinusform den theoretischen Strom und misst nicht einfach  nach.
Mag sein dass die Formel stimmt für diese Kurvenform, aber ob die Kurve wirklich so aussieht ?

Messe den Strom mit einem guten Multimeter,  bei mittlerer Leistung ,bei 1 kHz, Gleichstrom DC, RMS , der durch jede Röhre fließt. Einmal den Anodenstrom x 480V + Gitterstrom * 360V.
Das ergibt die mittlere Belastung pro Röhre.

Dass Röhren in Gitarrenamps außerhalb ihrer Spezifikation betrieben werden hatten wir hier schon öfters, warum ?
war schon immer so, Begründung ist natürlich Quark, wird aber doch sehr gerne angeführt.
Logisch geht die Röhre schneller kaputt aber wie viel schneller ?, scheinbar können gewisse Röhren mehr Verlustleistung ab als im Datenblatt angegeben und es kommt darauf an ob der Amp immer am Limit gefahren wird.

Gruß, Jörg

Nils H.:
Moin,

das Kennlinienfeld oben stammt ja aus diesem Beitrag. Marc sagt dort, dass der Verlauf des B-Zweiges oberhalb der Leistungshyperbel unkritisch ist.

Keine Ahnung, ob das so richtig ist, aber ich spinne mal rum; rechnen wir doch mal: Wenn die Röhre im voll durchgesteuerten B-Betrieb läuft, habe ich an der Anode doch eine einweggleichgerichtete Spannung von (in diesem Fall) 480V Peak mit einem Scheitelfaktor von 0.5, Macht effektiv 240V. Bei einem mittleren Strom von 133mA macht das 32W an der Anode - leichte Überlast. Ich würde schätzen, das reicht noch nicht für Rotbäckchen, aber verkürzt wohl die Lebensdauer deutlich.

Maßnahmen wären: Erhöhen von Zaa und/oder verringern der Betriebsspannung. In beiden Fällen ginge wohl auf jeden Fall die Leistung runter, und das Klirrverhalten ändert sich vermutlich auch.


Die nächste Frage wäre für mich: Ist der PI so ausgelegt, dass er die Endröhren voll durchsteuern kann, oder macht der eh vorher zu?

Gruß, Nils

es345 (†):
Hallo Seb,

noch mal zusammenfassend die Ausgangssituation, so wie ich sie verstehe, falls sie nicht stimmt, bitte korrigiere sie:  
Gegentakt Verstärker, Endröhren EL34, Ub 480V, Ruhestrom 36 mA, Raa 3,4 KOhm.

Zunächst: eine schöne Herleitung, danke dafür! Der Ruhestrom ist zunächst kein Problem, im Leerlauf  führt dies zu 17,3 Watt pro Röhre. Die 36 mA sind meiner Ansicht nach ein B Betrieb. Raa sollte eher 4KOhm sein, siehe auch die einschlägigen Beispiele in den EL 34 Datenblättern. Die 3,4 K führen auf die Dauer zu eine Überlastung der Kathode.

Stell am besten mal den Stromlaufplan der Endstufe rein, dann können wir besser diskutieren.

Gruß Hans- Georg


Nils H.:
Moin,


--- Zitat von: Hardcorebastler am 28.11.2010 19:52 ---Dass Röhren in Gitarrenamps außerhalb ihrer Spezifikation betrieben werden hatten wir hier schon öfters, warum ?
war schon immer so, Begründung ist natürlich Quark, wird aber doch sehr gerne angeführt.

--- Ende Zitat ---

naja so ganz richtig ist das ja nicht. Klar gibt's Gründe dafür, warum in manchen Gitarrenamps die Röhren außerhalb der Spezifikation betrieben werden. Einen hast Du genannt: Weil's geht ;D. Darüber hinaus hat das sicherlich klangliche Gründe. Fender betreibt die 6L6 in fast allen Amps an rund 4 bis 4,3k Zaa bei Spannungen zwischen 420 und 480V. Empfohlener wert liegt hier aber eher bei 5-6k, womit die Röhren dann mit ziemlich geringem Klirr arbeiten, dafür aber auch weniger Leistung abgeben und einfach leblos klingen - eben neutral, und das ist im Gitarrenamp nicht gewünscht.

Gruß, Nils

Seb.Pech:
Hallo Hardcorebastler,
das Problem ist, dass ich noch nicht messen kann, weil ich gerade erstmal bei der Planung bin, es hadelt sich also um ein theoretisches Problem.

Ja das ist der Beitrag, dadurch bin ich auch darauf gestoßen. Ich hab das dort nicht verstanden, warum der erhöhte Strom unkritisch sein soll.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln