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Baubericht TT 18 Watt TMB in 12" Combo mit FX-Loop, Relais-Switch, Fehlerbericht

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Offline nixPb

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TT 18 Watt TMB in 12“-Combo aufbauen, mit FX-Loop und Relais-Switch, Baubericht incl. Fehlerbericht

Nachdem die LOW-Volt-Projekte Wild 13 und Jim geglückt waren und nun schon längere Zeit problemlos laufen, sollte es nun ein „richtiger“ Amp werden, der das Sofa vibrieren lässt.

Nach längerem Überlegen sollte es der „TT 18 Watt TMB“ werden. Der bei Tubetown hinterlegte Schaltplan war für mich – Nicht-Profi – im Wirkprinzip nachvollziehbar, das zugehörige Layout eindeutig und der Bausatz ausweislich der Forendiskussionen auch bereits bewährt.

Erstmals für uns nicht mit vorgefertigter Platine wie bei den Low´s, sondern point-to-point auf einem Turretboard.

Der Bericht ist mein persönlicher Erfahrungsbericht mit Beschreibung meiner Vorgehensweise, der von mir gemachten Fehler, deren Auswirkungen und meiner persönlichen Lösung dazu.

Der Bericht ist aber ausdrücklich keine Bauanleitung mit dem Anspruch auf Richtigkeit und entbindet niemanden von seiner eigenen Verantwortung gegenüber sich und anderen.

Trotzdem freue ich mich natürlich über Hinweise was verbesserungswürdig ist, was von mir falsch interpretiert ist oder wie andere Lösungsideen an Problemstellen aussehen könnten. Das wäre bestimmt auch für andere Mitlesende interessant und hilfreich.


Zur Verfügung stand eine gebrauchte 12“-Combo von H..ley-B..ton, die ich für diesen Zweck bei e..y ersteigert und dann entkernt hatte. Gehäuse/Tolex gesäubert (=geschrubbt), von innen neu schwarz gestrichen und neuen Griff drangebaut: Fast wie neu. Selbst tolexen ist einfach nicht meins.

Der Bausatz war, wie auch schon die davor, prompt und vollständig und gut verpackt geliefert worden. Das ist immer schon ein guter Anfang und schafft Vertrauen in den Schaltplan.

Ein Nachmittag wurde benötigt, um das Layout auf das Gehäuse umzusetzen; was passt wohin, was ist wie handelbar. Das TT -Layout konnte ich leider nicht ganz einhalten, V1 bis V3 mussten etwas enger zusammenrücken und liegen nicht in einer Reihe nebeneinander, sondern bilden ein Dreieck. Für die Kabelführung war das nicht ganz so gut, überkreuzen sich z.T., siehe Fotos. Da würde ich beim nächsten Mal mehr Zeit investieren und noch länger tüfteln.

Löcher für fünf Röhrenfassungen und einen Riesenkondensator in ein Stahlblechgehäuse zu schneiden, ist schon etwas mühsam. 3er, 5er, 8er Bohrer, dann nacheinander die Schälbohrer. Als Schneid-/Kühlmittel habe ich wieder eine seifenähnliche Paste genommen, da diese keinen Ölfilm hinterläßt und die Späne gut bindet, siehe Foto. Danach einfach Kleenex o.ä. und alles ist sauber im Gehäuse.

Die Gleichrichterröhre und eine Endstufenröhre, die nach meiner Erwartung ja im Betrieb recht heiß werden dürften, waren in meinem Layout nach meinem Empfinden recht nah am Ausgangsübertrager und dessen Kunststoff- Isolierungsfolie über den Wicklungen. Deshalb habe ich die auf den Fotos zu sehenden Wärmeableitbleche dazwischengesetzt. Ob´s notwendig ist oder doch eher als Radioantenne wirkt? Zumindest vergrößert es zusätzlich die Chassis-Oberfläche und leitet Wärme ab.

Beim Aufbau des Primärkreises habe ich dann den ersten Fehler gemacht: Die Kabel für die Power-On-Leuchte (POL) hatte ich der Einfachheit halber mit in den von mir vorgesehenen Steckschuhkontakt am Hauptschalter geklemmt. Beim Strom anschalten zum Check des Trafoanschlusses leuchtete die POL aber nicht.

Wohl dem, der die Frage ob irgendwo Spannung anliegt oder nicht, nicht nach dem Leuchten von Lampen beurteilt, sondern nachmisst so wie ich. Am Trafo lag nämlich wie vorgesehen auf beiden Seiten Spannung an, nur die POL leuchtete halt nicht. Eines der Kabel hatte beim Anklemmen keinen Kontakt bekommen. Steckschuh abgeschnitten, Kabel direkt am Schalter angelötet, Lampe leuchtet.

(Wg. anzuhängender Fotos ist der Bericht in mehrere Teile unterteilt.)
Stefan

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Offline nixPb

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Teil 2

Das Layout und die Bauteile auf dem Styroporblock:

Ein Super-Tipp hier aus dem Forum (User Wuffenberg, 10.12.2015):

..., weil es (mir) wirklich sehr hilft, beim Verdrahten nicht zu sehr durcheinander zu kommen:
Hab den Verdrahtungsplan ausgedruckt, auf eine Styroporplatte geklebt und die zu verarbeitenden Bauteile von oben durch den Plan gesteckt, so dass sie schön griffbereit sind. Dadurch weiss ich immer genau, welches Bauteil ich gerade zur Hand nehme und wo es hin soll. (Die Widerstände und Kondis hab ich vor dem Einstecken jeweils mit dem Multimeter getestet.) ...

Das habe ich aufgegriffen und für mich – Anfänger - noch intensiviert:

Das Layout der Platine/des Boards wird im Maßstab 1:1 ausgedruckt und auf den Styroporblock gesetzt. So kann ich die Beinchen der Bauteile schon vorher passend zurechtbiegen.
Das Styropor wird vorher in eine Tüte steckt, so muss ich danach nicht staubsaugen.
Und ich messe bei diesem Vorgehen die Bauteilwerte sogar zweimal: Das erste Mal beim Raussuchen und Einstecken ins Styropor, das zweite Mal dann zur Sicherheit beim Umsetzen ins Board. Seitdem habe ich keinen R 470 mit einem 470 K mehr verwechselt. Siehe Fotos.


Die Suche nach dem Elko-Entladewiderstand:

In den LOW´s werkelt eine als eigene Baugruppe auf Platine aufgebaute Spannungsversorgung, die zugleich auch die Entladewiderstände für die Elkos beinhaltet. Das ist auch im Amp gut erkennbar und m. E. sicher.

In der integrierten Powerunit des 18 W TMB finden sich solche Entladewiderstände nicht und ich mochte – da ich die notwendigen Werte und Orte nicht sicher berechnen kann - aber auch nicht in die Schaltung eingreifen. Das hätte mich fast vom Bau Abstand nehmen lassen. Schaltplan 1:1 von der Tubetown-Seite ist beigefügt.

Näheres Befassen damit ergab aber, dass ja die Röhren (=Verbraucher) nach dem Ausschalten des Amps nicht schlagartig nicht mehr verbrauchen, sondern – da ja noch warm – Restspannung aus den Elkos abbauen. Dies umso mehr, wenn durch die Standby-Funktion die Röhrenheizung ja weiterläuft.

Aber 1:
C 15a, der erste Elko hinter der Gleichrichterröhre, bekommt nach meiner Lesart auch bei geöffnetem Standbyschalter noch „Vollen Saft“ und entlädt sich später nur deshalb, weil der Standbyschalter über R 27 gebrückt wird. (?)

Aber 2:
Was ist, wenn ich den Amp einmal ohne Röhren in Betrieb nehme, z.B. um etwas zu messen?
Dann laden die Elkos ja trotzdem auf, aber würden nach dem Ausschalten ja mangels Röhren nicht mehr in der Schaltung entladen, ich müßte sie also manuell entladen. Dazu habe ich auch eine entsprechende kleine Apparatur gebaut (die ich beim Arbeiten am Amp ohnehin immer anklemme), ich würde das aber trotzdem  gerne ändern.

Wären C 16 und C 17 wohl der richtige Ort, um jeweils mit einem R permanent gebrückt zu werden? Z. B. mit jeweils 220 K und 5 Watt?

Stefan

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Offline nixPb

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  • Nichtphysiker, 1961
Teil 3:

Einteilung in vollständige Bauabschnitte:

Schalt- und Layoutplan drucke ich mir immer im A2-Format aus und pinne sie mit Magneten an die Wand; prima Posterfunktion des AdobeReaders. So ist immer alles präsent.

Dennoch ist das ein recht komplexes Vorhaben. Ich habe mir das deshalb vorher konsequent in Bauabschnitte aufgeteilt, die dann in eins abgearbeitet wurden, a la: Heute werden alle Heizungen angelötet, heute werden alle Kabel an der Unterseite des Turretboards angelötet, heute werden alle Leitungen zu den Röhren gelötet usw. und so fort.

So ist das Risiko, ein einzelnes Kabel oder einen einzelnen Anschluss, z. B. an Masse, zu vergessen, minimiert.


Einbau der Relaisplatine:

Für die Nutzung des FX-Loop-Bausatzes musste eine Relaisumschaltung dazwischen, die ich über den TubeTown-Bausatz (Doppelrelais) realisiert habe. Diese ist außer über einen kleinen Druckschalter in der Front des Amps auch per Footswitch schaltbar und benötigt 6 V AC Schaltspannung.

Fehler dabei, der ziemlich großen Brumm auslöste :

Die Stromversorgung für die Relaisumschaltung hatte ich zunächst an der Heizspannung der Gleichrichterröhre abgenommen. Lautes Brummen nach dem Anschalten des Amps war die Folge.
Offenbar streut die Gleichrichterröhre, an der ja nun zunächst einmal hochvoltige Wechselspannung anliegt, selbst reichlich Brumm in ihre unmittelbare Umgebung  und wenn ich den Schaltplan insoweit richtig verstehe, ist die Heizspannung der Gleichrichterröhre auch nicht im Sinne Symmetrierung auf Masse gelegt (zumindest finde ich das nicht). Vorher Schaltplan nochmal angucken und nachdenken, ob das wohl die geeignete Stromquelle ist, hätte mir wohl viel Mühe erspart. Und der Ort, an dem aus Wechselspannung Gleichspannung wird, ist vielleicht auch schon dem Grunde nach ungeeignet?

Die Stromversorgung der Relais erfolgt nun – verdrillte Kabel – brummfrei von der Heizspannung der V 5.


Einbau des FX-Loops (LND 150 Bausatz), Fehler und schon wieder Brumm

Genutzt habe ich den TubeTown-Bausatz LND 150 und der Einbau erfolgte im TMB-Kanal zwischen Tonepoti und Masterpoti.

Beim Einbau ist mir ein recht peinlicher Fehler unterlaufen:

Beim Einbau der Platine FX-Loop ins Gehäuse hatte ich gemerkt, dass die Anordnung der Buchsen Send / Return auf der Platine nicht zur Original-Beschriftung an meinem Amp-Gehäuse passt. Send / Return vertauscht. Anstatt aber gleich Aufkleber aussen anzubringen, habe ich das auf „das mache ich noch“ verschoben. Und dann natürlich vergessen.
Als dann etliche Tage später meine eingeschleiften – natürlich dann prompt falsch herum angestöpselten - Effektgeräte nicht funktionierten, habe ich lange nach Aufbau-Fehlern gesucht, die es gar nicht gab. Lehre daraus: So etwas wichtiges Funktionales muss gleich erledigt werden.

Durch den Einbau der beiden Zusatzplatinen laufen nun doch einige Kabel kreuz und quer durch den Amp und prompt hat der eigentlich gar nicht betroffene andere Kanal im Leerlauf störend gerauscht und der TMB-Kanal wieder etwas gebrummt.

Ich habe die Stromzufuhr  für die Loop-Schaltung im wahrsten Sinne des Wortes hochgelegt, nämlich in eine zweite Ebene aufgeständert (s. Fotos, abgenommen bei B 3+, rotes Kabel mit fixiertem Sicherungsgehäuse) und den Masseanschluss von der weit entfernten Sternmasse auf einen eigenen neuen Massepunkt in der Nähe der Loop-Platine verlegt. Das Brummen ist so gut wie weg, kommt erst bei 80% Vol leicht wieder.

Zusätzlich habe ich alle Kabel an den ersten Röhren nochmal so zurechtgebogen und geschoben, dass möglichst keine Parallelstränge entstehen und möglichst viel Abstand zwischen den Kabeln ist. Nun rauscht es auch so gut wie gar nicht mehr im ersten Kanal. Auch erst bei hoher Lautstärke im Leerlauf und beim Spielen nicht wahrnehmbar.
Stefan

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Offline nixPb

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  • Nichtphysiker, 1961
Teil 4, letzter Teil:

Inbetriebnahme:

Alles etliche Male kontrolliert, alle Masseanschlüsse nachgemessen. Dann mit Schutzbrille und Hand am Notausknopf der Werkbank aus sicherer Entfernung angeschaltet. Kein Rauch, kein Knall; wohl alles gut. Also Spannungen gemessen. Auch i.O. Erst jetzt fiel die Anspannung ab. Das Vorgehen mit der vorgeschalteten 100 Watt – Lampe hatte ich noch nicht in Hardware umgesetzt; so etwas baue ich mir jetzt für´s nächste Mal.

Trotz aller Sorgfalt und des ausbleibenden Rauchs war mir beim Aufbau des Primärkreises aber ein zwar erstmal folgenloser, aber aus meiner Sicht dennoch recht schwerwiegender Fehler unterlaufen:

Es gilt ja zwingend, dass alle von aussen berührbaren Metallteile nur einen Widerstand von dicht an 0 (Null) Ohm gegen den Schutzleiter; also eigentlich keinen Widerstand dagegen, haben dürfen. Ich messe das mit dem Multimeter: Eine Prüfklemme direkt von außen an den Schutzkontakt in der Kaltgerätebuchse, die andere Klemme oder Prüfspitze an das zu prüfende Metallteil.

Die beiden Ampeg-Hauptschalter haben Metallhebel nach aussen, die Hebel mussten also auch geprüft werden. Beide hatten jedoch bei dieser Kontrolle Widerstand gegen unendlich, also keinen Kontakt zum Schutzleiter! Wenn die Schalter also innerlich versagen würden, liegen schnell mal 230 V AC bzw. 300 V DC am Schalthebel und lauern darauf, durch den Körper geerdet zu werden.

Das war nicht lustig, insbesondere, weil ich diese eine Messung aus Ungeduld/Neugierde erst nach dem ersten Probelauf gemacht hatte. Alles andere hatte ich vorher gemessen, die Schalterhebel hatte ich nicht auf dem Schirm, weil ich in meinen bisherigen Bauten nur Kunststoffwipper verwendet hatte. Ich hatte die Ampegs vor dem Einbau aber immerhin routinemäßig einmal auf Funktion und Kurzschluss durchgemessen.

Selbst im Fehlerfall wäre mir bei der ersten Inbetriebnahme auch nichts passiert, da ich das erste Scharfschalten – auch von reparierten Bügeleisen  - ja konsequent von der Werkbank aus mache, aber später …??

Fehlerursache war schlichtweg, dass ich das dick lackierte Amp-Gehäuse am Schalterloch nicht blankgedremelt hatte. Nachdem das nachgeholt war, beträgt der Widerstand zum Schutzleiter nur noch 1,5 Ohm (einskommafünf Ohm, mit 2 Messgeräten gemessen). Mit Checkliste wäre das nicht passiert! Na ja, das passiert mir wohl nicht noch einmal.


Wie isser?

Er läuft prima und klingt gut. 12“ ist schon was anderes als 10”. Fürs Wohnzimmer weit aufgedreht natürlich viel zu laut.

Um die Röhren mal in Wallung zu bringen, habe ich aber zwischenzeitlich auch einen Power-Attenuator gebaut (TubeTown-Bausatz), so dass auch die Endstufe mal ordentlich befeuert werden kann, toller Sound.

An den Standby-Schalter mussten wir uns kurz gewöhnen, hatten wir bislang nicht. Ansonsten:
Die Mühe hat sich gelohnt und er klingt auch schon bei Wohnzimmerlautstärke gut.

Sehr zu empfehlen also das Teil.


Noch nicht ganz geklärte Frage: Welchen Lautsprecher nehmen?

Die Antwort auf diese Frage ist wahrscheinlich ebenso eindeutig wie vielschichtig und findet sich in langen Erfahrungsaustauschen auch in den Foren.

Es kommt darauf an!

Auf die Musikrichtung, die Fingerfertigkeit, die Gitarre, die Tonabnehmer der Gitarre, wird clean gespielt oder mit maximaler Verzerrung, die Umgebung, …, und den eigenen Geschmack.

Meine eigene Erfahrung bei überwiegend nur ganz leicht angezerrtem, meist aber auch cleanem Spiel mit Stratocaster und Telecaster ist, dass mir ein Celestion Seventy 80 (der war in der alten Combo) bei Soli in den höheren Lagen ernsthaft in den Ohren sehr unangenehm war, während der jetzt verbaute WGS ET 65 schon sehr sehr nah an meinen Klangvorstellungen ist; vielleicht bei Akkorden über Hals-Pickup manchmal etwas „mumpft“, was aber auch an meiner Gitarre, dem Amp oder der Einstellung liegen kann.

Der WGS bleibt deshalb drin, einen anderen werde ich im nächsten Projekt ausprobieren, sehr wahrscheinlich einen Celestion Greenback. Nun muss ich aber erstmal meine Frau überzeugen, dass man nicht alles brauchen muss, was man haben will. Aber es ist ja bald Weihnachten.


Zusammenfassung:

Prima Bausatz, alles ist dabei, ordentlich sortiert und mit etwas Nachdenken und Sorgfalt zu verstehen und funktioniert hervorragend.

Trotzdem muss man sich höllisch konzentrieren. Mal eben nebenbei einen solchen Röhrenverstärker zu bauen, klappt wohl definitiv nicht. Im Vergleich zu meinen „kleinen“ 5-Wattern Jim und Wild 13 mit Platinenaufbau war das hier ein ganz anderes Kaliber.

Auch vom Sound her :-)
Stefan

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Offline nixPb

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und abschließend ein Foto des gesamten Aufbaus
Stefan

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Offline fränki

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Hi, schön beschrieben und gebaut !
Gruß Frank

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Offline carlitz

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Ein paar Kabelbinder würden helfen ....
If you don't know how to fix it, stop breaking it!

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Offline nixPb

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Hy, danke für die Rückmeldungen.

Ein paar Kabelbinder muss und werde ich wohl wirklich nachrüsten; im Moment ist er nahezu rausch- und brummfrei, so dass ich erstmal bei den geschirmten Kabeln damit anfange.

Gruß aus Wolfsburg
Stefan
Stefan

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Offline nixPb

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Update Lautsprecher:

Nun habe ich doch jetzt schon einen Celestion G12M eingebaut.

Jetzt klingt es 100% so, wie ich es haben will :-)

Der Celestion gibt meine Fenders etwas heller (härter?) wieder als der zunächst eingebaute WGS. Es bleibt aber Geschmackssache, der WGS war auch o.k.

Und mit einem kleinen grünen Tubescreamer (Bausatz) davor habe ich zudem etwas für den Frieden mit der besten Ehefrau von allen getan (Lautstärke bei leichtem Zerrsound).
Und es kommen nun sogar aus meiner Epiphone ES 335 Dot, die sonst auf dem Hals-Pickup immer ziemlich brummig/matschig erschien, klare Akkorde heraus :-)

Stefan

Stefan

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Offline nixPb

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Update/Erfahrungen nach nun 1 1/2 Jahren Benutzung:

Das Wichtigste zuerst: Er läuft immer noch ohne Probleme und er gefällt mir immer noch, ich bin weiter sehr zufrieden damit. Der Celestion G12M ist immer noch drin.

Im Stromnetz reagiert er auf gemeinsame Nutzung mit Dimmern an Halogenlampen etwas mit Brummen, das aber nur im Leerlauf leise wahrnehmbar ist und deshalb nicht weiter verfolgt wurde. Wenn ich ihn mal "anfassen" muss, werde ich mglw. einen Netzfilter an der Kaltgerätebuchse einbauen.

Das an anderer Stelle von mir beschriebene verzögerte Aufleuchten der Power-on-Leuchte ist nicht wieder aufgetreten, ich habe sie daher nicht getauscht und auch keinen zusätzlichen Widerstand eingebaut.

Nach ca. 1/2 Jahr Benutzung fing er von einer Benutzung zur nächsten beängstigend laut an zu brummen. Da sich sonst in der Nutzungsumgebung nichts geändert hatte, kam er auf den Operationstisch. Dort kamen zum Brummen dann noch Lichtblitze und Donner dazu. Also, wer das noch nie erlebt hat, so wie ich, dem fährt wirklich erstmal der Schreck in die Knochen.

Symptomrecherche ergab, dass sich so Endstufenröhren verabschieden. So war es auch, eine der beiden Endröhren hatte sich verabschiedet, warum auch immer. Wochentliche Nutzungsdauer bis dahin 5 bis 10 Stunden; also rund 30 Stunden im Monat, mal 6 gleich 200 Stunden max.
Nach Kokel und Schmorspuren gesucht, nichts zu sehen, also neue Röhre rein, Spannungen gemessen, alles o.k. Seitdem (also 1 Jahr her) ist Ruhe.

Was ich aber geändert habe ist, dass ich für eine Verbesserung der Wärmeabfuhr gesorgt habe bzw. sorgen musste.
Dieser 18 Watter wird deutlich, deutlich wärmer als meine kleinen 5 Watter. Mein Metallchassis hatte unten und hinten zwar Lüftungsschlitze, aber schon in der Sek,Stufe I lernt man ja, dass Wärme nach oben steigt und nicht nach hinten rechts :-) . Entsprechend warm wurde das Holzgehäuse nebst Tolex an der Oberseite.

Ich habe daher das kleine Marshall_Lüftungsitter aus dem Shop hier eingebaut    https://www.tube-town.net/ttstore/marshall-lueftungsgitter-klein-plastik-schwarz.html   (6,95 Euro) und seitdem lüftet die Wärme gut nach oben ab. Die Schlitze sind so klein, dass meine Standardplektren Dunlop nicht hineinfallen können. Mit Schaschlikspießen spielende Kleinkinder müßte man aber fern halten davon.

Er ist fürs Wohnzimmer immer noch zu laut :-)

Und eins will ich zu meinem damaligen Text noch ergänzen:

Zitat:
Die Stromversorgung für die Relaisumschaltung hatte ich zunächst an der Heizspannung der Gleichrichterröhre abgenommen. Lautes Brummen nach dem Anschalten des Amps war die Folge. Offenbar streut die Gleichrichterröhre, an der ja nun zunächst einmal hochvoltige Wechselspannung anliegt, selbst reichlich Brumm in ihre unmittelbare Umgebung  und wenn ich den Schaltplan insoweit richtig verstehe, ist die Heizspannung der Gleichrichterröhre auch nicht im Sinne Symmetrierung auf Masse gelegt ...

Ergänzung:
[b] ... und eine Änderung dort sollte zumindest von Halbwissenden wie mir auch schon grundsätzlich gar nicht in Erwägung gezogen werden, damit dies nicht versehentlich auch an Gleichrichterröhren vorgenommen wird, die das Heizwendel gleichzeitig als Kathode nutzen, da das mindestens die Röhre zerstören dürfte. [/b].


Was mich noch beschäftigt, ich zitiere mich mal selbst aus meinem Baubericht:

Die Suche nach dem Elko-Entladewiderstand:
In den LOW´s werkelt eine als eigene Baugruppe auf Platine aufgebaute Spannungsversorgung, die zugleich auch die Entladewiderstände für die Elkos beinhaltet. ...
In der integrierten Powerunit des 18 W TMB finden sich solche Entladewiderstände nicht und ich mochte – da ich die notwendigen Werte und Orte nicht sicher berechnen kann - aber auch nicht in die Schaltung eingreifen. Das hätte mich fast vom Bau Abstand nehmen lassen. Schaltplan 1:1 von der Tubetown-Seite ist beigefügt.
Näheres Befassen damit ergab aber, dass ja die Röhren (=Verbraucher) nach dem Ausschalten des Amps nicht schlagartig nicht mehr verbrauchen, sondern – da ja noch warm – Restspannung aus den Elkos abbauen. Dies umso mehr, wenn durch die Standby-Funktion die Röhrenheizung ja weiterläuft.

Aber 1:
C 15a, der erste Elko hinter der Gleichrichterröhre, bekommt nach meiner Lesart auch bei geöffnetem Standbyschalter noch „Vollen Saft“ und entlädt sich später nur deshalb, weil der Standbyschalter über R 27 gebrückt wird. (?)
Aber 2:
Was ist, wenn ich den Amp einmal ohne Röhren in Betrieb nehme, z.B. um etwas zu messen?
Dann laden die Elkos ja trotzdem auf, aber würden nach dem Ausschalten ja mangels Röhren nicht mehr in der Schaltung entladen, ich müßte sie also manuell entladen. Dazu habe ich auch eine entsprechende kleine Apparatur gebaut (die ich beim Arbeiten am Amp ohnehin immer anklemme), ich würde das aber trotzdem  gerne ändern.

Wären C 16 und C 17 wohl der richtige Ort, um jeweils mit einem R permanent gebrückt zu werden? Z. B. mit jeweils 220 K und 5 Watt?


Wäre für einen Hinweis zu meiner Lesart wirklich dankbar.
Ggf. auch mit dem Zusatz: Lass lieber die Finger von Modifikationen im HV-Bereich wenn Du es nicht selber weisst! Mich interessiert im Moment wirklich nur, ob ich mit meinen Überlegungen richtig liege.

Ansonsten aber unabhängig davon bei dieser Gelegenheit mal freundlicher Dank an den Betreiber und alle, die sich bzw. ihr Wissen und ihre Erfahrung hier einbringen:
Prima Forum hier.
Stefan
Stefan

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Offline Wuffenberg

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Hallo Stefan,
gut geschriebenes Update und schön, dass dein Amp läuft.

Zu den Widerständen an den Elkos: du kannst über C15A und C15B jeweils einen 220k 1W legen.
Bei zB 400V Betriebsspannung laufen dann 400/220000 = 1,8mA über jeden Widerstand und verbraten (400^2)/220000 = 0,72W Leistung. Damit entlädst du die Elkos in kurzer Zeit. (t=RC also 220000*32*10^-6 = 7 sec für einen Spannungsabfall auf rund 30 %. 95% Spannungsabfall nach 21 Sekunden - grob überflogen).

Hope that helps
Tom

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Offline Dirk

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Hallo,

der Punkt bezüglich den Entladewiderständen nehme ich mal auf meine ToDo-Liste, da sicherlich nicht verkehrt. Schauen wir uns mal in der Praxis an, wie sich dies am besten umsetzen lässt. Die verwendeten Boards sind "Standard 18 Watt Original" und dort waren keine Entladewiderstände vorgesehen.

Der Stand-By ist KEIN Mute, sondern eben ein Stand-by. Durch den 68k Widerstand fließt immer ein kleiner Strom, somit wird die Gleichrichterröhre im Schaltmoment nicht schlagartig geschaltet, sondern schonender. Bei aktuellen GL-Röhren ist mir dies auch lieber so. Will man aber unbedingt den Stand-By als Mute auslegen, dann muss einfach der 68 k Widerstand entfernt werden.

Gruß, Dirk
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Offline nixPb

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Hallo Stefan,
...

Hope that helps
Tom

Hy Tom,

herzlichen Dank für Lob und Nachhilfe, beides hilft  :-)

Stefan
Stefan

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Offline nixPb

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Hallo,

der Punkt bezüglich den Entladewiderständen nehme ich mal auf meine ToDo-Liste, da sicherlich nicht verkehrt. Schauen wir uns mal in der Praxis an, wie sich dies am besten umsetzen lässt. ...

Gruß, Dirk


Dann würd ich ja glatt den anderen 18 W Bausatz auch noch bauen  ;)

Gruß
Stefan
Stefan

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Offline Dirk

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Dann würd ich ja glatt den anderen 18 W Bausatz auch noch bauen  ;)

das kann doch aber nicht an einem einfachen Entladewiderstand hängen  ;D

Gruß, Dirk
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