Impressum | Datenschutz | Shop | DIY | TT @ Twitter | TT-Cabs
Anzeigen der neuesten Beiträge

EL34 für geringe Spannung (350V) ? Oder besser Trafo Umbau

  • 13 Antworten
  • 1426 Aufrufe

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

*

Offline rakete

  • Full Member
  • ***
  • 59
Hallo allerseits
in einem anderen thread hatte ich aus Alteisen einen badger 30 gebaut (2*EL34, Marshall PI, aber keine Gegenkopplung, G2 Regelung). Ein Paar Mods, gefällt mir generell gut.
Aktuell folgende Konfiguration:
UV ca 350-360 V (ja, das Eisen war wohl ursprünglich für 4 EL84 und ja, das wäre wohl die bessere Wahl gewesen, aber das baue ich jetzt nicht mehr um), gemeinsamer Kathodenwiderstand 190Ohm / 20 Watt  (original laut Fotos aus dem Netz: 200 Ohm) - Bias hatte ich mal ausgerechnet und fand das OK.

Nun ist der Headroom doch etwas schwächer, als ich dachte. Ich habe noch einen Selbstbau angelehnt an einen deluxe reverb mit 6v6 um die 400V, aber mit etwas größeren Trafos (um ggfls in Richtung Tremolux Leistung zu gehen).

Mit so gut wie unbenutzten JJ EL34L kommt der Badger Nachbau mal gerade so an den Deluxe Nachbau heran, eher weniger clean Headroom. Ich hab aus Spass mal ein Paar alte 6l6 verwendet. Klang generell gut, aber da kam dann doch viel zu wenig heraus, viel viel leiser als der Deluxe Reverb....

SO jetzt folgende Frage:
Gibt es eine Röhrenempfehlung, die für die geringe Spannung etwas besser als die JJEl34L passt? Der Grundsound mit den EL34L ist OK, aber darf auch etwas weniger Marshallig sein...  6CA7 eventuell?

Oder dann doch in den sauren Apfel beissen und Trafo tauschen? Der Marshall Typ36 Watt / 2*300V würde evtl ganz gut passen (Original hat angeblich 2*290V)a
Nachtrag: Keine Daten zum Ausgangsübertrager bekannt, aber wahrscheinlich ca 3,5-4k
Gruß aus HH, Christian
« Letzte Änderung: 9.02.2026 20:04 von rakete »

*

Offline Ampcop

  • Sr. Member
  • ****
  • 140
  • ......
Ahoi.


Keine Daten zum Ausgangsübertrager bekannt, aber wahrscheinlich ca 3,5-4k

Ermittle doch bitte mal was der AÜ hat.   :topjob:

Mfg
°~°

*

Offline rakete

  • Full Member
  • ***
  • 59
Über's Netz hab ich keine validen Infos finden können. Eisen ist wohl von einem Heraton 345H. Nach allem was ich gefunden habe, sollte der einzige Sekundäranschluss für 8 Ohm ausgelegt sein. Ich weiss aus anderen Foren, das der Verstärker so um die 360V an den EL84 Anoden hatte und die Leistung mit 50 Watt angegeben war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der AÜ sehr unterschiedlich zu Artgenossen seiner Zeit ist. Aber ich kann versuchen das auszmessen. Mehr als DMM kann ich allerdings nicht einsetzen.
Wenn ich nun auf der Primärseite eine Spannung anlege, dann muss doch wohl auch ein 8 Ohm Widerstand an der Sekundärseite angeschlossen sein, oder nicht? Wenn ich eine kleine Spannung (1V) an der Sekundärseite anlege, kann ich dann die Primärseite ohne jede Last messen?   

*

Offline carlitz

  • YaBB God
  • *****
  • 1.807
  • never give up
Such mal im Internet danach, wie die Primärimpedanz eines Übertragers gemessen/ bestimmt werden kann.

Im wesentlichen musst Du eine Sinusspannung von 1V an die beiden Primärleitungen des Übertragers legen (Gerät spannungsfrei natürlich)
und dann die Wechselspannung auf der Sekundärseite messen.

Die Primärimpedanz ist dann:

Rpri=( (1/gemessene Sekundärspannung) * (1/gemessene Sekundärspannung)) * erwartete Impedanz sekundär (also 4 oder 8 oder 16 Ohm)
If you don't know how to fix it, stop breaking it!

*

Offline roehrich

  • YaBB God
  • *****
  • 364
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der AÜ sehr unterschiedlich zu Artgenossen seiner Zeit ist.

Ich durchaus  ;D Der Aufbau hängt doch stark vom geplanten Einsatz und der Schaltung ab, den gewählten Röhren, der Versorgungsspannung, der Topologie, dem Ruhestrom, der Leistung, den gewünschten Impedanzen und Induktivitäten, ... oder anders ausgedrückt: dieser Klotz ist mit klangentscheidend. Das Thema kann durchaus Gegenstand leidenschaftlicher (vorsichtig ausgedrückt) Diskussionen sein  :devil:

Um das Übersetzungsverhältnis im Leerlauf zu bestimmen, würde ich eine kleine Wechselspannung (z.B. die Heizungswicklung des Netztrafos) an der Sekundärseite anschliessen und die Spannung auf der Primärseite messen (Achtung: die Spannung wird herauftransformiert und kann zwicken!) und daraus das Verhältnis berechnen: https://www.elektronik-kompendium.de/sites/formeln/uebersetzung-von-widerstand-beim-transformator ... und dabei nicht vergessen, dass der Widerstand mit dem Quadrat des Spannungsverhältnisses transformiert wird.

*

Offline rakete

  • Full Member
  • ***
  • 59
OK, vielen dank für die Hilfestellung.....
werde ich dann morgen mal machen und Bescheid geben, das Gerät ist aktuell nicht zuhaus....

*

Offline rakete

  • Full Member
  • ***
  • 59
OK, hier mal die gemessenen Werte.

1.) Mit G2 komplett heruntergeregelt habe ich ca 358V nach dem Gleichrichter (100mf Elko). Drehe ich die G2 Regelung auf, sinkt die Spannung Stück für Stück. auf unter 340 Volt, bzw 335 Volt an den Anoden. Spannung an der Kathode über 190 Ohm  sind 20,6V.
Das wäre laut dem von mir verwendeten Bias Rechner (RobRobinette) ca 67% Plate dissipation und wohl eher kalt.

2.) Heizspannung beträgt 6,9V ohne Endröhren drin, 6,58 V mit Endröhren drin

3.) Gebe ich 6,9V auf den Sekundärschluss des Ausgangsübertragers, so liegen an der Primärseite 110,3Volt an. Laut Faustformel sollten das knapp 2050Ohm sein. HUCH. ganz schön wenig. Sollte da evtl doch 16 Ohm dran gehangen haben? Herrlich, dass ich nur 8 Ohm Boxen hab.... eventuell gilt ja auch: Die Moral von der Geschicht: Verwende altes Eisen nicht.....

*

Offline roehrich

  • YaBB God
  • *****
  • 364
... bevor Du es geprüft hast. Grundsätzlich muss altes Eisen ja nicht schlecht sein.

Wenn mehr als eine 8 Ohm Box vorhanden ist, schalte doch einfach zwei in Serie, dann sind es 16 Ohm. Damit sollte sich feststellen lassen, ob das in die richtige Richtung geht.

Oder gleich ein paar Hochlastwiderstände auf einem Kühlkörper, dann kannst Du die Endstufe mit einem Sinussignal ausfahren und die Maximalleistung bestimmen, ohne taub zu werden. Wenn dann noch ein Oszilloskop daneben steht, um ein Auge auf das Clipping zu werfen, wäre das Premium.

*

Offline rakete

  • Full Member
  • ***
  • 59
... jetzt weiss ich wenigstens, wie man sowas misst..... Es gibt natürlich noch die Möglichkeit, dass der Sekundäranschluss falsch verkabelt war.... wenn ich das richtig sehe, wurden da jeweils 2 Päarchen zu einem Anschluss zusammengelegt ... also als wäre es 4 Wicklungen, die alle parallel geschaltet wurden.... Hatte ich so übernommmen.... Allerdings deuten die wenigen Fotos, die ich vom originalen Innenleben gefunden habe, darauf hin, dass der Anschluss so gehörte, und dass auch zumindest keine schaltbare andere Option vorhanden war  ... 
« Letzte Änderung: 12.02.2026 08:42 von rakete »

*

Offline rakete

  • Full Member
  • ***
  • 59
OK, ich könnte leihweise  an einer 4*12er V30 auf Stereobetrieb stellen, dann hätte ich zumindest mal 16 Ohm zu Test- und Messzwecken. Teile ich dann mit ... aber ich fürchte, das wird mein Problem nicht lösen ...  und nehmen wir mal an, ich arbeite mit 16 Ohm und habe dann 4k Primärimpedanz und evtl knapp 340 Volt Anodenspannung. GÄBE es denn dann eine Röhrenempfehlung? Schönen Gruß ...

*

Offline rakete

  • Full Member
  • ***
  • 59
Ohne Oszilloskop und vernünftige Signalquelle ist das wohl alles Murks.
Hatte nur die Möglichkeit, Gitarrensignal und ne CD abgespielt zu messen. Mein DMM schaltete automatisch auf true rms. Bei 16 Ohm Box war bei 6-8 Volt schon der Eindruck, dass das Signal nicht mehr so ganz clean ist. Master und G2 REgler natürlich voll aufgedreht. Dann gain aufdrehen und bei 21 Uhr gain waren wir dann schon reichlich am zerren und bei ca 16,17 Volt. Das wären ja dann ebensoviel Watt, war aber gefühlt lauter, aber insgesamt schwer zu sagen....
Übrigens hat der Amp keine Drossel, die Anoden liegen direkt an UV, dann kommt  der erste Voltage dropper mit 1,5k / 66 mf. Da liegt die G2 Regelung dran. Am WIderstand liegen ca 310V an, die G2 Regelung klaut aufgedreht nochmal 5 Volt. also haben wir dann nach wie vor ca 335V an den Anoden und 305V an G2 (über 1k5 Widerstände). Ich vermute ein bischen, dass der Send/Return mit einem Spannungsteiler 470k -> 5,6k und durch das dual gain Poti davor dafür sorgt, dass der amp mit niedrigem gain einfach nicht schafft, die Endstufe genug anzublasen.
« Letzte Änderung: 13.02.2026 18:11 von rakete »

*

Offline rakete

  • Full Member
  • ***
  • 59
Tja, was soll man dazu auch antworten.....  Ich stehe also vor der Wahl: entweder so lassen und mit wenig headroom und mehr Zerre leben, ODER
- Umbau auf EL84 (theoretisch die bessere Wahl, aber das wird echt fiddelig)
ALTERNATIV
- Neuer NT (Marsh 36).  Gerne gleich 3H Drossel dazu.

Außerdem Betrieb an 16 Ohm oder neuer OT

... ich lass es nochmal sacken. Gebrauchtes Eisen ist ohne eindeutige Daten passé, aber letztendlich meist eh viel zu teuer...

*

Offline _peter

  • YaBB God
  • *****
  • 1.937
Hallo,

Idee: investiere doch die Kohle statt in neues Eisen in ein gebrauchtes Oszi (oder so ein digitales Billigteil). Dann kannst du die Frage nach der leistungsmäßig besseren Anpassung am AÜ und die nach dem Pegel am PI damit beantworten und sparst dir vielleicht einen unnötigen Umbau.
Oder zum Test mal den Loop brücken.
Schau doch mal ins Datenblatt oder nutze Online-Rechner, wieviel dein Amp mit den jetzigen Werten an Leistung liefern sollte und dann prüfe, ob er es auch tut.

Gruß, Peter
vintagevalveamps
Der Imperativ von "messen" lautet: miss!

*

Offline roehrich

  • YaBB God
  • *****
  • 364
Ein altes analoges 20MHz HAMEG reicht für diese Zwecke völlig aus, das Eingangssignal kann auch aus der Soundkarte kommen ... irgendso ein kleines USB-Teilchen über Klinkenstecker. Der Aufwand (Kosten und Hardware) ist minimal, der mögliche Erkenntnisgewinn grandios.