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Phase Inverter beim WEM Monitor Reverb, interessantes Konzept?

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Offline DirtyDirk

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Hallo liebe Community,

ich besitze seit längerem einen Monitor Reverb von WEM mit zwei EL34 und 50W.
Der Amp ist wirklich klasse, allerdings hatte ich letztens ein wenig Geräusche im Signal.
Ein Pochen, andere Nebengeräusche und da es in der Preamp Sektion bis zum Phase Inverter auf beiden Kanälen gleich war, habe ich
ich mir den Phase Inverter nochmal angeschaut und zwei Widerstände rund um den Phase Inverter ausgewechselt.
Zusätzlich die beiden 4,7kOhm vor den Steuergittern der EL34.

Nachdem ich dann alles wieder zusammen hatte für einen Testlauf, kam kein Signal mehr... Hm, seltsam die beiden Widerstände nochmals nachgemessen. Neue RN65 haben ziemlich genau 1kOhm und 1Mohm die alten ca. 973kOhm und 976ohm.
Schaltplan der Platine gezeichnet und etwas seltsames bemerkt. Könnt ihr euch diese Schaltung erklären??
Als PI hatte ich gerade eine ECC82 drinnen, da ich vom alten Schaltplan ausgegangen bin. Dann habe ich mich erinnert, dass im Amp nur ECC83 verbaut waren und ich vermutet habe, dass eine falsche Röhre eingesetzt war als ich ihn bekam.

Ich denke ich kenne einfach nur die eher klassischen Ansätze (Fender/Hiwatt/Marshall), das jetzt entdeckte Konzept hab ich noch nicht so gesehen und weicht vom originalen Schaltplan ab.
Ich hab auch gar keine Möglichkeit von der PCB her gesehen, dass ein anderer Schaltungsentwurf möglich ist. Die 56k gehen von Masse direkt auf eine Leiterbahn die auf Pin 8 geht.

Vielleicht kann mir jemand mit mehr Erfahrung hier aus der Patsche helfen und erklären was ich falsch gemacht habe oder was sich die Designer dabei gedacht haben könnten :help:

Für jede Hilfe bin ich sehr dankbar!
Liebe Grüße Dirk

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Offline DirtyDirk

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Okay, wie es oftmals so ist, kurze Zeit nach dem Fragen stellt man das Problem fest... es war der Schiebeschalter vor dem Lautsprecher mit schlechtem Kontakt.
Die Schaltung des Phaseninverters wirft bei mir jedoch nach wie vor Fragen auf!?

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Offline Helmholtz

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Die Schaltung in der Handzeichnung ist falsch.
Da kein Gitterstrom fließt, ist die G-K-Vorspannung null und die Röhre immer voll durchgesteuert.
Damit am 1k Widerstand die korrekte Vorspannung abfällt, muss dieser in den Kathodenpfad.
« Letzte Änderung: 9.06.2026 17:22 von Helmholtz »

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Offline DirtyDirk

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Das komische ist, die Schaltung funktioniert so und am Gitter liegen ca. -100V gemessen zur Kathode...
Ich gebe dir aber Recht, denn ich hätte genau das Gleiche vermutet.
Checken werde ich die Zeichnung der Schaltung nochmals, bin mir jedoch relativ sicher, dass ich sie gezeichnet habe, wie sie ist.
« Letzte Änderung: 10.06.2026 08:36 von DirtyDirk »

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Online _peter

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Hallo Dirk,

das ist ein ganz normaler Kathodyn-PI. Such mal danach.
Gibt es auch z.B. bei Fender oder Orange.
Es gibt auch eine DC-gekoppelte Variante.
Pin 8 in deiner Zeichnung muss einfach zwischen 1k und 1M, dann stimmt es.

Gruß, Peter

EDIT: Huch, ich sehe gerade, du hast auf dem Foto ja schon ein Buch dazu aufgeschlagen.
vintagevalveamps
Der Imperativ von "messen" lautet: miss!

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Offline Helmholtz

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Das komische ist, die Schaltung funktioniert so und am Gitter liegen ca. -100V gemessen zur Kathode...

Das würde bedeuten, dass die Triode voll gesperrt wäre. Kann nicht sein.
Im Normalzustand muss die Gitterspannung ca. 2V unter der Kathodenspannung liegen und diese ca. 2V sollten über dem 1k Widerstand abfallen.
Die Gitterspannung kann man schlecht direkt messen, da das Messgerät die Spannung stark runterzieht.
Die Differenzmessung direkt zwischen Gitter und Kathode sollte aber funktionieren.

Beim Überprüfen der Verdrahtung hilft ein Ohmmeter.

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Offline DirtyDirk

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Genau, die normale Kathodyn-Schaltung kenne ich und leuchtet mir ein.

Als Techniker für Elektrotechnik bin ich mir auch durchaus des Multimeters bewusst.
Das mit dem Multimeter und der Gitterspannung habe ich aber nicht bedacht, hast du Recht. Hm.

Ich bleibe jedoch dabei, die Schaltung ist wie von mir aufgezeichnet und funktioniert (der Monitor Reverb klingt sogar richtig gut in meinen Augen).
Bin sie gerade noch ein 20-mal durchgegangen.
Erklären kann ich es mir jedoch immer noch nicht...

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Offline Helmholtz

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Welche Spannung misst Du über dem 1K Widerstand?
Nach Deiner Zeichnung müsste diese null sein, da kein Strom durchfliesst.

Außerdem interessant sind die Spannungen über den beiden 56k Widerständen.

MIt dem Ohmmeter kannst Du feststellen, ob wirklich sowohl der untere 56k als auch der 1k mit der Kathode direkt verbunden sind.

« Letzte Änderung: 11.06.2026 01:51 von Helmholtz »

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Offline Röhre69

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  • volles Rohr
Gibt´s Fotos vom PI?

Ein Röhren-Radio-Bastler hat mal was von oben "Dummy-Röhre", unten Transistor erzählt. Damit funktioniert´s, sieht aber immer noch original aus :)
« Letzte Änderung: 11.06.2026 12:45 von Röhre69 »

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Offline roehrich

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Hallo Dirk,

Bin sie gerade noch ein 20-mal durchgegangen.

Dann schaue bitte noch ein 21. Mal, ob sie nicht doch so aussieht, wie auf dem anderen Schaltplan im ersten Beitrag.

Beim Herauszeichnen von Schaltungen auf Platinen hilft es mir sehr, die Platine von der Unterseite gegen eine Lichtquelle so zu fotografieren, dass die Bauteile leicht durchscheinen. Wenn Du dann das Bild noch spiegelst, 1:1 ausdruckst und neben die echte legst, kannst Du bequem die Bauteile und die Leiterbahnen verfolgen. Das geht mit einseitigen und mit Abstrichen auch doppelseitigen PCBs.

Ciao Sebastian

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Offline DirtyDirk

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Ich habe jetzt nochmal speziell mit dem Ohmmeter nachgemessen, 1K Ohm und 56kOhm gehen direkt zusammen und auf die Kathode.
Bin die Schaltung auch noch ein 21. Mal durchgegangen ;)
Vielleicht sieht ja jemand etwas und kann mich erhellen, dass ich Unrecht mit meiner Schaltungsskizze habe.

Ich messe demnächst mal noch die Spannung über 1K Ohm.

Hier noch Bilder der PCB mit einer Zeichnung...

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Offline Helmholtz

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Sieht tatsächlich nach einem groben Layoutfehler aus (der Layouter ist nicht immer ein Entwickler).
Wie gut oder schlecht die Schaltung trotzdem funktioniert, hängt jetzt wesentlich davon ab, wie sich die Versorgungsspannung über Ra, Röhre und Rk aufteilt.   

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Offline DirtyDirk

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Re: Phase Inverter beim WEM Monitor Reverb, interessantes Konzept?
« Antwort #12 am: Gestern um 12:12 Nachmittag »
Da mir das ganze keine Ruhe lässt habe ich nochmal das Video von Nick Adams angeschaut und die PCB dort unter die Lupe genommen.
Interessanter Weise hat er einen kaputten Widerstand im PI (56k gegen Masse) ausgewechselt. Seine gezeichnete Skizze entspricht auch nicht dem Layout,
meiner Meinung nach. Ich kann die Schaltung sehen, die ich auch vor mir habe. Leiterbahnen und Bauteile verglichen. Seine Kondensatoren deuten auf Baujahr1969 hin und meine auf 1973.

Ich finde es seltsam, sollte es ein Layoutfehler sein, wovon ich auch ausging, sollte das doch innerhalb von 4 Jahren behoben sein....
Komisch ist, dass die Schaltung funktioniert.

Ich messe über dem 1K Ohm nichts nennenswertes und über dem 1M Ohm ca. 0,5V Kathodenseite gegen Gitterseite.
An den beiden 56KOhm fallen ohne Endröhren 210V jeweils ab.
Durch die Röhre fließen 0,8mA ca. bei einer Anoden-Kathodenspannung von 50V.
Vermutlich muss ich mal schauen, was mit einem Sinus dort passiert. Es ist bleibt mysteriös.

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Online _peter

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Re: Phase Inverter beim WEM Monitor Reverb, interessantes Konzept?
« Antwort #13 am: Gestern um 01:34 Nachmittag »
Hallo,

dann läuft die Schaltung einfach durch Bias per Gitteranlaufstrom. Verglichen mit üblichen Schaltungen dieser Bias-Art liegt sie nur eben nicht auf Masse, sondern ist durch den 56k hochgelegt.

Das war sicher keine Absicht der Designer, ich will nur sagen, warum trotzdem "etwas rauskommt". Normalerweise sollte der Gitterableitstand für Bias per Gitteranlaufstrom viel größer sein. Aber z.B. der Bad Cat Hot Cat 30 macht vor, dass es auch so geht.

Gruß, Peter
vintagevalveamps
Der Imperativ von "messen" lautet: miss!

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Offline Helmholtz

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Re: Phase Inverter beim WEM Monitor Reverb, interessantes Konzept?
« Antwort #14 am: Gestern um 04:45 Nachmittag »
Ich messe über dem 1K Ohm nichts nennenswertes und über dem 1M Ohm ca. 0,5V Kathodenseite gegen Gitterseite.
An den beiden 56KOhm fallen ohne Endröhren 210V jeweils ab.
Durch die Röhre fließen 0,8mA ca. bei einer Anoden-Kathodenspannung von 50V.
Vermutlich muss ich mal schauen, was mit einem Sinus dort passiert. Es ist bleibt mysteriös.

Hier kann etwas nicht stimmen.
Wenn an jedem 56k Widerstand 210V abfallen, bleibt ja für die Röhre nichts mehr übrig.
Was ist denn die B+? Müsste nach Deinen Messungen 2x210V + 50V = 470V sein.
Bei einem Strom von 0.8mA (wie ermittelt?) fallen an jedem 56k ca. 45V ab.
Bitte nochmal messen.