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Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche

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Offline iefes

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Hallo liebes Forum,

nach langer Zeit bin ich mal wieder mit einem Anliegen hier. Die letzten Jahre bin ich leider nicht zum tüfteln und Amps bauen gekommen. Die lieben Kinder, Familie, Job, andere Hobbies usw. halten mich gut beschäftigt. Ein guter Freund hat mir nun allerdings seinen Marshall DSL401 zur Reparatur vorbei gebracht und da möchte ich sehr gern helfen und habe Lust, mich mal wieder reinzufuchsen.

Bevor ich jetzt bei 0 anfange, wollte ich mal die Symptome schildern und vielleicht könnt ihr mir schonmal Tipps geben, um die Suche etwas einzugrenzen.

Marshal DSL401 von ca. 2002 rauscht neuerdings stark. Es handelt sich um leicht unregelmäßiges weißes Rauschen, kein Knistern oder Brutzeln. Brummen tut er auch leicht, aber ich würde sagen auf normalem Niveau.
  • Lautstärke des Rauschen wird durch den Master-Volume beeinflusst
  • Ebenfalls durch Gain im Clean-Kanal
  • Im OD-Kanal ist das Rauschen fast vollständig stumm
  • V1 gezogen --> rauscht noch
  • V1 wieder drin, V2 gezogen --> rauscht noch
  • V1 und V2 wieder drin, V3 gezogen --> rauschen weg
  • V1, V2, V3 wieder drin, V4 gezogen --> rauschen weg
  • Reverb- und FX-Loop-Regler haben keinen Einfluss auf das Rauschen
  • FX-Loop mit Patchkabel brücken ändert nichts

Ich würde sagen, das Rauschen hat seinen Ursprung also irgendwo im Bereich zwischen V2 und V3. Diese Positionen habe ich auch mal mit anderen Röhren bestückt, hat aber keine Besserung gebracht. Habe alle Röhren mal abgeklopft, ohne irgendwelche weiteren Erkenntnisse.

Außerdem gut zu wissen:
  • Auf der Platine sind keine eindeutigen verkokelten Stellen zu sehen, was bei dem Amp wohl schonmal vorkommen kann
  • Ich habe vor einem halben Jahr den Master-Volume Regler erneuert, da dieser nicht mehr richtig geregelt hat, lief seitdem regelmäßig ohne Probleme
  • Bei der Gelegenheit habe ich auch den Wechselrichter gegen einen stärker dimensionierten ausgetauscht, da der bei vielen Modellen regelmäßig Probleme macht

Der Schaltplan ist leider dezent unübersichtlich, aber ich hänge ihn hier trotzdem mal an. Kann die Tage nochmal eine Version hochladen, wo ich den Signalweg in den verschiedenen Kanälen hervorgehoben habe. Muss ich aber noch fertig machen.

Also wenn ihr Tipps habt, wo ich am besten nach dem Fehler suchen soll oder welche Tests mir noch weiterhelfen können, dann würde ich mich sehr freuen.

Danke und Grüße,
Yves

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Offline Showitevent

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Hallo Iefes,

soweit ich weiß, ist zwischen V2 und 3 der Loop im Preamp.
Du könntest mal versuchen diesen einfach hart zu brücken mit einem Klinkenkabel.
Im Loop sitzt ein recht hochohmiger Widerstand, der könnte das Problem verursachen - zumindest musste ich schonmal einen tauschen. Der hat glaube ich 2.2Meg. Messen hilft nichts - ich hatte mal so ein ähnliches Problem, das war dann aber weg mit brücken des Loops.
Ich meine, dass da auch ein JFet für Pegel Schalterei sitzt. Der kann durchaus auch Probleme machen.

Auch heiße Kandidaten sind die Anodenwiderstände von V2.

Hoffe das hilft,

Geronimo

EDIT: Hatte nicht gesehen,dass du den Schaltplan angehangen hast. T13, R93, R82 und R83, die würde ich als erstes Prüfen (eher R83, wenn es mit gezogener V2 noch rauscht).
« Letzte Änderung: 20.08.2026 22:08 von Showitevent »

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Offline carlitz

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Hallo iefes,

ich würde auch rund um den Effektloop anfangen zu suchen (IC1).

R93 mal abklemmen und dann Send und dann Return abklemmen.
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Offline iefes

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Hey danke euch beiden. Den Bereich hatte ich spontan auch in Verdacht, gerade mit den diversen Halbleitern dort. Ich komme wahrscheinlich am Wochenende dazu, mir das mal näher anzuschauen. Dann werde ich berichten.

Außerdem hatte ich vor, verschiedene Signal-Punkte zwischen V2a und V3b testweise auf Masse zu legen, um das Rauschen evtl. noch besser lokalisieren zu können.

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Offline iefes

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Bin leider aus Zeitgründen noch nicht so richtig voran gekommen, aber habe heute mal 5 Minuten verschiedene Punkte mit Krokoklemmen direkt auf Masse gelegt. Im Screenshot sind Punkte markiert. Jeweils eine Seite von R102 (markiert mit Kreis) auf Masse verursacht, dass das Rauschen fast vollständig verschwindet. Dagegen verursachen die mit X markierten Stellen keine Reduktion des Rauschens. Ich nehme also an, dass es irgendwo zwischen V2A und V2B reinkommen muss, also im OD-Pfad. Ich würde jetzt eigentlich mal R82 auslöten, dafür muss aber das gesamte Board ausgebaut werden. Dafür hat bis jetzt die Zeit gefehlt. Ich habe versucht, Pin 6 von V2 über einen Kondensator (47nF) auf Masse zu legen, aber das hat nichts geändert, allerdings hat das auch an den oben markierten Punkten keinen Unterschied gebracht, daher bin ich nicht sicher, ob das ein sinnvoller Test war. Evtl mit größerer Kapazität?

Habt ihr noch andere Tipps, was ich an der Stelle testen könnte, ohne jetzt schon alles zerlegen zu müssen?

Außerdem ist mir aufgefallen, dass das Rauschen auch im OD-Kanal vorhanden ist, allerdings fast nicht wahrnehmbar. Das führe ich darauf zurück, dass im OD-Kanal sukzessive viel Signal gegen Masse wegfließt, damit der Pegel nicht zu hoch wird. Passt auch dazu, dass ich die Quelle des Rauschen grob in diesem Bereich von V2A zu V2B lokalisiert habe.

Grüße!


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Offline carlitz

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Hallo,

auch wenn es aufwändig ist, würde ich R82 und den zugehörigen Anodenkondensator austauschen.
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Offline carlitz

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Hallo,

auch wenn es aufwändig ist, würde ich R82 und den zugehörigen Anodenkondensator austauschen.

Also C70 und C88 (der über dem Anodenwiderstand). Falls C70 ein Silver Mica Kondensator ist, ist das ein starker Verdachtskandidat
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Offline iefes

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Das habe ich jetzt mal schnell gemacht. R82 neu (1W Metalloxid) und C88 neu. Da war ein kleiner Keramik-cap drin, den habe ich durch einen Folien-Kondensator mit 630V Belastbarkeit getauscht. Den C70 habe ich einfach mal komplett ausgelötet, kann man später wieder ergänzen.

--> Rauschen ist immer noch da. Das hat also leider keine Besserung gebracht.

Habe nochmal V2 gezogen und nur mit V3 + V4 (+4x EL84) probiert. Auch da ist leichtes Rauschen drin, aber deutlich leiser.

Habt ihr noch Vorschläge? Ansatzpunkte die mir aktuell vorschweben:
  • Widerstände und Filter-Cs in der HT-Versorgung. Aber wie gehe ich da vor?
  • Lötstellen an den Sockeln evtl brüchig oder kalt. Werde ich mal genau untersuchen.

Im Anhang habe ich eine kurze Aufnahme des Rauschens mit V2 und bei Master auf voller Lautstärke.

Edit: Gerade habe ich mal noch R77 in der HT-Versorgung einseitig ausgelötet und damit V2a stromlos gemacht. Es rauscht auch so noch, allerdings bin ich nicht ganz sicher ob es vielleicht etwas geringer ist.
« Letzte Änderung: 28.08.2026 11:18 von iefes »

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Offline carlitz

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Das hört sich auf jeden Fall zu laut an, das Rauschen.

Nächster Test:

Tausche mal R123 und R124 und den Kondensator C89.
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Offline carlitz

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Ich nehme an, Du hast V2 bereits durch eine andere, neue Röhre getauscht, um Änderungen festzustellen?
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Offline iefes

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Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
« Antwort #10 am: 28.08.2026 22:16 »
Ja, neue bzw. gute Röhren hatte ich mal getestet. Habe ich gerade nochmal wiederholt mit zwei anderen Röhren. Das Rauschen ist mit den neueren Röhren etwas geringer, aber es ist nicht weg.

Meinst du, es macht Sinn die Kathoden-Rs von V2 zu testen, wenn es noch gerauscht hat, als V2 stromlos war?

Ich habe auch nochmal exzessiv die Platine und Bauteile "gechopsticked". Die Röhrensockel sind definitiv etwas empfindlich und auch manche Koppel-Cs (C77). Beim Druck und Klopfen auf den Röhrensockel von V3 hört man das definitiv durch den Lautsprecher, egal, welche Röhre drin steckt. Die Röhrensockel haben auch schonmal etwas Deoxit bekommen. Den V3 Sockel habe ich komplett nachgelötet, weil die Lötpunkte so aussahen, als hätten sie unter den hohen Temperaturen etwas gelitten. Aber das hat keine Besserung gebracht. Werde ich auch nochmal bei den anderen Sockeln machen, aber es ist eher ein stochern im Dunkeln.

Es ist echt nicht so trivial. Oder ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht.  ::)