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Doku Nachbau Princeton
Nils H.:
Für mich hört sich das alles normal an. Dass die Spannungen zu niedrig sind, liegt in der Tat an der Birne. Die Glühbirne ist ein Kaltleiter, wenn sie kalt ist, ist der ohmsche Widerstand fast Null. Wird sie von Strom durchflossen, wird der Glühfaden heiß, und der Widerstand steigt an - bis zum Warmwiderstand von rund 500 Ohm (R = U² / P = 230V*230V/100W). Der Widerstand in Deinem Aufbau liegt irgendwo dazwischen, Du hast also einen Ohmschen Widerstand in Reihe mit dem Netztrafo. Spasseshalber kannst Du ja mal messen, wieviel Spannung (AC) der Netztafo primärseitig sieht.
Mit der Birne davor wird auch die Heizspannung viel zu niedrig und die Röhren somit unterheizt sein - vermutlich der Primärgrund, warum nix vernünftiges raus kommt. Die Birne dient einzig als Strombegrenzer; wenn der Aufbau oder eine Komponente fehlerhaft ist, wird der primärseitige Strom durch die Birne begrenzt, so dass nix abrauchen sollte.
Die Entscheidung kann Dir keiner abnehmen; ICH würde die Birne rausnehmen und den Amp durchmessen. Sicherheit zuerst: Schutzbrille, den nötigen Respekt, und eine Hand am Ausschalter - im Idealfall hat man einen Not-Aus an der Werkbank ;D .
Nils H.:
--- Zitat von: Kurt am 20.07.2015 22:45 ---Ach ja, Nachtrag:
GRR Heizspannung lag bei 4,75 V, die Heizspannung der übrigen Röhren bei ca. 6,1 V.
Biasstrom von V6 lag (mit vorgeschalteter Glühbirne) bei rund 90 mA! Bisschen hoch oder? Normal sind doch so 18 mA!? Liegt das auch an der zu geringen Anodenspannung (wegen der 100-W-Birne)?
Gruß
Kurt
--- Ende Zitat ---
Der Trafo liefert völlig falsche Spannungen, die BIAS-Spannung stimmt deswegen ebenfalls nicht, sie ist (Achtung:) zu wenig negativ, entsprechend ist der Ruhestrom zu hoch. 90 mA ist allerdings echt viel für eine 6V6 gerade im unterheizten Zustand und mit zu niedriger Anodenspannung, da geht der Strom eher runter, und er sollte bei beiden 6V6 in etwa gleich sein. Da stimmt was nicht, scheint, die hat einen Schuss...
Wenn Du sicher gehen willst, setzt Du erst nur die Vorstufenröhren ein, nimmst die Birne raus, und misst, ob die Gittervorspannung der Endröhren mit dem übereinstimmt, was Bernd in seinem Plan angibt.
cca88:
--- Zitat von: Kurt am 20.07.2015 22:28 ---Hallo Jochen, hallo Nils,
die Feinsicherungen brennen nicht durch.
So ist es auch. Sie glimmt mal kurz auf, vielleicht so hell wie eine 15 W Birne, dann läßt sie wieder nach.
Ich hab nun mal eine Röhre nach der anderen eingesetzt, angefangen mit der GRR, dann zusätzlich die V1, dann V1+V2 etc. bis V1-V4, dann alle Röhren (die Endstufenröhren hab ich gleich beide eingesetzt). Vor jedem Röhren-Einsetzen hab ich die Filterkondensatoren entladen.
Mit jeder weiteren Röhre ist das anfängliche Aufglimmen etwas stärker, es glimmt sogar immer in 2 Stufen auf, erst leicht, dann etwas stärker, dann geht sie auf ein niedrigeres konstantes Niveau zurück. Dauerhaft glimmen tut sie erst mit allen 4 Vorstufenröhren, aber nur extrem schwach. Setze ich dann auch noch die Enstufenröhren ein, glimmt sie nach den ersten beiden Aufleuchtern dauerhaft, etwa wie eine 5-10 W Birne.
Ich habe dabei jedesmal die HV-Spannungen gemessen. Mit allen Röhren (und vorgeschalteter 100-W-Birne) sind die Gleichspannungen viel zu niedrig:
A: 304 V (Soll: 420 V)
B: 295 V (Soll: 400 V)
C: 239 V (Soll: 320 V)
D: 184 V (Soll: 240 V)
Natürlich sind auch die Spannungen an Pin 1 der Vorstufenröhren entsprechend zu niedrig, z.B. an V1 Pin 1: 115 V (Soll: 160 V).
Schließt man eine Gitarre an, kommen aus dem Amp zwar Töne, aber von Verstärkung kann dabei keine Rede sein.
Liegt das alles an der 100-W-Birne? Kann der Amp mit der vorgeschalteten Birne gar nicht richtig ausprobiert werden? (Dann hätte ich Bernd Brieskorns wertvollen Tipp hierzu ziemlich mißverstanden) Kann ich eurer Meinung nach die Birne ohne großes Risiko einfach mal weglassen?
Danke + Gruß
Kurt
--- Ende Zitat ---
Hallo Kurt,
ich hab zwar die Anweisungen von Berd nicht duchgelesen - Sorry,
aber die Birne ist eine Art "Sicherung", die Dir hilft rechtzeitig auszuschalten, wenn etwas "vom Bein weg nicht stimmt"
Das ist nicht für einen kompletten Funktionstest geeignet, weil der Widerstand der Birne alles bestimmungsgemäß zusammenbrechen lässt
miss noch kurz den Strom, der durch die Endröhren im jetzigen Zustand - mit Birne - fließt... Kurze Berichterstattung, welche negative Gitervorspannung Du hast - und welcher Strom fließt - dann sehen wir weiter. OK?
Grüße
Jochen
PS: und das
geowicht:
Hallo,
hat zwar mit dem beschriebenen Verhalten nichts zu tun, aber auf Bild 4279 sieht es so aus als ob der tip der rechten Buchse kontakt zu Masse bekommen könnte, wenn man einen Stecker anschließt. Vielleicht ist es aber auch nur aus der perspektive nicht gut zu erkennen.
Grüße
G.
Kurt:
Hallo zusammen,
vielen Dank für die Tipps.
@geowicht: die Perspektive täuscht, der Buchsenkontakt bildet keinen Kurzschluß zu Masse.
@cca88: die Biasspannung, die lt. Bernds Plan -37 V haben soll, liegt im Betrieb mit vorgeschalteter Glühbirne bei -24 V. An den Pins 5 der beiden Endstufenröhren liegen -22,5 V an. Strom durch die Endstufenröhre? Was meinst du? Den Biasstrom? Der liegt - mit Glühbirne - bei besagten 90 mA. Oder welchen Strom sonst? Und wie soll ich den messen?
So, dann hab ich's gewagt und die Glühbirne weggelassen, aber auch erstmal die beiden Endstufenröhren.
Nach dem Einschalten war auch alles ok, kein Abrauchen eines Bauteils oder so. Die gemessenen Spannungen:
Heizstrom GGR: 5,1 V ~
Heizstrom Rest: 6,5 V ~
HV-Gleichspannungen:
A: 452 V
B: 443 V
C: 353 V
D: 265 V
Biasspannung: -29 V / Gittervorspannung an Pin 5 von V5 und V6: -28,5 V. Durchs Trimpoti hab ich das mal auf ca. -34 V erhöht.
Ferner an Pin 1 von:
V1: 161 V (Soll: 160 V)
V2: 438 V (Soll: 400 V)
V3: 173 V (Soll: 160 V)
sowie an Pin 4 von:
V5 und V6: 443 V (ist natürlich identisch mit B solange keine Röhre eingesetzt ist).
Sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus. Soll ich jetzt mal die Endstufenröhren reintun und anmachen? ::)
Und noch ne Frage: Bernd Brieskorn hat in seinem Schaltplan den orangen Anschluss des Netztrafos auf Masse gelegt, in seinem Wiring Layout aber fehlt das. Soll ich den noch anschließen?
Und was macht man am besten mit den restlichen Anschlüssen des Netztrafos (Primärseitige Anschlüsse für 220V und 240 V)?
Danke + Gruß
Kurt
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