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Tech-Talk Amps / 50 W Marshall Style sehr leise und komisches NFB Problem
« Letzter Beitrag von frizzy am 28.08.2026 00:15 »
Servus miteinander,

nachdem ich über die Jahre eine Hand voll Kits gebaut habe und dabei viel gelernt habe, habe ich mich nun an ein "eigenes" Projekt gewagt. Über die letzten Monate habe ich viel recherchiert und Schaltpläne studiert/verglichen/kombiniert/gezeichnet. Im Endeffekt habe ich einen 2204 Style Amp, allerdings als 2-Kanaler gebaut (zusätzliche Vorstufenröhre für einen Plexi-style "Clean"-Channel, wobei die 2. sonst ungenützte Gainstage dieser Röhre vorgeschaltet werden kann für einen de facto BE-Style Channel).

Übersicht:
4 x ECC83, 2 x EL34, Eisen allesamt von TT (50W Marshall Style), TT FX-Loop und Fußschalter, diverse Schaltbare Mods (Fat, Bright, Tight, Kathodenwiderstände, Midshift und vor allem einen switchable Depth à la Friedman)


Ich hab den Amp jetzt fertig und durchgecheckt: die Spannungen passen soweit alle, Bias eingestellt, die Schalter tun alle was sie sollen ABER:

Der Amp ist mit Master auf 10 nur ein bisschen lauter als Gesprächslautstärke - also weit entfernt von Hörschäden, die man da eigentlich erwarten sollt. Nicht super leise, aber eben nicht laut genug.
Und: Der Presence Regler macht absolut nichts...und wie sich rausstellt macht es keinen Unterschied ob das Kabel fürs NFB am 8 Ohm Pin vom Impedanzschalter dran ist oder nicht (habs testweise während dem Spielen an- und abgeklemmt...).

Ich vermute also irgendwas in der Endstufe. (Was die Vorstufe betrifft, habe ich beim FX-Send das Signal per DI ins Interface gespielt, die Spannungen passen alle, der Kanalschalter und die Mods machen was sie sollen. Der Loop ist zwischen Treble und Master.

Anbei habe ich den Schaltplanausschnitt ab Eingang PI und die ganze Endstufe. Ihr seht, dass es 2 Spezialitäten gibt:
 - Umschalter zwischen normalem JCM800 NFB mit 100k oder einem Friedman Fixed Depth. Ich hab den Weg vom Impedanzwahlschalter bis zum Presencepoti durchgecheckt und ich finde keine Kurzschlüsse oder kalte Lötstellen. Je nach Schalterstellung geht es entweder über die 100k oder über den Fixed Depth.
- Beim Presencepoti habe ich über einen ON-OFF-ON Switch die Auswahl zwischen Standardmäßigen 100nF oder 2 parallel zugeschalteten Kondensatoren (Ziel ist es schrittweise zwischen 100 und annähern 680 nF zu wählen, je nach Gusto). auch der Schalter hat keine Kurzen oder kalte Lötstellen.

Dennoch macht es null Unterschied ob das NFB angeschlossen ist oder nicht oder wo der Presenceknopf steht. Diese Symptomatik kann ich mir nicht erklären. Dazu kommt eben das Problem mit der niedrigen Gesamtlautstärke.

Wo sollte ich denn als nächstes hinschauen? Die Endstufenröhrensockeln, die Spannungen dort, die Anbindung der B+ und den PI hab ich schon durchgecheckt.

Bin über jeden Tipp sehr dankbar!

Danke und LG! :)



 
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Hallo,

auch wenn es aufwändig ist, würde ich R82 und den zugehörigen Anodenkondensator austauschen.

Also C70 und C88 (der über dem Anodenwiderstand). Falls C70 ein Silver Mica Kondensator ist, ist das ein starker Verdachtskandidat
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Hallo,

auch wenn es aufwändig ist, würde ich R82 und den zugehörigen Anodenkondensator austauschen.
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Bin leider aus Zeitgründen noch nicht so richtig voran gekommen, aber habe heute mal 5 Minuten verschiedene Punkte mit Krokoklemmen direkt auf Masse gelegt. Im Screenshot sind Punkte markiert. Jeweils eine Seite von R102 (markiert mit Kreis) auf Masse verursacht, dass das Rauschen fast vollständig verschwindet. Dagegen verursachen die mit X markierten Stellen keine Reduktion des Rauschens. Ich nehme also an, dass es irgendwo zwischen V2A und V2B reinkommen muss, also im OD-Pfad. Ich würde jetzt eigentlich mal R82 auslöten, dafür muss aber das gesamte Board ausgebaut werden. Dafür hat bis jetzt die Zeit gefehlt. Ich habe versucht, Pin 6 von V2 über einen Kondensator (47nF) auf Masse zu legen, aber das hat nichts geändert, allerdings hat das auch an den oben markierten Punkten keinen Unterschied gebracht, daher bin ich nicht sicher, ob das ein sinnvoller Test war. Evtl mit größerer Kapazität?

Habt ihr noch andere Tipps, was ich an der Stelle testen könnte, ohne jetzt schon alles zerlegen zu müssen?

Außerdem ist mir aufgefallen, dass das Rauschen auch im OD-Kanal vorhanden ist, allerdings fast nicht wahrnehmbar. Das führe ich darauf zurück, dass im OD-Kanal sukzessive viel Signal gegen Masse wegfließt, damit der Pegel nicht zu hoch wird. Passt auch dazu, dass ich die Quelle des Rauschen grob in diesem Bereich von V2A zu V2B lokalisiert habe.

Grüße!

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Tube-Talk / Re: PSVANE Tubes?
« Letzter Beitrag von Heliobacta am 23.08.2026 09:32 »
Hallo zusammen,

Frage: wer steckt denn hinter Psvane und wie ist die Qualität dieser Röhrren einzuschätzen?

Preislich sind sie ja etwas höher angesiedelt als die üblichen Brot und Butter Hersteller, zumindest was die Standardware von Psvane  anbelangt Lohnt sich der Mehrpreis?

Und wie sieht es mit der Premiumware aus. Was ist daran besonders und rechtfertigt das den hohen Preis?

Ich bin ja stets zu haben für sehr gute Qualität und bezahle dafür auch gerne mehr, sogar richtig mehr manchmal ... aber für Voodoo und Flöhehusten-Hören Geld auszugeben, habe ich mittlerweile auch keine Lust mehr.

Daher wären ein paar Erfahrungen interessant ...

Danke und Gruß
Häbbe

Also Psvane wurde 2011 von den Top-Entwicklern von Shuguang gegründet und die haben dafür die Fertigungstechnik von Guiguang gekauft. Produzieren tun die in Changsha China, genau wie Shuguang.

Diese Entwickker haben bei Shuguang die schwarzen vollgeschirmten Treasure-Serie entwickelt die jetzt Psvane Treasure heisst.

Irgrndwann hat Psvane auch Fullmusic (Tianjin, ich kannte die früher als TJ Fullmusic und JAC Fullmusic, weiss aber nicht mehr was JAC bedeutet)  übernommen, die gibts ja auch schon gefühlt ewig. Die ART-Serie stammt von Fullmusic ab.

In China werden die Psvane auch unter dem Label Noble Voice vermarktet.

Der Brand war aber 2019 bei Shuguang. Die fielen mehrere Jahre aus und haben erst 2024 wieder angefangen zu produzieren. Aber dann haben die auch stark die High End-Produktion ausgeweitet weil ja durch den Brand nu andere Hersteller mehr Standardröhren verkaufen konnten und sich ausgeweitet haben.

Ich hab Shuguang und Psvane ständig im Blick.

Hab selbst aber zur Zeit nur ein Paar Shuguang 12AU7-T. Ich schwör, die ist der absolute feuchte Traum. Würd am liebsten hinfahrn und Danke sagen.

Mechanisch ist die, äusserlich betrachtet, einfach unfassbar präzise gebaut. Da ist nix schief oder krumm und da ist auch nix was nach Notlösung aussieht.

Direkt einige Telefunken oder S&H daneben denkste echt die wären der übriggebliebene Rest aus der Tonne. Da ist die Shuguang einfach so dermassen weit drüber.

Klanglich... oh yeah baby...

Ich hab den xDuoo TA 10R Kopfhörerverstärker, quasi Legende, und höre mit IEMs, Tinhifi T2, Kefine Klean SV, seit kurzem EUIU IE01 und UI05 (sehr geiles Ding).

Die Shuguang hat genau dies geile dreckige das so richtig geil kickt. Dabei ist die extrem präzise und analytisch. Vom Gefühl her so als wenn die einfach die absolute uneingeschränkte Kontrolle über alles hat, egal was.
Ich hatte direkt beim hören den Gedanken das da garkein Verstärker oder sonstwas mehr ist, sondern allein nur die Röhre. Als könnt ich sie einfach rausziehn und die macht allein weiter ohne irgendwas.

Total schwer zu beschreiben. Aber bei den Telefunken, Siemens  Philips/Mullard, ITT Lorenz (SEL) klingt es einfach irgendwie nicht selbständig. Ich hör quasi das da der Verstärker ist und die Quelle und das es ein Gesamtgebilde von Geräten ist.

Die Shuguang befreit einen komplett davon.

Leider hab ich aber auch nur einen einzigen Verstärker mit ECC82 und kanns nicht in anderen vergleichen.
Aber mit IEM-Kopfhörern kriegt man das schon echt richtig genau mit was abgeht.

Wennst interessiert bist kann ich dir eine Shuguang auch mal rumschicken zum probiern. Würd mich auch interessieren ob die in anderen Verstärkern auch so klingt.
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Hallo Marc,

Sodele, gschafft also.  :topjob:

Zitat
Und dann haben wir das Biest das erste mal aufgedreht. So richtig die 100W Endstufe in die Sättigung getrieben.
Und wie gehts den Ohren ? Sauber ?  :angel:

Viel Spaß mit dem Teil, Rock`n`Roll ! :guitar:

Grüße

Michael
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Na dann viel Spaß an Vater und Sohn
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Hallo Marc & Sohnemann

 :topjob:

( die lackierten Trafohauben kommen richtig gut !)

Gruß
Volka
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Guten Morgen,

heute war es soweit und der Mustang wurde gesattelt und wir konnten losreiten.
Gestern und heute morgen waren wir noch auf Fehlersuche, haben verwechselte Kabel getauscht und noch hie und da etwas nachgebessert.
Dann hat er alles sauber geschaltet, nichts hat geschwungen, nichts hat gebrummt.

Und dann haben wir das Biest das erste mal aufgedreht. So richtig die 100W Endstufe in die Sättigung getrieben.

Das ist zwar mit den ganzen neuen Bauteilen noch nicht so weich wie es nach 20 Stunden spielen sein wird. Aber meine Herrn, ich wusste gar nicht mehr was ich damals entworfen habe...
Die Kiste schiebt ohne Ende. Der erste Kanal wie ein schöner Plexi und mit der More-Regelung ist das schon ziemlich Old-School High-Gain. Und ab da wird es nur noch heftiger. Direkt, brutal, offen und wenn die Endstufe etwas komprimiert kommen schön saftige Mitten dazu.

Immerhin erspare ich mir das Einspielen an der Last, das übernimmt der Junior gerade an der Box  ;D

Fürs Foto haben wir ihn mal in das alte Classic-Headshell reingepackt. Das neue ist bereits bestellt und wird dann mit einem dunkelroten Tolex bezogen, passend zur roten Lampe. Dazu kommt dann das neue Mustang-Logo und die allerletzte Glasscheibe die es in dem dunklen grau noch gibt.

Und wenn ich ehrlich bin: so zügig war noch nie einer aufgebaut. Das liegt wohl dran, wenn man am Wochenende 8h am Tag nur lötet  ;D ;D ;D

Viele Grüße
Marc
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Hey danke euch beiden. Den Bereich hatte ich spontan auch in Verdacht, gerade mit den diversen Halbleitern dort. Ich komme wahrscheinlich am Wochenende dazu, mir das mal näher anzuschauen. Dann werde ich berichten.

Außerdem hatte ich vor, verschiedene Signal-Punkte zwischen V2a und V3b testweise auf Masse zu legen, um das Rauschen evtl. noch besser lokalisieren zu können.
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