Was tut dieser MOSFET da?

Begonnen von stephan61, Mai 18, 2025, 09:45

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stephan61

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Hallo zusammen,

ich habe in diesem Thread
https://www.tube-town.de/ttforum/index.php?topic=25764.0
von der Reparatur dieses Exoten berichtet.
Bei diesem Amp sitzt im Netzteil ein FET, von dem ich gerne wüsste, was der da soll und tut.
Ein Ausschnitt aus dem Schaltplan ist im Anhang. Links kommt es von der Gleichrichtung, nach oben geht's zu den Röhren. Mittendrin der FET, ein BUZ90.
Vielleicht kann mir das jemand aus der werten Community erklären, der von diesen Sachen mehr Ahnung hat als ich.
Schon mal besten Dank im Voraus.

Grüße Stephan
"It must schwing!"

Helmholtz

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#1
Das soll wohl ein "Capacitance Multiplier" sein.
Aber die Schaltung sieht nicht komplett aus.
Siehe https://sound-au.com/project15.htm, Figure 5.

carlitz

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Ist das nicht einfach ein Spannungsregler, welcher die 400V auf ein niedrigeres Maß drückt.

Was ist für eine Zener Diode eingebaut?
If you don't know how to fix it, stop breaking it!

stephan61

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Hallo Helmholtz,
danke für den link. Die Schaltung dort sieht wirklich sehr ähnlich aus.
Wenn ich es recht verstehe, soll damit eine verbesserte Glättung der B+ erreicht werden.
Nur fehlt im Vergleich dazu bei der Schaltung im Amp eine Masseverbindung, die des Kondensators unterhalb des Gates.
Ob das entscheidend ist, weiß ich nicht.

@Carlitz
Das habe ich auch erst gedacht. Die Spannung wird aber nur gering reduziert, außerdem ist die Ausgangsspannung nicht konstant. Unter Last gibt sie auch nach. Da hätte man auch einen billigeren Widerstand nehmen können.
Die Zenerdiode konnte ich nicht identifizieren, die ist zu wutzelig und liegt schlecht einsehbar am Board.

Grüße Stephan
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Showitevent

guitronimo
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#4
Moin,

für mich sieht der Schaltplan nicht korrekt aus.

1.) Die Zenerdiode....
Ist es sicher, dass die so herum eingebaut ist, wie es der Schaltplan hergibt?

2.) Der 10 Ohm Widerstand.
Ist es sicher, dass das nicht ein 100 Ohm Widerstand ist?

Wenn Punkt 1 und 2 so sind wie ich Denke und die ZenerDiode in etwa 15 Volt hat, dann ist die Schaltung nichts weiter als ein "Current Limiter", der bei ~100mA dicht macht.
Mit einem 10 Ohm Widerstand lägen wir bei ~ 1Ampere, was für Schirmgitter so ungefähr null Sinn ergibt.

Wenn der Widerstand dennoch 10 Ohm ist, müsste die ZenerDiode entsprechend viel kleiner ausfallen um irgendwo in der Region 100 bis 200mA zu landen. In dem Fall kann ich nur sagen, dass das schlechte Praxis wäre.

Edit: Eine 15Volt ZenerDiode ist nicht untypisch für einen FET der eine VGS von max. 20 Volt hat.

Da es keinen Bezug zur Masse gibt, sondern lediglich zum Virtuellen Ground (screen) ist das auch keine Stabi Schaltung. D.h. dass die Spannung natürlich sinkt, wenn der Strom steigt.


LG Geronimo

stephan61

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Zitat von: Showitevent am Mai 19, 2025, 01:15
Moin,

für mich sieht der Schaltplan nicht korrekt aus.

1.) Die Zenerdiode....
Ist es sicher, dass die so herum eingebaut ist, wie es der Schaltplan hergibt?

2.) Der 10 Ohm Widerstand.
Ist es sicher, dass das nicht ein 100 Ohm Widerstand ist?

Wenn Punkt 1 und 2 so sind wie ich Denke und die ZenerDiode in etwa 15 Volt hat, dann ist die Schaltung nichts weiter als ein "Current Limiter", der bei ~100mA dicht macht.
Mit einem 10 Ohm Widerstand lägen wir bei ~ 1Ampere, was für Schirmgitter so ungefähr null Sinn ergibt.

Wenn der Widerstand dennoch 10 Ohm ist, müsste die ZenerDiode entsprechend viel kleiner ausfallen um irgendwo in der Region 100 bis 200mA zu landen. In dem Fall kann ich nur sagen, dass das schlechte Praxis wäre.

Edit: Eine 15Volt ZenerDiode ist nicht untypisch für einen FET der eine VGS von max. 20 Volt hat.

Da es keinen Bezug zur Masse gibt, sondern lediglich zum Virtuellen Ground (screen) ist das auch keine Stabi Schaltung. D.h. dass die Spannung natürlich sinkt, wenn der Strom steigt.


LG Geronimo

Hallo Geronimo,
danke für die Hinweise.
Zu 1) Du hast recht, die Diode ist falsch rum gezeichnet gewesen. Ich habe den Plan korrigiert und im ersten Post ausgetauscht.
Zu 2) Das ist wirklich ein 10 ohm Widerstand.
Aber die Daten der Zenerdiode kann ich nicht erkennen. Zu klein.
Ich habe ein Bild der FET Umgebung angehängt.

Viele Grüße Stephan
"It must schwing!"

Showitevent

guitronimo
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#6
Dann ist es definitiv ein recht simpler aber sehr effektiver Current Limiter und agiert nebenbei noch als recht niederohmiges Filterglied.

Der Wert der Z-Diode wäre hier jetzt entscheidend. Sie beschreibt, im Grunde, wie weit der FET aussteuern kann und somit, wieviel Strom am Ende zur Verfügung steht.
Eine Idee bekommst Du wenn Du einfach den Spannungsabfall über die Diode mißt. Da ist natürlich Vorsicht geboten bei den Spannungen.



stephan61

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Zitat von: Showitevent am Mai 19, 2025, 05:55
Dann ist es definitiv ein recht simpler aber sehr effektiver Current Limiter und agiert nebenbei noch als recht niederohmiges Filterglied.

Der Wert der Z-Diode wäre hier jetzt entscheidend. Sie beschreibt, im Grunde, wie weit der FET aussteuern kann und somit, wieviel Strom am Ende zur Verfügung steht.
Eine Idee bekommst Du wenn Du einfach den Spannungsabfall über die Diode mißt. Da ist natürlich Vorsicht geboten bei den Spannungen.

Heute frisch gemessen sind es
Spannungsabfall Screen 6550 zu Anoden 6550  - 7V 
Dabei ist dV über die Z-Diode 3V

Grüße Stephan
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Drossel mittel Gyratorschaltung
Gruß
Manfred

Helmholtz

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#9
^^ :topjob:

Das ergibt richtig Sinn (die Schaltung ist in Merlins Buch über Power Supplies beschrieben).
Bedeutet, dass die Zenerdiode nur zum Schutz des Gates vorhanden ist und normalerweise nicht leitet

Showitevent

guitronimo
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#10
 ???
Bitte wie?

Röhre69

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Hallo zusammen,

weiß nicht, ob´s hilfreich ist: Z-Dioden werden meiner Kenntnis nach in Sperrrichtung betrieben. Meine auch, dass ich schon einmal irgendwo gelesen habe, dass manche Hersteller dann den Markierungsring bei Z-Dioden vertauschen (ähnlich Tremolo <> Vibrato, angeblich auch bei manchen Potis A=linear, B=log.)

nur meine 0,02€

Grüße 

stephan61

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Hallo,

sehr interessante Beiträge zu diesem Thema, wenn auch (noch) keine eindeutige Erklärung.
Danach kann der FET entweder einen Strombegrenzer oder eine Gyrator Drossel darstellen.
Beides könnte Sinn ergeben.
- Strombegrenzer für screen (bei dem ursprünglich schwach dimensionierten Netztrafo gleich doppelt sinnig ;) )
- Gyrator als Siebdrosselersatz, da für eine Drosselspule auf dem kleinen Chassis kein Platz wäre.

Zu letzterem eine Anmerkung.
Nach der Formel im Bild zum Gyrator ergibt sich ein Reff = 10x[1+47/47] = 20 Ohm.
Der über den FET gemessene Spannungsabfall von 7V entspricht bei einem angenommenen Strom von ca 10 mA (der Amp hier hat 4 Vorstufenröhren, 2x ECC83 und 2xECC81, wegen zusätzlichem Hall) einem R = ca 700 Ohm. Kann das sein?

Grüße Stephan

"It must schwing!"

Helmholtz

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#13
Du hast die Schirmgitterströme vergessen. Miss doch einfach mal den Spannungsabfall am 10R Widerstand.
Außerdem ist der Mosfet hochohmig wenn die GS-Spannung kleiner als etwa 3V ist.
D.h., dass der gesamte Spannungsabfall immer größer als 6V sein muss.

Helmholtz

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#14
Zitat von: Röhre69 am Mai 21, 2025, 07:22
Z-Dioden werden meiner Kenntnis nach in Sperrrichtung betrieben. Meine auch, dass ich schon einmal irgendwo gelesen habe, dass manche Hersteller dann den Markierungsring bei Z-Dioden vertauschen..
Grüße

Der (schwarze) Ring identifiziert die Kathode. Das machen alle Hersteller gleich.
Damit eine Zenerdiode ordentlich funktioniert, muss die Spannung an der Kathode um die Zenerspannung höher (positiver) sein als die Spannung an der Anode.