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Biasspannung - Woher?

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Hardcorebastler:
Hallo Max,
wenn der C6 sich bei offenen Standby Schalter  auflädt fliest ein Strom, das ist ja eigentlich nicht gewollt bei dieser Standby Schaltung.
Wenn du diesen Effekt verhindern willst musst du den Standby Schalter 2 polig machen, also auch den 2. Ausgang abschalten.
Warum überhaupt solch eine Standby Schaltung ?
Ich bezweifele das dies für die Röhren gut ist weil die Heizspannung weiter läuft.
Ist der Verstärker sauber aufgebaut stellt sich innerhalb einer Minute alle Betriebsparameter ein ,dies konnte ich bis jetzt bei meinen Amps immer wieder feststellen, deshalb ist mir der Sinn einer Standby Schaltung nicht wirklich klar.

Ich würde auch noch eine  Sicherung träge xx mA in den Versorgungszweig für die Anodenspannung der Endröhren schalten, falsch eingestellte negative Gittervorspannung oder Ausfall lässt den Ruhestrom direkt sprunghaft ansteigen, da hier kein Auto Bias  vorhanden ist .

Gruß Jörg

456Onno456:
Moin Jörg,

naja ich bin mir bei gewollt oder nicht nicht so sicher. Tendenziell würde ich sagen, dass dies so im JCM900 verbaut ist. Einen Verkabelungsfehler kann ich so gut wie ausschließen. Meiner Meinung nach ist es auch "physikalisch" erklärbar warum sich C6 auflädt [siehe Anhang letzter Beitrag]. Es könnte unkritisch sein, da die Biasspannung bei offenem Standby sehr viel schneller aufgebaut wird als die Hochspannung und die Endstufenröhren somit vor einer "Übersteuerung (HV ohne irgendeine Vorspannung) gesichert sind. In wie fern man damit die "Mute-Funktion" beeinträchtigt kann ich nicht abschätzen.  Der Hinweis mit einer Sicherung in der HV-Versorgung der Endröhren ist sicherlich ein guter und ich werde das einfügen (wobei es eigentlich unweigerlich auf die Frage der Position der sekundärseitigen Sicherung führt).

Zu der Frage nach einem Standby-Schalter:
Ja, es ist ein mythenumranktes Bauteil. Ich würde ihn einfach als großen Mute-schalter bezeichnen. Mit der Lebensdauer hat die Heizspannung, bzw. die Übersteuerung der Endstufenröhren mehr zu tun. Allerdings finde ich ihn unter praktischen Aspekten (Mute beim Betrieb, nicht sofort HV auf den Bauteilen beim Basteln, ...) ganz sinnvoll. Zweiphasiges Schalten funktioniert hier nicht, da dann kein geschlossener Stromkreis für die Biasversorgung mehr vorhanden wäre.

Gruß

Max

Hardcorebastler:
Hall Max,
Zweiphasiges Schalten funktioniert hier nicht, da dann kein geschlossener Stromkreis für die Biasversorgung mehr vorhanden wäre.

wie schnell baut sich denn die NGV Spannung auf ?(Bias Schaltung), bei abgeschalteter Hochspannung brauche ich eigentlich kein Bias.

Gruss Jörg

456Onno456:
Hallo Jörg,

"gemessen" habe ich Folgendes [Schaltung ist aufgebaut wie beschrieben]:
1) Ausgeschalteter Stby, Power einschalten: U_bias bis auf ca. -100V in schätzungsweise 5sec., U_HV auf ca. 370V in ca. 20sec. [U_C7 ist ja eine Exponentielle Fkt., der Strom zum Aufladen hier nur "parasitär" und sehr klein [über die Biasversorgung], also habe ich nie so lange gewartet, bis sich wirklich die gesamte Spannung aufbaut]
2) Eingeschalteter Stby, Power einschalten: U_bias bis auf ca. -90V in schätzungsweise 5sec., U_HV auf ca. 395V in ca. 0,5sec. [instantan, zu schnell für mein Messgerät [Fluke DVM]].

Fazit: Ohne Stby-Schalter habe ich beim Einschalten HV auf den 6V6 und noch kein Bias.

Gruß

PS: Dass die Biasspannung ein wenig in die Knie geht, wenn die HV generiert wird ist wahrscheinlich unkritisch, da dies alles nur Leerlaufmessungen sind und das ganze Netzteil unter Last sowieso noch ein wenig in die Knie geht.

Max

Hardcorebastler:

Max,
das ist sehr schlecht wenn die negative Gittervorspannung hinter her hinkt,
aber das kann man  messen und den Ruhestrom der Endröhren kontrollieren, der dürfte erst mal sprunghaft ansteigen.
Die NGV muss vor der Anodenspannung da sein und der Gitterableitwiderstand darf max. 100 k sein .
Deshalb nehme ich einen kleinen Zusatztrafo wenn ich keine Windung übrig habe, um die NGV zu generieren, da steht die Spannung innerhalb von 5 Sec.
Ich weiß zwar nicht wie deine Schaltung aussieht aber Schirmgitterspannung
max. 285V 6V6, 315V 6V6GT

Gruß Jörg

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