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100W MV Vibrosonic/Twin: Ersatz für 80uF Filter Caps
smid:
Hallo Jochen, Laurent, blues,
heute Nachmittag hatte ich Zeit, einmal ausgiebig zu messen, um soweit mir möglich Eure Fragen zu beantworten.
die Spannungen wurde, soweit nicht anders beschrieben, gegen den nächstliegenden Masse-Stern am Gehäuse gemessen.
Ausgangsspannungen am Netztrafo, Spannungswahlschalter steht auf 230V.
Spannung 1: 335V AC, soll lt. Schaltplan 340V AC
Spannung 2: 56V AC, soll lt. Schaltplan 48V AC
Ausgangsspannung Diodengleichrichter: 463V DC, soll lt. Schaltplan 443V DC
Ausgangsspannung Gleichrichterdiode: -59V DC, soll lt. Schaltplan -63V DC
Schirmgitterwiderstände, Sollwert 470 Ohm, Nummerierung der Röhren von hinten auf den Amp schauend von links nach rechts:
1: 504 Ohm
2: 506 Ohm
3: 693 Ohm
4: 488 Ohm
Widerstand von Pin 1 auf Pin 5, soll lt. Schaltplan 1500 Ohm:
1: 1593 Ohm
2: 1651 Ohm
3: 1603 Ohm
4: 1542 Ohm
Anodenspannungen, Pin 3 der 6L6GC, gemessen gegen Masse:
1-4: 435V
Spannung Anode-Kathode, Pin 3 zu Pin 8 der 6L6:
1-4: 438V
Spannungen Anode Kathode der Vorstufenröhren, Numerierung ebenfalls von hinten auf den Amp schauend von links nach rechts:
1 (Phase Inverter): Section2 (Pin 1 auf 3): 185V; Section1 (Pin 6 auf Pin 8 ): 185V;
2 (Vibrato): Section2 (Pin 1 auf 3): 427V; Section1 (Pin 6 auf Pin 8 ): 372V;
3 (Reverb in): Section2 (Pin 1 auf 3): 240V; Section1 (Pin 6 auf Pin 8 ): 243V;
4 (Reverb out): Section2 (Pin 1 auf 3): 417V; Section1 (Pin 6 auf Pin 8 ): 417V;
5 (Vibrato channel): Section2 (Pin 1 auf 3): 242V; Section1 (Pin 6 auf Pin 8 ): 240V;
5 (Normal Channel): Section2 (Pin 1 auf 3): 235V; Section1 (Pin 6 auf Pin 8 ): 235V;
Heizspannung: 6,2V am Jewel-Licht; 6,0V am Ende der Kette (Symmetrierungspoti "Hum-Balance")
Gitterspannungen an den Endstufenröhren, Screen-Grid (Pin 4) und Control Grid (Pin 5), gemessen gegen Masse:
1: 435V, -50V
2: 435V, -50V
3: 435V, -42V
4: 453V, -42V
Gitterspannungen an den Vorstufenröhren, Section2 (Pin 2) und Section1 (Pin 7), gemessen gegen Masse:
1 (Phase Inverter): 105V, 106V
2 (Vibrato): off: -38V, -38V; on: 0V, 0V
3 (Reverb in): off: 0V, 0V; on: 0V, 0V
4 (Reverb out): 0V, 0V
5 (Vibrato channel): 0V, 0V
5 (Normal Channel): 0V, 0V
Jetzt der interessante Teil:
Bias der Endstufenröhren, mit dem Bias-Kit Octal gemessen. Der Amp verfügt ja lediglich über eine "Bias-Balance", mit der ich das obere und untere Röhrenpaar zueinander regeln kann.
Mit etwas hin und her (ich bestelle mir auf jeden Fall einen zweiten Adapter und ein zweites Multimeter, das Umgestecke nervt) konnte ich die beiden Paare auf je ca. 40mA einstellen. Bei gemessener Leerlaufanodenspannung von 435V komme ich, ausgehend von 410V unter Last auf 36-51mA Zielbereich. Also läuft der Amp eher kalt, ist aber ok.
Der wirklich interessant Teil kommt jetzt:
die Röhre in Sockel 2 hat, egal wie ich hin und her tausche, immer nur 16-20mA. Die anderen drei so um die 40mA. Da die Bias-Balance hat darauf keinen Einfluss, da sie ja die Paare 1-2 und 3-4 gegeneinander regelt.
Die am Sockel 2 gemessenen Spannungen und auch die Widerstände sind nahezu identisch mit Sockel 1.
Sichtbare Mängel am Sockel oder den Lötstellen gibt es nicht.
Darauf kann ich mir keinen rechten Reim machen.
Auch wenn ich die Endstufenröhren tauschen würde, dieses Problem würde ich gerne vorher lösen.
Zu den Abweichungen vom Schaltplan: ich hänge ein PDF mit an, in dem die Abweichungen markiert und beschrieben sind.
Wie gesagt, es sind nur ein paar C's an den Vorstufenröhren, die fehlen oder zusätzlich da sind sowie eine Leitung, die statt an Masse an -63V geht (am Bias-Balance-Poti).
Vorsicht: 3,3MB aber sonst ist es zu pixelig...
www.sensosonic.com/img/Vibrosonic.pdf
Und zum Schluss noch ein Foto den Endstufenröhren.
Ich habe die Verspiegelung bisher für Getter gehalten, aber vielleicht sind die Dinger ja auch komplett hinüber, was den Leistungsverlust erklären würde.
Damit wäre der Nachmittag auch schon fast vorbei,
frohe Ostern,
Andreas
bluesfreak:
Ahoi,
auf den ersten Blick sticht nix wirklich raus ausser dem GitterR an Sockel3 der Endstufe. Ich persönlich würde nach so einem Ergebnis einfach alle 4 470k gegen ausgemessene R tauschen die max 5% voneinander abweichen und dann nochmal testen...
Gruß
blues
RoehrenJeans:
Hallo Andreas,
ich kann hier sicher nicht groß weiterhelfen, aber ich mag solche "Was würde ich in dem Fall machen" Threads...
--- Zitat ---Spannung 2: 56V AC, soll lt. Schaltplan 48V AC
Ausgangsspannung Gleichrichterdiode: -59V DC, soll lt. Schaltplan -63V DC
--- Ende Zitat ---
Mich verwundert der Wert -59V DC bei einer Trafoausgangsspannung von 56V AC und frage mich ob das stimmen kann.
Gruß
Stoffel
smid:
Hallo Stoffel,
ich kann das morgen nochmal nachmessen. Aber wenn die Schaltung nach Plan 48V AC nach -63V DC konvertiert sind doch 56V AC nach -59V DC nicht so weit aus dem Ruder, oder?
Hallo blues,
ja, der Gitterwiderstand an Sockel 3 tanzt ordentlich aus der Reihe.
Aber den viel zu tiefen Bias von Sockel 2 erklärt das nicht.
Sollte das nicht auch ein unsymetrisches Ausganssignal zur Folge haben, sowas wie eine grössere und eine kleinere Halbwelle bei einem Sinus?
Was meint Ihr zu dem Foto der 6L6-Röhren?
Viele Grüße,
Andreas
cca88:
--- Zitat von: smid am 5.04.2015 19:30 ---Hallo Stoffel,
ich kann das morgen nochmal nachmessen. Aber wenn die Schaltung nach Plan 48V AC nach -63V DC konvertiert sind doch 56V AC nach -59V DC nicht so weit aus dem Ruder, oder?
Hallo blues,
ja, der Gitterwiderstand an Sockel 3 tanzt ordentlich aus der Reihe.
Aber den viel zu tiefen Bias von Sockel 2 erklärt das nicht.
Sollte das nicht auch ein unsymetrisches Ausganssignal zur Folge haben, sowas wie eine grössere und eine kleinere Halbwelle bei einem Sinus?
Was meint Ihr zu dem Foto der 6L6-Röhren?
Viele Grüße,
Andreas
--- Ende Zitat ---
Hallo Andreas,
danke für das ausführliche Messen - muß ich mir in Ruhe noch geben...
Das Erste, was mir einfach so auffällt: 460V am B+ und 430V an den Anoden in Ruhe - das wären ca 30V Abfall an der Primärwicklung des Übertragers - wow
Bzgl des "aus der Reihetanzen der einen Röhre".. Du könntest als Erstes versuchen die Kontakte der Fasssungen behutsam nachzubiegen... Ich verwend da gerne die Hirschmann Pins...
Die 6L6 sehen eigentlich "normal" aus - und ja die Spiegelungen sind das Gettermaterial - drunter siehst Du auch die "Pfännchen"
Grüße
Jochen
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